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Der Israelit · 1862-09-10 · Heft 37 (10.9.1862) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
3 (1862)
Issue
Heft 37 (10.9.1862)
Date
1862-09-10
Page
– (sequence 3)
Language
German
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liehen und den Fluch über sie ausgesprochen. — Ihr, feudale Reiche, habt Diejenigen mit einem Schandmal gezeichnet, die trotz aller Verfolgung Euch das Gold zur Besoldung Eurer Landsknechte verschafft, und Eure schwachen Märkte mit Maaren versehen haben. — Ihr, Großinquisitoren, habt im zerstreuten Israel die reichsten Opfer, die unschuldigsten Köpfe gesucht, mn Eure Gefängnisse und Eure Kassen zu füllen, und um Eure Auto da-se zu »ähren. — Und Ihr, Widerrufet des Ediktes von Nantes, Ihr habt, was der Verwüstung des apostolischen Fanatismus entgangen war, aus dem Lande gejagt. — Ihr endlich, moderne Nationen, Ihr habt diesen unermüdlichen Arbeitern und Geschäftsleuten die Bürgerrechte verweigert. Welche Verfolgungen, welche Thränen, welches Blut in einem Zeiträume von achtzehn Jahrhnuder len! — Ihr aber Söhne Jndäa's, Ihr seid trotz alle dem noch da! Ihr habt die zahllosen Hindernisse überschritten, die der Haß, die Verachtung, der Fa natismus und die Barbarei der Jahrhunderte aus Euren» Wege cmsgethürmt haben. Die Hand des Ewigen hat Euch stets geleitet. Frankreich hat Euch endlich frei gemacht. Am Vorabend des großen Weltalters hat Frankreich, indem es seine eignen Fesseln zerschlug, alle Völker und auch Euch zur Freiheit und Gleichberechtigung berufen. Ihr wurdet Bürger, und Ihr seid heute unsre Brüder. Das Jahr l ILO war die erste Staffel zu Eurer Rehabilitation, wenn überhaupt da von Rehabilitation gesprochen werden kann, wo nicht Ehrlosigkeit, wo nur Unglück war. - In seiner Besreiungsmission suchte Frankreichs Auge alle verfolgten Racen, alle Weltparias aus, und eS fand Euch in Euren Ghettos und sprengte deren Thore. Es berief Euch in seine Kammern. Ihr nahmt Theil an seinen Triumphen, an seinem Glücke und an seinem Unglücke. Ihr habt gesprochen am Tage der Benutzung, Beifall gejauchzt zu unfern Siegen, Thränen vergossen bei unfern Niederlagen. Ihr seid gute Bürger und treue Brüder. Frankreich wird Euch fortan ein Leuchtthurm des Heils sein gegen Eure Feinde, welche auch die Feinde der modernen Institutionen sind, gegen die Hyder des Fanatismus, de ihr Erst auf diejenigen ausspritzt, die sie noch nicht vergiftet hat, gegen die Schmäher Eurer Nationalität, Eures Volkscharakters und Eures Cnltus. Ihr seid Kraftuatnren, und wir beugen uns vor Euch. Ihr wart stark während Eurer antiken Geschichte, stark nach der Zerstörung Jerusalems, stark in» Mittelalter, als cs nur zwei dunkle Mächte gab: die Inquisition mit dem Kreuze, die Piraterie mit dem Halbmond. — Ihr habt Euch in der Zerstreuung ^erhalten, freilich nicht ohne den immense»» Tribut von achtzehn Jahrhunderten der Verfolgung zu entrichten. Aber der Nest Eurer Nation ist noch stark genug, um die Pforten Jerusalems wieder anst zurichten. Das »st Eure Aufgabe. Die Vorsehung « würde Euch nicht bis zu uns haben kommen kaffen, « wenn sie Euch nicht die heiligste aller Missionen re- « servirt hätte. — Die Stunde hat für die User dek? Jordans geschlagen. Die Geschichtsbücher der königlichen Propheten können fortan nur durch Euch wiei der geschrieben werden. j. Ein großer Beruf ist Euch Vorbehalten. — Eine lebendige Verbindungsstraße zwischen drei Welten, sollt Ihr die Civilisation zu den noch unerfahrenen Völkerschaften tragen und ihnen die europäischen Wissenschaften bringen, die Ihr Euch so reichlich an-! geeignet habt. Ihr sollt die Vermittler sein zwischen! Europa und dem fernsten Asien, die Straßen eröffnen,! welche nach Indien und China, ru jenen unbekannten l Ländern führen, die der Civilisation erschlossen werk den, muffen. Ihr werdet mit der Märtyrerkrone und I den Narben Eurer langjährigen Schmerzen auf dem Boden Eurer Väter ankommen. Dort erst werdet Ihr vollends geheilt werden. Eure Kapitalien werden jene unfruchtbaren Länderstrecke»» wieder anbauen, Eure Arbeit und Industrie jenen Boden wieder grünen machen, über de»» die Wüste ihren Sand hingeweht hat — und die Welt wird dem ältesten der Völker ihre Bewunderung zollen. E Der Augenblick ist für Euch gekommen, Euer , ß Vaterland, das bis jetzt von der Türkei in den ß Staub getreten worden, wieder zu reklamrren, ft» es i auf dem friedlichen Wege der Entschädigung, oder s auf jedem ander,» Wege. h Ihr habt hinlänglich dazu beige tragen, die Bölker zu civilisiren, Europa auf die ^ahn des Fortj schritts zu bringen, Revolutionen (?) zu machen und zu E begünstigen — Ihr dürft fortan an Euch selbst? denken, an die Thäler des Libanon, an die großen! Ebenen von Genezareth. j Schreitet voran! Bei Eurem Verjüngungswerke i werden unsre Herzen Euch folge«, u»»sre Armeen Euch! helfend zur Seite stehen! l Schreitet voran, Inden aus allen Ländern! daalte Vaterland ruft Euch, und wir werden stolz! darauf sein, Euch seine Thore zu öffnen.! Schreitet voran, Söhne der Märtyrer! Die Ernte von Prüfungen, welche Ihr in Eurem Exil gesammelt habt, wird den antiken Glanz der David'- schen Tage wieder in Flor bringen und jene Geschichte neu beleben, die heute nur noch die Monolithen der Scmirümis zu Zeitgenossen hat. Schreitet vorai», edle Herzen! Der Tag, an dem die Stämme zurückkehren werden, wird Epoche machen in der Geschichte der Menschheit. Wie wird der Orient erbebe»» am Tage Eurer AnkuM! Wie schncll wird unter dem Gesetze dec

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