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Der Israelit · 1863-02-25 · Heft 8 (25.2.1863) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
4 (1863)
Issue
Heft 8 (25.2.1863)
Date
1863-02-25
Page
– (sequence 2)
Language
German
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88 Gilboa. — Die Purimgeschichte läßt uns unser Volk in der Verbannung finden, getrennt und zerstreut wohnend unter fremden Nationen, verlassend der Väter Sitte und vergessend Gottes Gebot — da ist es wiederum ein Amaleksenkel, Haman, welchen Gott als Geißel schwinget, um sein sündiges Volk auf den Pfad der Tugend zurückzuführen. Ein so tiefer Einblick aber in das Wesen der Geschichte muß uns auf die Weltenlenkung selbst aufmerksam machen und uns veranlassen, über die großen Ursachen großer Wirkungen nachzudenken. Dem prüfenden Verstände ergeben sich aber als Faktoren der Weltenlenkung drei. Diese sind: 1) der natürliche Verlauf der Dinge; die natürliche Ursache hat eine naturgemäße Wirkung; 2) die Macht der freien Wahl; der Mensch im Besitze der Fähigkeit, frei zu wählen, durchbricht, hemmt, fördert den Verlauf der Dinge und kettet Ursachen aneinander nach eigenem Belieben; 3) die göttliche Fürsehung, die nach allweisem, unerforschlichem Plane des Schöpfers oft gegen den Verlauf der Natur und der menschlichen Berechnung vielfach zuwider, die höchste Leitung des Weltalls und des Menschen- und Völkergeschickes vollbringt. Das sind die Faktoren der Weltlenkung und auf sie führt uns der Midrasch, anlehnend an die ersten Worte der Megillath Esther. Dort heißt es nämlich: pi5i' 728;27i5 72 '122? '7 '-Ern 'O'2 '.-in '7 7281 7NL 8^8 15'8 '2'2 '7>'1 '2852? 2P2 b2 722 71271^2 12?p ,^2728 '2'2 '.-IN —7!2?27I1;27I5 NI '122? '.NN — ,s?782 2P7 'NN , 2'2212? 2122? '2'2 'NN — ,2'2"7> P8 2"75 P8 28 ,'2?772 '222 1282? , 1N8 .2'2 pr-r '.2'-nn 2^i 22'!-7i75 c^'52p px 22X '2581 n"nn PNt-rI 125'22? NNN2'O nn"2"pn 22'222 'NN — 12?p N2?8 .7P777 ^22 '52 N8 7'227< N'N2N — N22 N^N'52 ^72?1 P7P2? ,17I'2?7--' s2 22'PNN' '2'2 728^1 51NNb N'22?nb f2.7 7152? ,2?N12^N8 '2'2 'NN! Im Obigen macht der Midrasch die Bemerkung, daß fünfmal in der heiligen Schrift '2'2 '.nn vorkömmt und daß jedesmal dadurch eine Leidensgeschichte eingeleitet wird: und es war in den Tagen Amrafels — da führten sie Krieg; und es war in den Tagen, da die Richter richteten — da entstand Hunger im Lande; und es war in den Tagen des Achas, welcher die Schulen schloß und die Kinder nicht in der Gotteslehre unterrichten ließ, um also den göttlichen Geist aus Israel zu verbannen; und es war in den Tagen des Jehojakim, des Sohnes des Josias, welcher einen Theil der heiligen Schrift zerriß und verbrannte; und es war in den Tagen Ahasvers, da Haman befahl zu vertilgen, zu erschlagen, zu vernichten. In dem ersten der vom Midrasch erwähnten historischen Ereignisse ist uns, wie wir sehen werden, d-er natürliche Verlauf der Dinge dargestellt, in den drei folgenden die Erfolge der freien Wahl der Menschen, und in dem fünften die göttliche Fürsorge; wie und in welcher Weise sich das Alles aus dem Erwähnten entwickelt, wollen wir nunmehr erörtern. I Als Abraham austrat, für Gott zu wirken, war der Name Gottes auf Erden vergessen; als Abraham die Götzen in Ur Casdim zerschlug, da hatte er nicht allein den mächtigsten König der Welt zu seinem Widersacher, sondern fast die ganze Welt. Also vollführte dann auch Abraham seine Laufbahn bald in stillem, bald in lautem Kampfe gegen den natürlichen Verlauf der Dinge. Diesen natürlichen Verlauf der Dinge nennt man in unfern Tagen Zeitgeist. Aus gewissen Zuständen der Völker und Menschen sind gewisse Ideen hervorgegangen, welche sich überall Bahn brechen, die Geister überwinden und sich der Herzen bemächtigen, so daß sie die Welt zu beherrschen scheinen. Wohl besitzen diese Zeitideen eine Macht, die man nicht unterschätzen darf. Es ist ungeheuer schwer, gegen dieselben zu kämpfen, während es ungemein leicht ist, sich ihnen anzuschließen und sich von ihnen tragen zu lassen. Derjenige, welcher sich diesen Zeitideen entgegenstellt, wie Abraham an das Uralte anknüpfend — er wird bald die ganze Welt zu seinen Gegnern haben. Feinde schließen sich an einander an, um gegen den gemeinsamen Feind zu kämpfen 72728 '2'2 '.-in so geschah es denn auch in den Tagen Amrafels, d. i. Nimrods, des alten Feindes Abrahams. Vier Könige kämpfen gegen fünf. Unsere alten Symboliker finden in den vier Königen die vier Elemente und in den fünf Königen die fünf Sinne dargestellt. Die ganze Welt ist materiell und sinnlich geworden i5'p V5°75^ 511717lb 2?7P 8171 222?2 pp'^8 182'11212?'1 '2' 22?7>^) 2?7P 8122? 2^>1P 72? sie alle vereinigen sich gegen den Einzigen, welcher das Panier des Geistes, das Panier der wahrhaften Gotteserkenntniß aufpflanzt, gegen Abraham, den Augapfel der Welt, welcher heilig ist dem Allmächtigen. Und wie kannst du, Abraham, trotzen wollen einer ganzen Welt? Wird es nicht der natürliche Verlauf der Dinge sein, daß du Einzelner, zertreten und zerdrückt wirst werden von der Gesammtheit, die du in die Schranken zu fordern wagst? O, ihr vergeht, daß nicht der natürliche Verlauf der Dinge allein Einfluß übt auf die Gestaltung der Weltgeschichte, daß es noch andere Faktoren gibt: die freie Wahl des Menschen, die da zu wählen vermag zwischen gut und bös und sich nicht blindlings zu unterwerfen braucht der Herrschaft der Zeitideen, wenn diese auf das Böse gerichtet sind, und daß vor Allem die ri'272 2252?.-?, die besondere Fürsorge Gottes für seine Frommen wacht, um sie nicht untergehen zu lassen im Strome der Zeit. i'2'57i 28 p7'i Abraham bewaffnet die von ihm an die Ausübung der göttlichen Gebote Gewöhnten und bleibt Sieger. Abraham wird der Vater der Welt, der Verkünder der Eckenntniß für alle

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