Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 3 (1862)
- Issue
- Heft 40 (1.10.1862)
- Date
- 1862-10-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Sl7 statt und lieferten ein'überraschend glänzendes Resultat; das wurde nicht allein von den zahlreich anwesenden Angehörigen' dev Zöglinge/ die' theilMüs weiter Feine hergekömmen -waren - sondern'auch von tüchtigen Fachmännern/ welche'den Prüfungen anwöhnten/ anerkannt. Die Leistungen in den Elementar- und Realfächern, in' fremden- Sprachen rc.' waren eben so bedeutend, wie die in der speciell religiösen Wissenschaft. Besonders erfreulich war es, der Prüfung in: Talmud anzuwöhnen. Knaben, die zur Zeit der Gründung der Anstalt (vor nunmehr drei Jahren) kaum das Hebräische zu lesen-vermochten, Wurden von anwesenden Talmüdrsten innerhalb des gelernten Pensums tüchtig „hin- Und hergeworstW Und zeigten gediegenes Verständniß? Beim Schlüffe der Feier richtete der Leiter und Gründer der Anstalt, Herr vr. Le h mann, an das überaus zahlreich versammelte Publikum eine ergreifende Ansprache,' in der er, ankNüpfend an IV. B. M. Kap." 2, V. 2, nachwies, wie bei allem Rechnungtragen den Anforderungen der Jetzzeit gegenüber Hoch der-Mn e Mittelpunkt, nuw 2'dv ^22 //gegenüber^ ringsum der Stiftshütte sollen sie lagern" bewahrt werden muffe, wie allerdings die vollkommene Ausbildung nach allen Seiten hin ihre großen Schwierigkeiten Habe, daß aber der ernste Wille alle Schwierigkeiten überwinde. — Mit dem kommenden Semester wird nun dem Talmudstudium eine noch größere Sorgfalt zugewandt werden könnenda bei deü in-der Anstalt gebildeten Knaben dir Elemente des Hebräischen - Unterrichts schon überwunden sind; es werden die größeren Schüler wöchentlich einen lOstündigen und die der 3. und 4.- Klaffe (Knaben zwischen sieben und elf Jahren) einen fünfstündigen Unterricht' im Talmud genießen. — Auch hinsichtlich der Mädchenklaffen lieferten die Prüfungen die erfreulichsten Resultate; , es war eine Freude zu vernehmen/ wie diese Mädchen eben so erfahren in det biblischen Literatur wie in der deutschen, französischen und englischen sind. - Möge Gottes Segen ferner auf einer Anstalt ruhen, deren gedeihliche Entwickelung für die religiöse Zukunft der Israeliten in Mainz so folgewichtig ist — und "Mögen -allüberall ähnliche Anstalten - erblühen , die dben so segensreich wirken. ' GB LMSepb Mek Stoff zu allerker GespracheOHibd' hier das rathselhafie 'Veischwinhen M W-SelWnstadt'Mr einwn Schuhmacher'ür'ArbeL gewesenen - Sohnes emeÄ hiesigen Israeliten: DÄk Vater/ eines Tages benachrichtigt, daß sein Sohn im'Begriff-stehe/ zur katholischen Krrche überzutteten/ eilte zu ihm/ um ihn -mit hierher zürüöhünehmem Der Meister, bei dem er in Arbeit stand/ wolltet ihn jedoch nicht sofort freigeben, versprach aberihn rn einigen Tagen zu entlassen. Dieß geschah auch; der junge Israelit zog ab, kam aber nicht nach Offenbach, sondern"' — verschwand! Seitdem find Wochen vergangen, und noch hat sich körne Spür von -ihm gezeigt; alle^Nachstrfchungen blieben bis jetzt vergebens. Der katholische Pfarrer in Seligenstadt hat dem Vater 'örklatt, daß er fernen Sohm nicht kenne; bei derMäch seinem Verschwinden am dortigen Landgericht eingeleiteten Untersuchung' ergab sich jedoch - mindestens ffo viel/ daß der junge Mann bereits seit einiger Zeit römisch-katholischen Religionsunterricht genossen hat. V > W Gailingen, 10. Sept. Wir stierten gestern den Geburtstag unseres allverehrten und allgeliebten Großherzogs. Wenn dies auch jedes Jahr Her Fall, so'war -diesmak-die 'Föier"'boch' noch inniger aus besonderem^ Dankgefühl' für unseren geliebten Herrscher, unter dessen weiser Mgienmg nunmehr die Schranken, die bis jetzt die Juden noch beengten/ gefallen. Die Emäncipation ist jetzt bei uns zur Wahrheit gewordenhoffen wir daß dies auch bald in der uns benachbarten Schweiz der Fall sein wird/ Dort, besonders im Kanton Aargäu war die-Aufregung in letzter Zeit groß, indem ein Theik der Bevölkerung glaubte, sie würde durch die Emanzipatton in ihrem materiellen Interesse beeinträchtigt, doch hat sich die Austegüng schon bedeutend gelegt und überzeugt-sich erst das Volk/ daß es sich in seiner Voraussetzung getäuscht, so wird das frühere Einverständniß auch völlig wieder hergestellt:' Ich habe Ihnen auch noch über eine andere Feierdie vor mehreren Wochen hier Statt fand und die ein schönes Zeugniß äblegte wie friedlich die verschiedenen Cönsesfionen hier zusammen leben, zu berichten, über das 50jährige Jubiläum des sehr verdienten Lehrers der hiesigen Gemeinde, des Herrn Halls. Derselbe sungirte diese