Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 4 (1863)
- Issue
- Heft 7 (18.2.1863)
- Date
- 1863-02-18
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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4. Jahrgang. M 7 Der Israelit. Ein Centralorgan für das orthodoxe Judenthum. »r Lehmann in Mainz. Mainz, den 18. Februar 5623 (1863.) Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 1j Bogen. Preis des Jahrgangs: 2 Thaler p. c. oder fl. 3. 30 kr. rh. Halbjährig 1 Thlr. p. c. oder fl. 1. 45 kr. rh. Vierteljährig 15 Sgr. p. c. oder 53 kr. rb. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungeu an. Inserate 1 Sbgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oesterreichische Banknote- Inhalt. b ^and: Le^zig.ch— Preußen: Gollub. Königsberg. Oe str. Kaiferst.: Pesth. — Frankreich: Aus dem Elsaß. — Schweiz: Aus der Schweiz. Inhalt der Beilage. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Preußen: Berlin. Berlin.— Oe str. Kais er st.: Lemberg. Leitende Artikel. Die Aufrrstehimgsi-ee des JuSrnthums. Von vr. Scrrmann Lipschitz. „Sehet! Ich sende euch den Propheten Elias, „bevor jener Tag des Ewigen kommt, der große! „der furchtbare!" Maleachi 3, 23. Dem aufmerksamen Beobachter der geistigen Bewegung der Welt dringt sich überall, wohin er seinen Blick wendet, die betrübende Wahrheit auf, daß die Menschheit im Allgemeinen an zwei schweren Uebeln leide, die immer größere Dimensionen annehmend, ihren ganzen Organismus durchwühlen und beherrschen. Diese Uebel sind: Materialismus und Skepticismus. Es ist leider ein charakteristisches Merkmal unserer Zeit, daß sie nur nach dem jagt und strebt, was physischen Genuß, die momentane Befriedigung der thierischen Luft bietet und nur daran glaubt, nur das für wahr hält, was man mit dem fleischlichen Auge sehen, mit dem thierischen Tastsinn fühlen kann. Dies sind die schönen Früchte des hochgebenedeiten modernen Fortschrittes; die Errungenschaften, dieglänzenden Siegestrophäen der vom heiligen Kampfe gegen mittelalterlichen Wahn und Finsterniß lorbeerbekränzt heimziehenden, das gerettete Banner der Civilisation vorantragenden Neuzeit Wie nun ein in der Luft schwebendes Miasma, auf unsichtbaren Fittigen einherschwebend, sich in die verschlossenen Behausungen der Menschen freien Zutritt verschafft, durch die engsten Poren sein Gift träufelt, durch schmale Spalten eindringt und seine Opfer würgt, so verfehlten auch diese geistigen Seuchen nicht, in das sonst durch religiöse Anschauung und nationale Sitte vom allgemeinen geistigen Treiben der Welt abgeschlossene Judenthum einzudringen und es mit ihrem giftigen Hauche anzustecken. Manche herrliche Idee des Judenthums, manches ewigwahre Dogma des jüdischen Glaubens sind ihnen zu Opfer gefallen. Manche ewige Heilswahrheit der Religion wird von unfern modernen, in religiösen Rodomontaden äußerst zungenfertigen Aufgeklärten in Frage gestellt, bekrittelt, bezweifelt, wenn nicht gar geleugnet. Ja, selbst an die heiligen, unantastbaren Grundfesten