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Der Israelit · 1862-12-10 · Heft 49 (10.12.1862) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
3 (1862)
Issue
Heft 49 (10.12.1862)
Date
1862-12-10
Page
– (sequence 6)
Language
German
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College« und deren ^Rabbiner. ES kann daher nicht in Erstaunen setzen, daß man gestern den unbequemen Opponenten los zu werden wünschte. Große Anstrengilngen wurden gemacht, Briefe wurden gedruckt und , den einzelnen Gemeindegliedern ins Haus ^geschickt. Diese Briese sind § zu naiv, z als; daß :'wir nicht einen hierhersetzen sollten:!! „Montag den 1. Dezember ist die Wühl eines Vorstehers für den anstrrtenden wieder wählbaren Herrn Or. H l Neinach. , , Abgesehen davon, daß es wünschenswerth erscheint, üllniählich neue Kräfte in den Vorstand zu bringen, vertrauen wir bei Ihrem Jntereffe für das Gemeindcwohl, daß Sie nicht länger einen Mann als Vorstandsmitglied wünschen, welcher, wie allgemein bekannt, in tendenziöser Opposition gegen seine College» und unfern Rabbiner steht. Damit aber die Stimmen sich nicht zersplittern, wodurch der rüstigen Opposition der Sieg erleichtert würde, empfehlen wir als Candidaten den Herrn )l. k. ttpp 0 Ukl 6 j M. Kommen Sie'ja, um diese Wahl zu unterstützen. Mehrere Wähler im Namen Vieler." Das heißt mit andern Worten: »Wählt, wen ihr wollt, nur den Or-. H. N. nicht." Auch anonyme Briefe wurden an einzelne Mitglieder der Neligionsgesellschaft geschickt, in denen durch religiöse Skrupel die Wiederwahl verhindert werden sollte, so zwar, daß die Wahl eines Gesetzestreuen. vorgeschlagen wurde, bloß in der zu Tage liegenden Absicht, die Stimmen zu zersplittern. — Die Beteiligung an der Wahl war nun eine recht lebhafte und H. vr. Neiuach ging mit einer dreifach größeren StimmenzahL als sei n Gegencandi dat aus der Wahlurne hervor. Dieses Resultat konnte natürlich nicht allein durch die Neligionsgesellschast bewirkt werden; es ergibt sich daraus, daß sich auch ein großer Theil der Gemeinde „in tendenziöser Oppisition gegen die Collegen und deren Rabbiner" befindet. Oppenheim a. §7. Einen Act nicht genug zu rühmender Humanität und Toleranz hat unser Stadtrath dadurch vollbracht, daß er dieser Tage zum Baue der jüdischen Synagoge einen Beitrag von 1600 st. aus den Mitteln der Stadt bewilligte. Ehre und Ruhm den vorurteilsfreien, edlen Männern, welche den Geist wahrhafter Menschenliebe so großartig betätigen; wahrlich, unsere alte «Stadt darf mit Stolz auf ihre Vertreter blicken. Äüch dem Vorstände der isr. Gemeinde gebührt das Loh, die Sache angeregt und mit Ansdauer dieselbe zu Ende geführt zu haben. Es handelt sich hierbei weniger nur die für unsere Verhältnisse! allerd ingS bedeutende Gabe als um das schöne Pristcip der werktätigen Liebe und des consessionellen Friedens, daH hierbei zum Durchbruchs gekommen ist. Oppenheim a. N. ist eine uralte isr« Gemeinde; viel Unbill haben rmsere Pater in den finstern Tagen hes Mittelalters dafetbst erdulden müssen. Heil den Enkeln, welche die alte Schuld zu sühnen bemüht! sind! -! U/ Frankfurt a M., 1. Dezember. Da Ihr wertgeschätztes, vielgeleseues Blatt sich die löbliche Aufgabe gestellt, allem Förderlichen in Israel das Wort zu reden — und es ist wahrlich nichts Leichtes für die Minorität (?) indie Schranken zu treten — so glaube ich, daß es Ihnen nicht unwillkommen sein wird, auch von hier aus, eine Mittheilung zu erhalten, die bezeugt, daß der Thorageist, trotz der mannigfaltigen gegenkheiNKew Bestrebungen, sich Gottlob immer wieder neue Bahn bricht, und so gewiß zur Blüthe kommen wird, als das winzigste Knöspchen am äußerlich dürre scheinenden Stamme, schon die ganze Summe der einstigen Blüthen und Früchte in sich trägt. So berichte ich Ihnen auch von einem nur kleinen Anfänge, der aber einen gefunden Keim in sich trägt, weil von dem alten, aber nie alternden von Gott gepflanzten Stamm Israels, entstammt. Nnr wenige Männer und Jünglinge regten die Idee an. von dem Bewußtsein durchdrungen, daß nur: „O"N pp srn sich gemeinsam um diesen Lebensbaum zu schaaren und einen Verein zu gründen: Pp" genannt — -nri p — um in den Abendstunden dem Thorastudium obzuttegen; sie fanden in dem hier domicilirenden, Herrn Jesaias Cohn aus Altona einen würdigen Lehrer, welcher der Aufgabe vollkommen gewachsen ist, und es ist jedem jüdischen Gemüthe wahrhaft erhebend, zu sehen, wie nach vollbrachtem Tagewerk junge Glaubensgenossen sich in dem gemeinsamen „Lernlokake" akill b endlich versammeln, nm den Worten unserer schriftlichen und mündlichen Lehre zu lauschen —

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