Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 4 (1863)
- Issue
- Heft 8 (25.2.1863)
- Date
- 1863-02-25
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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neu. Aber der wahrhaft gottesfürchtige Mann darf sich dadurch nicht beirren lassen; wir haben leider keine Richter mehr, welche den Verletzer der Religion zur Verantwortung ziehen könnten 2'22x pxr7 21P22 w'X ru'.-id wo es an Männern fehlt, ist daher Jeder verpflichtet sich zu ermannen und für die Ec-! füllnng des Gesetzes zu streben. Eine zweite Entartung der Freiheitist, wie wir bereits erwähnt haben, die Despotie, die Willkür des Einzelnen,der sich über das Gesetz stellt und sich gegen das Gesetz wendet. Einen solchen Zustand führt uns der Midrasch - vor in den Worten nix und es war in den Tagen des Achas. Ein böser König will Israel verderben; er legt die Hand an die Wurzel des Baumes, er schließt die Lehrhäuser und verknetet der Ingend, sich mit der Thora zu beschäftigen, um so Israel? von seinem Gotte zu trennen. Kein Zeitpunkt war so! schwer für Israel wie jener, von dem es heißt: (Jesaias j c. 8 v. 17) 2PP' 2'22 vao '-?> '2'2'N1 und! ich harre zu Gott, der da verborgen hat sein Antlitz i vor dem Hanse Jakobs und ich hoffe auf ihn. Was! kannst du, tyrannischer König, erlangen? siehe der § Prophet Jesaias (C. 8 V 18) steht dir gegenüber - und spricht: rrnxh 'n 'h sria -^x wax j ^x-,^'2 2'22Qhi siehe ich bin da und die Kinder, die j mir Gott gegeben hak, daß sie seien zu Zeichen und! zu Wundern in Israel. Jesaias und seine Schüler! stellen Israels Lehre wieder her in Chiskijahs Zeit. - Auch in unserer Zeit ist eine ähnliche Despotie hervorgegangen aus Israels eigener Mitte. Die alten, ' berühmten Lehrhäuser sind geschlossen, und die Kinder! werden dem Thorastudium entfremdet. Man sendet die Kinder in Schulen, in welcher sie der Synagoge entfremdet, in welchen sie nicht hingeführt werden zu den Quellen der heiligen Gotteslehre. Harren wir! zu Gott, der da die Zeiten ändert, und hoffen wir i auf ihn! Ihr aber, ihr Männer in Israel, die ihr noch Gott traget in eurem Herzen, h irret aus mit! euren Kindern und Schülern und erziehet dieselben i für eine Zeit, in der es uns vergönnt sein wird, der! Krone der Gotteslehre zu ihrem alten Glanze wieder i zu verhelfen. Die furchtbarste Entartung der Freiheit ist die Frechheit und der Hohn. 2'pnrn '2'2 '.-in; dem entarteten Könige Jehojakim wird vom Propheten Jeremijahu auf Gottes Geheiß der Theil der Gotteslehre vorgelesen, welcher die Strafen für Abfall und Sünde enthält. Er will nicht hören, er zerreißt und verbrennt die heilige Schrift. Auch in unfern Tagen macht sich leider dieselbe Frechheit und derselbe Hohn geltend; auch in unserer Zeit gibt es entartete Jsraelssöhne, welche die Thora zerreißen und verbrennen möchten. Noch stehen die heiligen Rollen unangetastet in den heiligen Schreinen unserer Synagogen; aber ihr Inhalt wird zerrissen von anmaaßungsvoller Aftergelehrsamkeit, und die in ihr enthaltenen Gesetze werden verbrannt von Zügellosigkeit und Leidenschaft. Was folgte auf JehojakimS Trotz? Grenzenloses Unglück, Zerstörung und Verbannung unseres Volkes, und auf den Trümmern Jerusalems saß Jirmijahu und weinte. Wohl kann auch uns Trauer und Angst beschleichen und von Furcht niedergedrückt wagen wir es kaum der Zukunft zu gedenken. Gebe Gott Rückkehr der Verirrten O'p-1 O'-PO' vp XP1, ohne daß es erst der bessernden Hand des Unglücks bedürfte. m. Der dritte, oder vielmehr der erste, allein maaßgebende Faktor der Weltlenkung ist die göttliche Fürsorge; aus jeder Gefahr und Roth rettet sie; aber es gibt Zeiten, in denen Israel die Rettung nicht verdient; so geschah es in den Zeiten des Achaschoerosch, da die Israeliten genossen hatten verbotene Speisen und verbotenen Trank. Dsßhalb beginnt gleich das Buch Esther mit der Erzählung des Gastmahls des Königs und seiner Herrlichkeit. Gott hat für uns, sein auserwähltes Volk eine Auswahl der Speisen getroffen, damit unser Körper fähig werde, einem Geiste zu dienen, welchem die höchste Aufgabe der Welt geworden. Der Zusammenhang zwischen Körper und Geist ist ein außerordentlich enger; der Genuß verbotener Speisen rix 22222 2H.-1 verstockt das Herz; das Verbotene selbst wird ein Bestandtheil von uns; der Körper wird dadurch unfähig dem Geiste in Reinheit und Heiligkeit zu dienen, wie er es doch sollte, und der Geist selbst vermag die ihm gewordene hohe Aufgabe nicht mehr zu lösen. Der Genuß von rwpiri, Greuel (und ein Greuel soll uns Alles sein, was Gott uns verboten hat) macht den Genießenden selbst zum Greuel; er wird zum unbrauchbaren Werkzeug und somit verworfen. Deßhalb hatten die Israeliten zu Hamans Zeiten die Vernichtung verdient. Und in unfern Tagen? Nicht allein, daß so Viele unserer abtrünnigen Brüder .-121 N'2 mit frech erhobener Hand schamlos sich entfernt haben von jüdischer Lebensweise sich gemacht haben zu ganz anderen Menschen, in denen das jüdische Blut durch den Genuß von O-n 2^11 22->2 O'V2M 2'LPW von Kriechthier und Gewürm, von krankem und gefallenem Vieh, von Unschlitt und Blut verdorben ist — ach, auch Viele der Frommen sind gar leichtsinnig in dieser Beziehung, denken nicht daran zu prüfen, ob das, was sie genießen, auch gesetzmäßig zubereitet worden, ob Schechitah und Bedikah gehörig gehandhabt wird; daß es verboten ist den Wein der Nichtjuden, die ohne Aufsicht gelassene Mlch u. s. w. u. s. w. zu genießen ist, kaum noch bekannt dem Heranwachsenden Geschlecht. Möchte doch endlich wieder der Leichtsinn weichen der Gewissenhaftigkeit! denn in