Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 3 (1862)
- Issue
- Heft 49 (10.12.1862)
- Date
- 1862-12-10
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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388 Und sind sie auch nicht, wie Letztere, geeignet, die Paläste der Könige zu zieren, und auf offene Straßen zum ergötzlichen Anschauen der Menschen hiugestellt zu werden, so sind sie aber geeignet, das Höchste und Erhabendste zu leisten, — die Wahrheit zu lehren und die Menschheit zum ewigen Wl zu leite«.!HaS Judeythüm hat zu keiner Zeit leine geistige Macht Wo, geehrtester Herr Neda^eur,kommtilrm Ihre erste Frage hm? Ist Stuttgart Jerusalem, so muß doch cher dortige Tempel mehr als eine Stznagoge seiuÜ er muß auch die Stellendes Betch HaraiHdasch dertteten. ' - Umsonst wanderkeft dM dreii DiM SkNGmtzatve! Abraham, bis du zu dem von GotterwLhktenHeMg- und Weltbedeutung eiügchüßt. Was es uranfDngtich - . bis du zu dem Berge Morijah gekcmgM; war, als es nöch im Me zengiter der Menschheit his vogr umslprst besiegeltest du, Erzvater Jkzchak^ durch Wne craffesten Heidenthunw umnachtete Welt mir dem Lichte s Opserberettwilligkeit die erhabene Heiligkeit dieser seiner Lehre erhellte, das ist es noch jetzt, — eins Stelle; umsonst, Pater Jakob, zwangen dich heikle geistiges Ferment der Welt! — das Salz! Schauer, diese Statte zu verlassen, umsonst lehtt der Erd e! 7- Ja, es hat sich noch immer! bewährt i dich -tziese heilige Schest sprechen: „Diese Stelle ß daß „Israel nicht verwaist" und,; nichts Andres als das Gotteshaus, und hier ist d« gewiß, dis in die späteste! Zukunft wird sich dies del Thor des Himmels; alles umsonstdenn Stuttgart wahryl'iten. Weil Israel an seinem geistigen Werke! ist sa^unser Jerusalem!! im Dienste und znr Ehre Gottes arbeitet, darum! kann keine menschliche Anstrengung, keine Macht der k Welt es an seinem Thun hindern und seinem Ziele entrücken; weil es zur Ausführung eines göttlichen Auftrages sich berufen suhlt, und wirklich berufen ist, darum kann und wird seine geistige Wirksamkeit nie anshören. Und wie das Wort GotleS unvergänglich ist und ewig besteht, so wird Jsrael's geistig- Es dürfen nicht mehr erklingen die traurigen Töne der Leyer des Psalmisten über den Verlust Jerusalems und des heiligen Tempels; verstummen muß unserer Klage Lied „An den Bächen Babel's saßen wir und weinten ob der Herrlichkeit, die wir verloren"; denn in Stuttgarts Tempel übertönt alle Samstag der Orgel Geörause die einfache Leyer und übt eine solche Kraft aus, daß die Andächtigen erst nach ihrer religiöse, welthistorische Bedeutung ewig bestehen, und! Andacht, fast alle, ihre Läden öffnen. seine hohe Sendung, das Gottesreich auf Erden zn gründen, endlich zum Heile und Geoeihen der Gesammtmeuschheit herrlich in Erfüllung gehen. Berlin, im Marcheschwon. Arme Glaubensgenoffen Würtemberg's! Wohin soll dieß führen, wenn ein Mann alle religiösen Anordnungen in .Händen hat, welcher sich nicht scheut, öffentlich die erwartete Ankunft des Erlösers zn leugnen, dessen Trachten mehr als das aller Missto-; näre, dahin geht, systematisch die Grundpfeiler des Judenthums zu erschüttern, zu zerstören? Ein Mann, j welcher durch Gestattung des Wannenbades auch im > ganzen Lande dafür sorgen will, daß alle Kinder i rr.22 '22 seien! Bei solch traurigen Vorkommnissen j glaube ich, daß es endlich doch Zeit sei, den W<m-! bensbrüdern in Würtemberg zu zeigen, welcher Aa- > torität sie solche das Judenthnm vernichtenden An-; ocdnungen zn danken haben. Sie erließen bei der! bekannten or-Angelegenheit von Amerika einen Ausruf an die H. H. Rabbiner und protestirten feierlichst gegen einen beabsichtigten Eingriff Ln die heikkge Religion, und mehr als hundert H. Rabbiner haben bereitwillig ihre Beistinkumug dazu gegeben. Wäre eine ähnliche Proteftation nicht auch hier geboten? s Freilich höre ich Sie antworten, daß wenn man dai mit anfangen wollte, io könnte man das ganze Jahr? und allenthalben protestiren; allein dem ist nicht Wichtigkeit dieser Mizwoty besteht, gezwungen sind, > ganz so; hier handelt es sich nicht um eine Gemeinde, die Svnagoge zu meiden. Ebenso ist in Stuttgart ' sondern um ein ganzes Land. Stuttgart und Jerusalem. Würzburg, den 3. Dezember. Sie werden sich geehrtester Herr Redakteur, gleich Len geschätzten Lesern dieses Mattes, über diese Aufschrift wundern, staunen aber werden Sie, wenn Sie die Veranlassung derselben erfahren. Der Oberkirchenrath, Herr Or. Maier, sprach am Schluffe seiner Einweihnngsrede in der Stuttgarter Synagoge, die denkwürdigen Worte: „Stuttgart unser Jerusalem." In Rc. 29 dieser Blätter wurde von der Tauber berichtet wie es in ganz Würtemberg mit w'rn aussehe, und wie es in Stuttgart bei Strafe verboten sei. Tatith und Tephillin beim Gebete anzu- * - so daß die Wenigen, für welche die hohe nicht einmal eine Mikwah vorhanden. Von Seite der Redaktion wurde hiezu bemerkt: Ist ein solches Haus, wo i'b'-2N verboten sind, noch eine Synagoge? Sind diejenigen, welche solche Verordnungen erlaffen, noch Juden? Die hohe Königs. Negierung Würtemhergs ist vom besten Geiste beseelt, sie war von jeher bestrebt, nur Gutes für die isr. Bürger zu stiften, und glaubt sicher, daß die religiösen Verhältnisse in die beste Hand gegeben seien. Würde nun aber ein solcher