Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1862-10-22 · Heft 42 (22.10.1862) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
3 (1862)
Issue
Heft 42 (22.10.1862)
Date
1862-10-22
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/2446951-2447036-2447078--01494-2456762
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

333 Psalmen mit Musikbegleitung abgehalten, worauf die Einweihungsrede und am Schluffe derselben das Gebet für das Wohl Sr. Maj. des Königs, Ihrer Maj. der Königin und des königl, Hauses folgte. Diese Rede in allen ihren Theilen streng durchdacht und rhetorisch geordnet, verbreitete sich über den wahren Zweck der Gotteshäuser, nämlich die Erkenntniß und unbegrenzte Verehrung des Herrn, aufrichtige Liebe zu allen Menschen ohne Ausnahme immer mehr zu beleben und zu bekräftigen. Die Rede rührte alle Anwesenden, und ließ sowohl hinsichtlich des Vortrages als der herrlichen Gedankenfülle nichts zu wünschen übrig. Ist auch Herr Rabbiner Bamberger als ein höchst geistreicher, gelehrter Mann und Redner schon längst bekannt, so hat er bei dieser Feier hiervon wiederholt glänzende Beweise abgelegt, wofür ihm auch von allen Anwesenden, worunter auch mehrere christliche Geistliche, volle Anerkennung zu Theil geworden. Es war als ein rührendes Zeichen wahrer Bruderliebe zu erkennen, wie sich Israeliten und Nicht- Israeliten am Tage des Herrn gemeinsam freuten, und an dem kirchlichen und weltlichen Feste Theil nahmen. Dank und Anerkennung den Herrn Beamten und übrigen christlichen Mitbrüdern, welche ein so schönes Zeugniß echter Bruderliebe ablegten, und hierdurch wesentlich zur Verherrlichung dieses unvergeßlichen Festes beitrugen. A3. A.) Aus der bayrischer» Pfalz. Das Comitä der Pfälzischen Israeliten hat an die Synagogen- Ausschüsse der Pfalz folgende Zuschrift erlassen : In einer von fast allen Gemeinden der Pfalz beschickten Versammlung von Pfälzer Israeliten, abgehalten zu Neustadt a. d. Haardt am 8. Mai a. c., wurde folgender Beschluß einstimmig gefaßt und zu Protokoll gegeben: z/- „Die Versammlung spricht den lebhaften Wunsch aus ,,a) daß in Zukunft kein Jsraelite dem „andern einen sogenannten „Ju- „deneid" mehr zufchiebe, und ,,d) daß kein Jsraelite einen solchen „Eid leiste, ohne vorher ein gesetzliches Urtheil über dessen gesetzliche Zulässigkeit hervorgerufen „zu haben." . Indem wir Ihnen hievon Mittheilung machen^ ersuchen wir Sie diesen Beschluß, etwa durch Vorlesung und Anschlag in der Synagoge, zur Kenntniß Ihrer Cultgemeinde zu bringen, mit dem Beifügen, daß durch Urtheil des königl. Bezirksgerichts Kaiserslautern vom 1. Mai und Landau vom 14. Mai d. I. die Unzulässigkeit dieses Eides bereits ausgesprochen und das Nähere hierüber bei den k. Anwälten Herren Kuhn in Landau und Frenkel in Kaiserslautern zu erfahren ist. Landau und Neustadt, im Juli 1862. Larrpherw (Würtbrg), den 23. Sept. Zwei Feierlichkeiten, die vor 14 Tagen dahier stattfanden, werden wohl würdig sein, durch Ihr geschätztes Blatt in weiteren Kreisen bekannt zu werden. Am Sonntag, den 7. d. M. feierte die hier bestehende, zwei Drittheil der hiesigen israel . Gemeinde umfassende die Feier ihres 114jährigen Bestehens bei einer Mahlzeit. Ueber 10l> Personen nahmen daran Antheil, und alle waren sehr fröhlich. Nach verschiedenen Seiten hin wurden Toaste ausgebracht. Herr Rabbiner Wälder, der Aufrechterhalter und Pfleger des religiösen Lebens dahier und auch der Pfleger und Stifter religiöser Vereine, regte bei den versammelten zahlreichen Gästen zwei weitere Vereine an und zwar einen Armenverein, den derselbe Tags zuvor in einer Predigt schon erwähnt hatte und einen ^-Verein, d. h. einen Verein zur Unterstützung hiesiger armer Leute mit Holz für den Winter. Elfterer Verein dürfte nun bald ins Leben gerufen werden; zu letzterem wurde schon vor mehreren Jahren ein kleiner Anfang gemacht. Eine zweite Feierlichkeit fand Tags daraus, Montag den 8. d. M. statt, und bestand in der Dekoration des isr. Lehrers Herrn Tannenbaum mit einer silbernen Civilverdienstmedaille. Der ehrwürdige, noch rüstige Greis von 72 Jahren ist nun schon seit 40 Jahren Oberlehrer an der hiesigen israelitischen Volksschule. Unter seiner Leitung entstand die Schule und er hob sie nach den Anforderungen der Zeit. In Anerkennung solcher Verdienste und aus Anlaß seiner nun erfolgten Penfionirung wurde ihm nun von Seiner Majestät, unserm Könige, die erwähnte Auszeichnung zu Theil. Ein Ständchen, das ihm der hiesige isr. Gesangverein an demselben Tage

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.