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Der Israelit · 1862-11-12 · Heft 45 (12.11.1862) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
3 (1862)
Issue
Heft 45 (12.11.1862)
Date
1862-11-12
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Bürgerschule — die ganze. Menschen undwahrhafte s Juden heranzubilden beabsichtigt — ihren; Religionsunterricht nicht darauf beschränken dürfe, ihren Schülern bloße KennLniß der hebr. Sprache, der Bibel und der Mischen Geschichte beizubringen/ daß sie vielmehr die Religion in ihrer ewigen. Wahrheit und Reinheit vor - die Seele der Jugend führen, die hohen Lehren derselben vor dem jugendlichen Geiste entfalten muffe, damit ewige' Liebe zu dem.väterlichen Glauben im Innersten der Seele feste. Wurzel fasse. Dieses Ziel kann aber nur dann erreicht Werdenwenn man die Schüler zu den Quellen der jüdischen Religion und der Mischen Geschichte hinführt und sie hieraus selbst schöpfen läßt. Und auf traditionellem Boden stehend, muffen die Schüler auch die göttliche, nicht minder ewig bindende mu nd liche L eh re an der Quelle kennen lernen, weßwegen es sich die jüdische Schule angelegen sein lassen müsse, den reiferen Schülern das große Meer des Mischen Schriftenthums zu erschließen. Hierauf wies der Redner durch Schrift und Beispiel nach, wie falsch die Behauptung sei, daß eine vielseitige und gründliche Bildung sich mit vieler Religiösität und einem traditionellen Glauben nicht vereinigen lasse, und beseitigte schlagend die verschiedenen Einwände, die gegen diese Vereinigung gemacht werden, wobei er eine umfassende KennLniß des Talmuds und ein eminentes Wissen in der jüdischen Literatur bekundete. Diese Stelle "der Rede war auch die bedeutungsvollste und machte den sichtbarsten Eindruck. Nachdem der Redner noch ausdrücklich hervorgehoben hattedaß die neue Schule, trotz einer - würdi g en Berücksichtigung, der specifisch jüdischen Unterrichtsgegenstände durchaus nichts versäumen werde von dem für jeden gebildeten Bürger Wiffenswerthen, schloß .er mit frommen Wünschen für. das Gedeihen der neuen Schöpfung, sowie für den Friedender zwischen dieser und den übrigen hiesigen — Lehranstalten herrschen möge. Hierauf ergriff der K. Bezirksinspektor, Herr: Pfarrer Röder das Wort: An die Rede des Herrn Direktors anknüpfend drückte er in aufmunternden .Worten die feste Ueberzeugung dahin aus, daß einer Anstalt, die in dem festen Grunde des göttlichen- Wortes: ihre Wurzel habe, deren Ziel ein so schönes, -ein so erhabenes sei, Gottes Segen nicht fehlen könne, ihr? jeden erforderlichen Schutz, Werk Mglichen Beistaud?Seitens der - Kr SchMom- Misfiou-Kfichdrnd. - rz - r-, 7^ rJu gleichem Sinne spracht sich Herr-Rabbiner Or. Löwr-Höchst billigend über das Ziel der SchM .aus und wußte eff als desimderes Verdienst her Wgründer zu bezeichnen, daK die-AnstM whua We FriedensDrung uud ohne-Zwiespalt?in der Gemeinde ins Leben gerufen wurde. Er verband damit die Ermahnung, auch fernerhin die WMeuleHeH Friedens zu stützen und schloß mit einer Aufmunterung an die Lehrer und die Begründer - der neuen Schuhe. Der tiefe Eindruck, den die ganze Feier auf alle Anwesenden gemacht hat, wird nicht verfehlen, die bisherigen Freunde Ln ihrer Ausdauer? zw stählen und andere zur Betheiligung an diesem segensreichen Unternehmen zu ermuntern. r. (Auch wir sprechen den edlen Begründern der erwähnten Schule unsere herzlichsten Glückwünsche aus; es ist die Zukunst der isr Gemeinde zu Fürth, der sie damit eine solide Grundlage gegeben haben. Wie es ihnen bisher gelungen ist, alle Schwierigkeiten W überwinden, so möge der göttliche Segen auch ferner das begonnene Werk stützen und fördern. Der Wrigent der Schule ist der junge, hoffnungsvolle Sohn des ehrwürdigen, hochgelehrten Herrn Or. Au e r ha ch, ehemals Rabbiner zu Darm stad t, der nunmehr zu Frankfurt a. M. in unfreiwilliger Muße lM- Wir können auch bei dieser Gelegenheit nicht umhin, darauf aufmerksam zu machen, daß die unfreiwillige Muße des reichbegabten, gottesfürchtigen, im kräfügsteu Mannesalter stehenden Mannes ein Verlust für das Judenthum ist und daß auch ihm bald ein recht segensreicher Wirkungskreis zu wünschen wäre. . Die Redaktron) Pr e n ß e n. Berlin, 28. Okt. Dem Schwerer ^Bundf^ wird von hier geschrieben: Bor den hiesigen Gerichten schweben jetzt mehrere Civilproceffe, welche ein eigenthümliches Licht auf die Geldverhältniffe unserer Pairs werfen. Ein Mann der gutgesinnten Partei, der Ms Herrenhaus -reif war, ein Herr vu E., hat sich seiner Carriere durch die Flucht entzogen; er wird.?wegen Wechselfälschung steckbrieflich verfolgt. Da viele dieser Herren Juden zu Gläubigern haben.

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