Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 3 (1862)
- Issue
- Heft 42 (22.10.1862)
- Date
- 1862-10-22
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2446951-2447036-2447078--01492-2456760- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
331 MM LestWaffcüWes MfiesrfSOd'^:ELKgMnVÜn- -antästbare mit ausdauernd aufopferndem und fteudigem Mache kämpften! Große, ausgedehnte Werke erschweren ihres hohen Preises, wegen deren allgemeine Anschaffung, und der Jugend bleibt hierdurch ein Zweig des Wissenswerthesten Deinahe ganz, unzugänglich." So schön nnn auch der Vorsätz des Verfaffers istso ist doch an der Ausführung noch Manches anszusctzen, sowohl im ersten Theile, der bis zur Zerstörung Jerusalems reicht, als auch in der zweiten ÄLtheilung. , Zu der ersten Abtheilung haben wir folgende Bemerkungen zu machen: Es sind zu viele, minder Wichtige Fakten und theilweis gar nicht erwiesene Jahreszahlen: ausgenommen. Beides muß den Gebrauch des Handbuchs erschweren und den Schüler verwirren. , . - - Woher weiß der Verfasser, daß der Brudermord Eam's ürn 128 nach Erschaffung der Welt stattfand? Seite 6 findet sich folgende Bemerkung:" „Er (Abraham): heißt der Jbri oder Ebräer, vielleicht weil er von Eher abstammt" Nun aber ist es ja allbekannt, daß Abraham und feine Nachkommen aus doppeltem Grunde Ebräer genannt werden , 1) Weil Abraham von jenseits des Stromes (Euphrat) einkanderte; 2) weil er von Eber ab stammte; warum drückt sich der Vers, so unbestimmt aus? das paßt für ein Schulbuch am allerwenigsten. Der Bund zwischen den Opserstücken wird in Vas Jahr 2033 verlegt, eine Jahreszahl, die. durchaus nicht zu rechtfertigen ist; da der erwähnte Bund 430 Jahre vor dem Auszüge ans Aegypten, als Abraham 70' Jahre alt warf geschlossen wurde, so muß es 2018 heißen. — Die Geburt Josuas wird in das Jahr 2385 verlegt; auch diese Jchreszahl ist nicht zu rcchtsertigen. Demnach wäre Josua beim Auszüge aus Aegypten 63, beim Einzüge in das heilige Land 103, beim Schluffe der Eroberung 110 Jahre alt gewesen; da er aber nur ein Alter von 110 Jahren erreicht hat, so muß er später geboren sein, denn er leitete ja auch die Vertheilung 7 Jahve laug; er kann also Nicht vor 2390 geboren sein. Seite 18 klingt der Satz: „ein Hagelwetter begünstigte den Sieg-Josuas," ziemlich rationalistisch. Das Sterbejahr Josuas ist, wie oben bereits aüsgeführt, nicht 2495 sondern 2502. . v Was sollen wir aber sagen, wenn der Verfasser S. 25 Folgendes erzählt: „Unzufrieden mit SaUls Milde gegen den Feind; erklärt Samuel ihn für verworfen." . 5 Dürfen wir unsere Kinder solche unmotivirte Dinge lehren? , Dürfen wir zügeben,. daß G ott aus unserer Geschichte gebänüt wird? S. 29 ist die Erzählung von d er nnterbrochenm - Heraüfbringung her h. Lade nach Jerusalem, gekrud! gesagt, sehr sonderbar r ,-David läßt aus A n g st (1 k) -! die heil. Lade außerhalb . . weil während des- Transportes der dienfithüende Priester Ufa plötzW stirbt (!U)." . .! S. 28 ist wohl der Ausdruck: „Abner ,, ,, ermord et"" Asahel" nicht richtig gewählt. S. 31 wird Amafa der Schwager von Joäbs Mutter cenämrr. Das'ist nicht richtig; Joabsund Amasa's 'Mutter waren Schwestern, und zwar Mwe- :r stern Davide. > - '"' f S. 32 .ist'Ne Mittheilung sehr komisch: „David i; sängt nach allerseits erlangter Ruhe an, Psalmen und Loblieder zu singen." : . David hat schon in früher Jugend angefangen, Psalmen und Loblieder zu singen; so ist der wundervolle. 23. Psalm ans der Flucht vor Saul nach der wunderbaren Rettung auf dem Theilmrgsfelsen gesungen (siehe Midrasch Schoch, tob zur Stelle.) S. 34 hat der Verfasser die Gemara nicht berücksichtigt, welche constatirt, daß Salomo niemals Götzen gedient hat. Sehr anzuerkennen ist dagegen, wie, den vorzüglichsten Kommentatoren folgend, Vers, auf S. 55 jene bekannte Schwierigkeit im Buche Esther löst; er sagt nämlich daselbst: „Der in Bezug auf die Ermordung der Juden erlassene k. Befehl kann nach dem persischen Landrechte nicht widerrufen werden, doch gestattet der König dem zur Würde eines Viceköuigs erhobenen Mardachai alle nöthigen Vorkehrungen dagegen zu treffen, daher den Juden das Verth ei digun g srecht für den bestimmten Mordtag bewilligt wird." Im zweiten Theile hat sich der Verfasser über die mündliche Lehre nicht klar genug ausgesprochen. Schon die erste Erwähnung derselben ist höchst unklar. ,M (R. Akiba), sagt der Verfasser aus Seite 84, legt bald darauf den Grund zu einer Sammlung aller mündlich überlieferten Gesetze, die er zu einer strengen Befolgung anempfiehlt." Diese hier gesperrt gedruckten Worte bezeichnen ein völliges Mißkennen der mündlichen Lehre. Es gibt gar keine mündlich überlieferten „Gesetze" — die sieben rabbinischen Vorschriften kann man nicht als Mündlich überliefert bezeichnen, da sie nicht -HA '-2OY; > geworden .find; mnd was soll das heißen, R. Akiba habe die mündlich überlieferten Gesetze zu einer strengen BefoWng anempfohlen? Aus S. 91 lesen wir, R. Jehuda der Heilige habe die Tradition angeblich im Namen des Ueberlieserers niedergeschrieben. - - Ebendaselbst bezeichnet der Verfasser Rabbi als den Sohn R. Gamliel IQ. (Enkel des nach Liberias gekommenen R. Simeon b. G. II). Das beruht aus einer Verwechselung. Der so Bezeichnete ist R. Je-