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Der Israelit · 1862-10-29 · Heft 43 (29.10.1862) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
3 (1862)
Issue
Heft 43 (29.10.1862)
Date
1862-10-29
Page
– (sequence 7)
Language
German
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freundlichen Bemühungen zu Guüsten ihrer^ verfotzten Brüder und wegeü^ ihrer tiefen Anhänglichkeit an ihren Gott und - an ihr Volk' sich 'erftMe^^MöW bewandert in dsr Literatur ihres Landes, in deren Sprache sie mit Eleganz schrieb, Französisch mit großer Leichtigkeit, Jtaliänisch ziemlich geläufig sprechend, schöne Kenntnisse im Deutschen besitzend, war sie nicht nur die Zierde der Gesellschastszirkel, in denen sie sich zu bewegen hatte, sondern sw war auch durch ihre sprachlichen Kenntnisse sowohlals auch durch ihre geistige Bildung und anderer Talente/ befähigt, in den von ihrem Gatten freiwillig übernommenen schwierigen Arbeiten wesentlichen Beistand zu leisten. Inmitten dieser rühmlichen Arbeiten rückte das Älter mit seinen Gebrechen allmählich heran. Während der jüngst vergangenen Jahre hätte sie auf ärztliches Anrathen den Winter regelmäßig in einem wärmeren Clima jenseits des Königreichs zugebracht, als im Winter -1859 nach ihrer Rückkehr von ihrer Mission nach Rom ihre Gesundheit sichtlich abnahm. Von dieser Zeit an bis zu ihrem Todestag muß sie als leidend betrachtet werden. Es ist kaum nöthig zu sägen, daß zur Linderung ihres Leidenswelches von Zeit zu Zeit sehr heftig war, durch die Sorgfalt ihres zärtlichen Gatteil, welcher den seltenen von der. Vorsehung seiner Obhut anvertrauten Schatz zu schätzen wußte und welcher ihr Lebensglück zum Studium seines Lebens machte, wie sie ihrerseits in seinem Lebensglück das ihrige fand, Nichts gespart wurde. Die letzten Jahre ihres Lebens brachten sie — wenn sie in England waren — abwechselnd in London und Ramsgate zu. Also Nahete der Sommer von 1862 heran. Es war dies die Jahreszeit/^in welcher sie -50 Jahre ftüher durch eine Ehe verbunden Wörden, welcher ein den Sterblichen selten verstättetes Glück, das als Vorschmack der Mnstigen Glückseligkeit die Redlichen in der Welt erwartet, wo keine Trennung mehr Statt findet, zu Theil ward.' Die Gebete dieses Ehepaares wurden am Throne des Allbarmherzigen erhört. Die Hand des Todesengels - drohte schon vor -wenigen Monätem Sw Moses und Lady Möntefiore durften noch das -Jubiläum ihrer Vereinigung feiern/ Wir haben erst vor Kurzem' die Feierlichkeiten beschrieben, welche diesen Tag auszeichneten/ Sogar mehr! Die Vorsehung hat sogar . vor der Erlöschungdieser- Lampe einen Theil 'cheK ^Kelchen'' einmal^ verweeitete/ wieder hergestellt. ' l / . - . Die geschwächten Kräfte der edlen Frau schienen wieder aufzuleben und ein besserer Gesundheitszustand einDreten. Sie hatte sogar in der jüngsten Zeit mit scheinbarer Behaglichkeit mehrere Spazierfahrten gemacht,' und es wurden schon Vorbereitungen getroffendaß sie hinfahre , die Jndustrie-AüsstellunA zu sehen, als sie an demselben Tage von jener schweren Krankheit befallen ward, die sie zum Grabe führtet Freitag den IS. v. Mts. bekam sie plötzlich Erbrechen; ihre Schwäche nahm sichtlich zu; aber ihre Krankheit schien durch die geschickte Behandlung des herbeigerufenen Arztes nachzulaffen. Dienstag Morgens wurde für ihr Leben in der portugiesischen, und am Nachmittage desselben Tages in der großen Synagoge gebetet. Mittwoch Morgens schien sie bedeutend erleichtert und die schlimmsten Krankheitssymptome schienen entfernt zu sein. Hoffnungen für die Erhaltung eines so kostbaren Lebens wurden wieder gefaßt. Die Kranke war während dieser ganzen Zeit ruhig, frei von Schmerz, sich nur über außerordentliche Schwäche beklagend. Sie sprach mit ihrer gewöhnlichen Heiterkeit und mit frommer Ergebung mit ihren Freunden; gegen welche sie ihre GaDfreundlichkeit selbst an ihrem Todestage bewies. Der Neujahrsabend nahte heran. Sir Moses ging, wie er es von jeher zu thun gewohnt war, in das dem Krankenzimmer zunächst gelegene. Zimmer, welches eine Art häuslichen Andachtssaal bildet, um dort so, daß es die Kranke hören konnte, die für diese feierliche Gelegenheit Vorgrschriebenen Gebete zu verrichten Nach Vollendung seines Gebetes trat er in ihr Zimmer, legte, wie er es seit vielen Jahren an Sabbaten und Festtagen zu thun gewohnt war, seine Hände auf ihr Haupt, um den Segen auszusprechen, beugte hierauf sein'Haupt nieder/ um ihren Segen dagegen zu empfangen. Er kehrte alsdann wohlgemuth in sein eigenes Zimmer zurück, über ihre Wiederherstellung mehr Hoffnung schöpfend. ' Er unterhielt sich in diesem feierlichen Augenblick fröhlich mit einigen um ihn versammelten Freunden und Verwandten- Aber leider war dies eine Lrügliche Hoffnung! Gerade in dem Augenblick, wo er^sich mit der Hoffnuüg' schmeichelte/' daß ünmittekbaw Gefahr vorüber sei, fand der Arzt, welcher sei-

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