Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 4 (1863)
- Issue
- Heft 3 (21.1.1863)
- Date
- 1863-01-21
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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35 weit von dem Orte, wo die englischen Schiffe vor Anker lagen. Als er eines Tages einen großen breiten Fluß etwa 6 Meilen weit hinaufgefahren war und keinen Feind vorfand, wagte er sich etwa 10 Meilen weit ins Land hinein. Nachdem er an vielen Städten und Dörfern, die alle unbefestigt waren, vorübergekommen, und die Bewohner keinen Angriff wagten, wollte er wieder zur Flotte zurückkehren. Bevor er jedoch diesen Entschluß ausführte, schaute er noch einmal von der Höhe des Schiffes auf die benachbarte Gegend und er gewährte in der Ferne eine Stadt, die einer Festung ähnlich sah. Da beschloß er, die Festung in der Nähe zn besichtigen. Als er jedoch dem Orte nahe kam, stürmten plötzlich die Bewohner des Landes aus ihn los; von allen Seiten kommen sie in kleinen Schiffen herbei und schickten sich zu einem Angriffe an; schnell befahl er seiner Mannschaft, sich ebenfalls zum Angriffe zu rüsten. Als die Chinesen noch einen Bogenschuß weit von seinem Schiffe emfernt waren, fingen sie an, Pfeile und Steine auf dasselbe zu werfen. Da gab der Capitän das Zeichen zum Angriff. Eines von den Geschützen schleuderte das tödtliche Geschoß auf die Anführer des Feindes. Plötzlich ertönte ein herzzerreißendes Klagegeschrei. Mit neuer Wuth stürmten sie auf das Schiff los, versuchten cs zu ersteigen und zu errobern. Dre Mannschaft des Schiffes trieb sie jedoch zurück, und Viele fanden dabei ihren Tod. Nachdem der erste Schrecken vorüber war, faßten die Chinesen neuen Mutb, stürmten abermals auf das Schiff und suchten ohne Todesfurcht es zu ersteigen und zu erobern; aber die Mannschaft des Schiffes schleuderte ihnen aus drei Geschützen den Tod entgegen; mit den Waffe», die sie Ln der Hand führte, warf sie dieselben nieder und hielt sie vom Eindringen ab. So dauerte der Kampf einige Stunden, ohne daß der Sieg sich auf eine Seite hingeneigt hätte Die Chinesen kämpften, wie Verzweifelte; ihr Heerführer, ein Mann von majestätischem Wuchs und Ansehen, stand mit großem zweischneidigem Schwerte an der Spitze des Heeres, seine Leute zu dem schweren Kampfe ermuthigend; und als ihre Kraft wankte und ihr Muth wich, da zeigte er sich in seiner vollen Gewalt, die Schlaffen und Wankenden ermuthigend, und seine Worte wirkten wie ein Zauberschlag; sie folgten ihm in den Tod. Als er aber sah, daß die Kraft seines Heeres zu schwach wurde, um das Schiff zu nehmen, da erhob er sich wie ein wüthender Bär, erhob sich wie ein grimmiger Leu aus des Jordans Gauen, erkletterte das Schiff und drang mit seinem großen gewaltigen Schwerte auf die Schiffsmannschaft ein. Diese wichen bei seinem mächtigen Siegesgeschrei zurück, und von seiner Majestät zurückgeschreckt, wagten sie nicht, sich zu nähern. Als der Kapitän diese schlimme Lage bemerkte, beeilte er sich seinerseits, seine Leute zu ermuthrgen und sie anzufeuern, den furchtbaren Helden festzunehmen, weil dadurch der Kampf beendigt würde; jedoch mahnte cr sie, ihm kein Leid zuzufügen. Jetzt stürmten sie alle mit Schwertern und Dolchen auf ihn los, umgaben und umringten ihn von allen Seiten, bis daß seine Kraft zu Ende ging und er als Gefangener in ihre Hand fiel, nachdem sie ihm zuerst das furchtbare Schwert, mit dem er viele der ihrigen erschlagen, entrissen. (Fortsetzung folgt.) Anzeigen. An unsere geehrten Abonnenten in Preußen. Laut hoher Verfügung vom 3. Januar ist der Stempelsteuer-Betraf für Preußen vom Beginne des Jahres an auf die Hälfte des bisherigen Steuersatzes, also 2 Sbgr. pro Quartal, festgcstellt. Die bere is zuviel bezahlten Beträge werden von den betr. Postämtern rückerstattet werden.