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Der Israelit · 1863-01-07 · Heft 1 (7.1.1863) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
4 (1863)
Issue
Heft 1 (7.1.1863)
Date
1863-01-07
Page
– (sequence 11)
Language
German
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11 nicht ohne alles Interesse sein. Die,Persönlichkeiten, deren sich die Krankheit in ganz bedenklichem Grade bemächtiget hat, gehören der Oeffentlichkeit an. Es verdienen diese sonach in vollkommenem Mrße die Beachtung des großen Publikums. Am gefährlichsten ist die Lage des bekannten „Ben-Chananja" aus Szegedin. Die eigentliche Quelle seines Uebels entspringt dem gerechten Aerger, daß er trotz seines ehrlichen Umsichwerferns mit theologischen Brocken Hierlands für nichts weniger als einen tüchtigen Theologen gilt. Der bekannte Ausflug des Herrn Oberrabb. zu Preßburg nach Abony, wie nicht minder die unlängst stattgehabte Versammlung einiger Rabbiner zu Oedenburg — brachten denselben gänzlich aus aller Fassung. Derselbe spricht leider seit einigen Wochen in solch' sinnloser Weise, daß von einer Zurechnungsfähigkeit keine Spur mehr vorhanden. Eine würdige Schwägerin des „Ben-Chananja" ist bekanntermaßen die sogenannte „Jllustrirte Judenzeitung" in Pest. Auch diese ärgert sich unablässig über die Rührigkeit, welche unter den Männern der echten Orthodoxie in letzterer Zeit in mannigfacher Gestalt zu Tage tritt. Doch dürfte dieselbe über all' diese gefahrdrohender Calamitäten aus bekannten Gründen nur — wenig Verstand verlieren. Doch noch einen bedenklichen Kranken haben wir hier, der den Tod nur deßhalb wenig zu scheuen scheint, da er dessen gewiß ist, daß seine Aufgabe hienieden eine bereits abgeschloffene ist. Auch dieser ärgert sich recht ernstlich über das kraftvolle Gebühren des Herrn vr. Hildesheimer. Der griesgrämige „Magyar-Jsraelita" kann es nicht verschmerzen, daß Herr Hildesheimer, der doch kein Vollbluts-Magyar ist. sich so angelegentlichst um die religiösen Zustände der ungarischen Israeliten kümmert. Im Ernste genommen, ist dieser Vorwurf nicht ohne alle Begründung und scheint es, als usurpire Herr Rabb. Hildesheimer ein Recht, das nicht ihm, sondern den Herren aus dem „Magy.-Jsrael." zusteht. Der Wahrheit die Ehre! Herr Hildesheimer ist zu uns aus dem fernen Auslande herübergekommen, während die ehrlichen Leutchen des „Magy-Jsr." das unbestreitbare Verdienst haben — nicht weit her zu sein.*) *) Auch in Deutschland sind die Reformblätter krank, ster- Ich habe Ihnen den Bestand der Krankheit ohne jede weitläufige Deduction gewissenhaft dargestellt und behalte es mir vor, Sie und Ihre geehrten Leser vom Verlaufe derselben ehethunlichst zu verständigen. v. Feuilleton. Auszüge von Erzählungen, Gleichnissen, Gedanken und Meinungen, wie Erklärungen von Schriftstelleu Ms hebräische« Werken. „Weßhalb," bemerkt Rab im Namen des R« Elasar, „vergleicht die Schrift die Mildthätigkeit zu einem Panzer, wie es heißt, Jesaja 59. 17. Und er legte Mildthätigkeit an, wie einen Panzer! Um anzudeuten, wie bei dem aus Schuppen bestehenden Panzer, jede Schuppe zur Bildung des ganzen Panzers beiträgt, so hat bei der Mildthätigkeit jeder Pfennig an der Wirkung der ganzen Summe Theil. Rabbi Chanina bemerkte dieses bei der Stelle in der Schrift: Jesaja 64, 5. wo die Mildthätigkeit einem Kleide verglichen wird; wie bei einem Kleide jeder Faden des Stoffes zur Anfertigung des ganzes Kleides gebraucht wird, so hat bei der Mildthätigkeit jeder Pfennig auf das Zusammenbringen der großen Summe Einfluß." — (Baba Bathra 9, 2.) Der Unterschied dieser beiden Vergleichungen mag vielleicht darin zu suchen sein. Der Panzer leistet in Kriegsi gefahr gute Dienste, er wehrt die schneidende Waffe, das tödtliche Geschoß des Feindes ab, so schützt Mildthätigkeit in bedrängenden und schrecklichen Zeiten gegen Noth und Leiden; das Kleid hingegen nimmt gegen die häufiger vorkommenden Widerwärtigkeiten wir haben Euch ja gar nicht gemeint; seid doch nicht böse." Was nun die allgemeine Ztg. des JudenthumS betrifft, so leidet sie in wahrhaft erschreckender Weise an Altersschwäche, sie

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