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Der Israelit · 1863-01-28 · Heft 4 (28.1.1863) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
4 (1863)
Issue
Heft 4 (28.1.1863)
Date
1863-01-28
Page
– (sequence 6)
Language
German
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43 Krankheit gehoben. Das Symptom der Zeitkrankheit ist die Unkuude des Hebräischen und folglich auch der Religionswissenschaft. Beseitigt ihr nun das Hebräische aus dem Gotteshause, so habt ihr ein Symptom beseitigt; eure Krankheit ist dadurch nur schwerer zu erkennen, somit nur schwerer zu heilen. Und wie wolltet ihr es euren unschuldigen Kindern gegenüber verantworten, wenn ihr so fortfahret, dieselben in Haus, Schule und Synagoge dem Judenthum systematisch zu entfremden? Ihr wollet sie aus eigene Füße stellen und entziehet denselben den Boden darunter Das theoretische Judenthum erlernen sie nicht, das praktische sehen sie nicht; die Erbauung im Gotteshause müßte demnach zur Bebauung werden, und Dieses wird sie nicht; zu Nationalisten werdet ihr sie doch wahrlich nicht erziehen wollen; das wäre ja ein Mißbrauch der elterlichen Gewalt; wodurch sollen also eure Kinder Israeliten mit Bewußtsein werden? Oder glaubet ihr im Ernste, man sei schon Israelit, wenn man sich zum Monotheismus bekennt und nebenbei noch einige moralische Lehrsätze aus einem israelitischen (?) Katechismus erlernt hat? Als Männer von Bildung könnt ihr Dieses nicht glauben. Kinder- Erziehung, d. h.: sie unterrichten und im Guten, Wahren und Schönen üben, ist Elternpflicht; die Grundlage dazu ist Religion; erst wenn Kinder selbstständig wählen können, wenn ihre Kenntniß bis zu einer eigenen Urteilskraft gediehen ist, sind Eltern schuldlos, würden jene auch zum Nationalismus, zu einer förmlichen Religionslosigkeit übertreten. Erfüllt ihr aber diese hohe, heilige Pflicht, so sind wir sicher, daß eure Kinder, wenn sie einst Männer und Frauen sein werden, wenigstens vom orthodoxen Judenthum nicht mehr mit solchem Hohn, mit solcher Verachtung sprechen werden, wie sie jetzt sprechen hören. Und nun noch ein tiefernstes Wort an die mit uns befreundeten Religionsgenossen. Wir wissen, daß die Kämpfe in Karlsruhe um die Art des Kultus nur das Vorspiel sind eines größeren Kampfes und zwar um nichts Kleineres, als um die Existenz des ganzen orthodoxen Judenthums. Dank unfern Vorkämpfern reformistischer Richtung dafür, daß sie mit offenem Visir und mit ehrlichen Waffen das Tournier eröffneten Wer weiß aber, ob Dieses; auch bei dem nachfolgenden Hauptkampse geschehen wird? Wer weiß, ob nicht Hinterhalte, Flanken- , schwenkungen, Vorpostentäuschung und Aehnliches da-! bei zur Anwendung kommen wird? — Seien wir! daher auf unsrer Hut! Trauen wir nur Demjenigen, ' welcher Offenbarungslehre nach der mündz lichen Ueberlieferung zur Parole hat! — Eine! einzuführende Institution kann an und für sich unschädlich, ja nützlich scheinen; aber ihre Folgen müssen wohl geprüft und erwogen und eine Taktik eingehalten werden, die uns vor jeder Ueberrumpelung schützt. Zwar wissen unsre Gegner recht gut, daß sie keinerlei Zwangsmaßregeln gegen uns gebrauchen können, und wir wissen recht gut, daß wir uns keine unjüdische Neuerung aufdrängen lassen; allein um Reibungen in Gemeinden und Familien vorzubeugen und hauptsächlich um die unerfahrene Jugend, unsre eigenere Kinder, vor Versuchungen zu bewahren, müssen wir Alles aufbieten, um die Reform nicht zur Herrschaft gelangen zu lassen. Damit ist jedoch nicht Alles gethan, was wir zu thun verpflichtet sind. Nebst der Abwehr gegen das Unjüdische muffen wir vorzüglich das echt Jüdische, namentlich in .1111 zu kräftigen und zu erstarken trachten. Thue Jeder in seinem Kreise, was er vermag; dann geschieht genug, geschieht Alles unter göttlichem Beistände. Dann sprechen wir: '21 -221 '2:11 rmx' Grlkoäox - isr. MbelurrML Spenden zur Herstellung und Verbreitu ng wohlfeiler hebräischer und hebräisch-deutscher Bibeln: Wir haben bereits die Freude, in Folge unseres Aufrufs in voriger Nummer einen größeren Beitrag verzeichnen zu können: ein Ungenannter 50 Thaler — 87 fl. 30 kr. — Bei einer Chanuka-Gesellschaft durch M. Seligm. Sonn in Steinach gesammelt 2 fl. 20 kr.; abz. Porto 2 fl. 13 kr. — Gesammtsumme 7652 fl. 44^ kr. — Hau Mtrher Armrn- und Mgertuohnungeu m Jerusalem. Ein Ungenannter durch Chajum Sender in Mosbach-Biebrich 3 fl. Beim Festessen der n") in Mainz durch B. B. Scheuer gesammelt: von ihm selbst 4 fl. , von den übrigen Mitgliedern 8 fl. 2 kr.; zusammen 12 fl. 2 kr. Durch Rabbiner E Pickard in Randegg bei der Verlobung von Rebecka L. Epstein von Eichstetten mit L. S. Rothschild gesammelt 5 fl. Durch Salomon Bodenheimer I. gesammelt in Biblis, Odernheim und Großrorheim 63 fl., wovon die Hälfte

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