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Der Israelit · 1862-09-10 · Heft 37 (10.9.1862) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
3 (1862)
Issue
Heft 37 (10.9.1862)
Date
1862-09-10
Page
– (sequence 5)
Language
German
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293 Näherehat bis jetzt noch nicht darüber verlautet. Preußen. Hnlberstadt, im Ellul. (p"v) ro'» Mit diesem Weherufe schieden wir von dem Grabe unseres Rabbiners Mathias Levian 12222 j-V, um zur Erleichterung unserS Schmerzes durch Ihr geschätztes Blatt in weiteren Kreise zu verkünden, welchen herben Verlust unsre Gemeinde am 22. des Monats Aw erlitten hat. An einem entkräftenden chronischen Magenübel leidend, gab er seine fromme Seele mit der seltensten Gottergebenheit dem Urquell des Lichtes zurück. Er fühlte sein Ende herannahen, ließ selbst die Mitglieder der herbeirufen, und forderte sie auf, ihm die Sterbegebete vorzusprechen. Dann wünschte er dringend, nachzuholen, die er nicht mehr machen konnte. Er sprach diese Segenssprüche mit kräftiger Stimme, und bald darauf schied dieser p'-nr ans dieser Welt Dinem solchen Tode ging ein 75jähriges Leben voraus, welches selbst in schwachen Umrissen gezeichnet, ihm ein würdiges Denkmal setzte, wenn Referent nicht fürchtete in der Zeichnung mangelhaft zu bleiben. In Exin, Provinz Posen, geboren, begleitete er einen ins Bad reisenden Rabbiner aus Posen, wo er im Talmud studirt hatte, irr seinem 14. Jahre nach Berlin, in der Absicht, sich dort weiter auszubilden. Auf Anrathen des dortigen Rabbiners, änderte er seinen Plan, zog nach Dessau, und wurde von dort aus dem Nabb. S Egers empfohlen, der damals als Privatmann hier neben seinem Vater die Ieschiba leitete. Als dieser das Nabbinat in Braunschweig übernommen hatte, blieb M. Levian der eifrigste Schüler des Nabb. Löb EgerS, und erwarb sich durch seinen Eifer, seine Befähigung viele Freunde und Könner, welche ihn bestimmten hier sich zu verheirathen. Ohne nach Ehren und Auszeichnungen zu streben, suchte er sich durch kümmerlichen Erwerb und Unterricht zu ernähren. Nichtdesto weniger war er als tüchtiger Talmudist anerkannt, und nach dem Tode des Rabbiner- Jacob Egers versah er schon in Gemeinschaft mit dem Hrn. Magnus Nosenbach, ehemaligem Rabbiner-Adjunkt, die Funktionen des erledigten Rabbinats. Nach dessen bald erfolgtem Tode, übertrug der Vorstand dem nunmehr auch Heimgegangenen das Nabbinat, das er seit 34 Jahren, anfangs als Nabb.-Assessor und später als Rabbiner ehrenvoll verwaltete. Seit 25 Jahren zum zweitenmale mit einer Verwandten verheirathet, erfreute er sich eines sehr glücklichen Familienlebens. Ungetheilte Liebe und Achtung wurde ihm allseitig zu Theil. Bon seinen Zeitgenossen als Autorität des rabbinischen Wissens hochgeachtet, waren es ganz vorzüglich sein edler Charakter, seine Unparteilichkeit und seine Bescheidenheit, die ihn auszeichneten, und ihn gegen'gehässige Angriffe sicher stellten. Ernst und streng über Alles wachend, was in den Kreis seines Amtes gehörte, war er wiederum der freundlichste Mann, zn dem Jeder das vollste Vertrauen faßte. Bispät in die Nacht mit seinem Studium beschäftigt, im wahren Sinne des Wortes .121Z2 rvais pos öH ließ er gern Jedermann an diesem Studium theilnehmen, wann und wie es nur gewünscht wurde, und war in solchen Stunden der leutselige gewandte und erfahrene Lehrer. Aus weiter Umgegend erbaten sich Geschäftsleute von ihm Rath und Belehrung, und seine schlichte Redeweise hatte da manchen guten Keim ins Herz gelegt; gewiß werden sich diese jetzt recht verwaist fühlen. Mit solcher rein in den Principien unserer nnbn '22.1 wurzelnden antiken Sittenreinheit war sein ganzes Leben geschmückt. Er schloß sich allen Vereinen zu n'u .-mmp eifrig an, und nahm als wirkliches oder Ehrenmitglied den regsten Antheil an deren Gedeihen, namentlich hat er sich als Vorsteher der 2'^ri -opn welche unter seiner Verwaltung an Fonds und Wirksamkeit eine große Ausdehnung erreichte, ein bleiben des Denkmal gestiftet- Als Vorsitzender der Schuladministration, wandten sich die Lehrer gern an ihn, denn er nahm den innigsten Antheil an dem Fortgange des Unterrichts, ließ oft die Kinder zu sich kommen, um sich von ihren Fortschritten zu überzeugen, und verweilte trotz

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