Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 3 (1862)
- Issue
- Heft 38 (17.9.1862)
- Date
- 1862-09-17
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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304 des öffentlichen Ministeriums hielt das Strafmaß bis j Sammelplatz des Weltalls dienen, der Nniversal-Cizu drei Monaten für zu gering und appesn4e, .wie^- vilisation den bedeutendsten Canal eröffnen. auch einer der neun Verurteilten, welcher den Beweis liefern wollte, daß er erst auf dem Platze erschienen sei, als die Mißhandlung vorüber gewesen. Da ihm dieser Beweis gelang, wurde er sreigesprochen, während die Richter zweiter Instanz so gegen die übrigen acht Angeklagten urtheilten, wie die Richter des Zuchtpolizeigerichtes. Afrika. Suez, den 10. Juli. Die Leser dieses Blattes aus allen Ländern werden mit Vergnügen vernehmen, daß einer unserer Glaubensgenoffen eine von jenen riesenhaften Arbeiten, die unsere Epoche unternommen und ausführt, in ihren wichtigsten Theilen leitet. Herr Secama, einer der hervorragendsten Zöglinge der polytechnischen Schule und eines der Mitglieder dieser ehrenwerthen Familie in Paris und Marseille, hatte sich schon durch schöne Arbeiten in Frankreich ausgezeichnet. Er hat auf der Südbahn die Linie von Bordeaux nach Nayonne gebaut, bedeutende Werke am Oarral du Ontro ansgesührt, als ein gerecht erworbenes Vertrauen ihn als Direktor der bei der Durchbrechung der Landenge von Suez auszuführenden Arbeiten berief. Die Mission der Ausführung dieser großartigen Idee des Genius der neuen Zeit ist also einem Israeliten übertragen. Sie interessirt uns auch noch aus einem andern Gesichtspunkte. Ist doch das Land Egypten, welches der neue Canal durchlaufen und beleben wird, dasjenige, welches auf unsere Vorfahren so stark influirte. Man versichert uns, daß die Arbeiter auf jedem Schritte Spuren und Denkmäler der Vergangenheit finden und verspricht uns in dieser Beziehung umständlichen Bericht. Liegt hierin nicht ein Zeichen der Zeiten und ein merkwürdiger Contrast? Ein israelitischer Ingenieur leitet die Arbeiten auf dem Boden der Pharaone, wo seine Vorfahren dem härtesten Joche unterworfen waren, und diese Orte, Zeugen so vieler Wunder, diese Orte, an welchen sich so viele in der heiligen Schrift erzählten Begebenheiten zugetragen haben, werden ein neues Leben erhalten, werden zum (^rob. isr.) Palästina. Jerusalem, im Ellul. Der Ban derArmennnd Pilgerwohnungen schreitet rüstig vorwärts; nur wäre es sehr nothwendig, daß das bereits gesammelte Geld, namentlich von Berlin, endlich hieher befördert würde, um, noch ehe der Winter herannaht, die ihm bestimmte Verwendung zu finden. — Ans dem vom Comitö erworbenem Grundstücke findet sich viel Schult, der hinweggeräumt werden muß; nun waren wir zwar so glücklich, in nächster Nähe eine Grube auf 2 Jahre zu misthen, in die der Schutt hineingcräumt wird; aber der Miethcontract läuft bald ab und muß wieder erneuert werden. Die große Cisterne, die wir gefunden und von der wir wiederholt berichtet haben, leistet uns die besten Dienste, indem sie uns wöchentlich für 500 Piaster Wasser liefert. Wenn sie aber restaurirt werden würde, so möchte die uns dadurch gewordene Hilfe noch bedeutend ersprießlicher werden. Auch wäre eS sehr gut, wenn uns Jemand vom Anslande aus einige Pumpen senden würde, da das Ausschöpsen des Wassers sehr mühsam ist. Das find höchst wichtige Punkte, die zu realisiren uns jedoch leider die Mittel fehlen. Ein Drittes, nicht minder wichtiges wäre die Errichtung einer Mauer ringum unser Grundstück, da, so lange die Abgrenzung fehlt, unser Besitz uns nicht gesichert ist. In künftiger Woche werden die Kuppeln auf dem Gebäude mdv nu errichtet werden. Die Herren- Gebrüder Hirsch von Halberstadt werden die Gedenktafel senden, welche den Namen ihres seligen Bruders, des frommen Stifters, enthält.Herr Baron JameS von Rothschild zu Paris hat uns auf Verwendung des edlen, wohlthätigen, menschenfreundlichen, berühmten Herrn . Albert Cohn 1000 fl. zum Beste» des Bauunternehmens übersandt; möge Gott den hochherzigen Spender segnen, wie den, der ihn dazu veranlaßt hat. Drrantw. Refaktien vr. Lehmann. — Verlag der Le Roukx'schen Hosbuchhandlung. — Druck von I. Vott-lebe» in Mainz