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Der Israelit · 1862-09-03 · Heft 36 (3.9.1862) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
3 (1862)
Issue
Heft 36 (3.9.1862)
Date
1862-09-03
Page
– (sequence 4)
Language
German
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284 zunehmen sei. Aber in einem großen Jrrthume ist er befangen, wenn er meint, daß die Orthodoxie, um aus dem Nihilismus herauszukommen, verzweiflungsvoll im bewußten Widerspruch mit der Vernunft verharre. Das wahrhafte Judenthum befindet sich weder im bewußten noch unbewußten Widerspruche mit der Vernunft, ja, kann sich in keinem Widerspruche mit der wirklichen und wahrhaften Vernunft befinden; freilich, ist nicht alles Vernunft, was manchem unnützem Hirne als solche erscheint. Mit kurzen Zügen zeichnet der Verfasser im zehnten Briefe, wie er die Begriffe, Freiheit und Fortschritt, auffaßt; wir treffen hier wunderbarerweise mit dem Verfasser ziemlich genau zusammen; wir haben in diesen Blättern bereits wiederholt unsere Ansichten über jene beiden großen Begriffe dargelegt und der aufmerksame Leser wird bereits mehrfach gefunden haben, daß wir ebenfalls den Hauptunterschied zwischen Naturnotwendigkeit und Freiheit darin finden, daß das Gesetz in der Natur blind befolgt wird, während der Mensch, wenn er entwickelt ist, es mit Bewußtsein und Willen befolgt; ebenso haben wir d^n Begriff „Fortschritt" wiederholentlich ähnlich wie der Verfasser definirt: „Zwiespalt, Kampf und Sieg der Tugend, sagt er, existiren nur während der geschichtlichen Entwickelung der Erkenntniß Gottes, während dieser Entwickelung können und sollen wir nach Sittlichkeit streben; nach vollendeter Ausbildung und Erkenntniß Gottes oder seines Gesetzes müssen wir sittlich leben, diese sittliche Nothwendigkeit ist die Heiligkeit." Im elften Briefe citirt der Verfasser eine in Paris im vorigen Jahre erschienene Broschüre: «die neue orientalische Frage," welche kurz nach den Mordscenen in Syrien erschienen ist. Was der Verfasser daraus citirt, ist so merkwürdig, daß wir es in der nächsten Nummer seinem ganzen Umfange nach geben werden. (Fortsetzung folgt). . > um»««» Dringende Bitte an meine Glaubensgenossen Ln Oejsterreick unä Ln Angarn insbHonäere. Schon einmal habe ich mir erlaubt, meine Glaubensgenossen eindringlichst zu bitten, keinem zu irgend einem Privat- oder allgemeinem Zwecke reisenden Sendboten aus Jerusalem Gelder emzuhändigen, oder Zusicherungen zu machen, weil dies nur zum größten Nachtheile der Gesammtunterstützung unserer leidenden Brüder daselbst geschehen würde; vielmehr nach wie vor sämmtliche Spenden ausschließlich entweder den regelmäßigen rechtmäßigen Unterstützungen oder dem Bauunternehmen in Jerusalem zuzuwenden. Eine neue Veranlassung gebietet mir wiederholt, cindringlichst dies in Erinnerung zu bringen. ES haben sich nämlich unsere ungarisch-österreichischen Glaubensgenossen in Jerusalem aus dringenden unabweislichen Motiven vor ungefähr einem Jahre von dem wLn-w.i getrennt, und zu einem selbstständigem Verbände constituirt, wozu dieselben bereits die Zustimmung sehr vieler der bedeutendsten Rabbiner Ungarns erlangt. Es hat nun obiger ^12 sicheren! Vernehmen nach ein erst jüngst aus N..g eingewandertes Mitglied E. P. ..h H..n neben einem anderen ostensibeln auch zu dem Zwecke nach Oesterreich und Ungarn insbesondere entsendet, um die Constituirung zu Hintertreiben, resp.: Die erreichte rückgängig zu machen. Ich ersuche daher meine theuren Glaubensgenossen, sich in gar keine Unterhandlungen mit demselben einzulaffen, sondern ihm einfach zu sagen, daß diejenigen allein ein Urtheil über diese Sache haben können, welche dieselbe durch jahrelange Correspondenzen, Untersuchungen und Nachforschungen kennen. Sollten lobl. Gemeinden oder Private bei mir, der ich schon seit Jahren aufs Genaueste den Verlauf und Stand der Sache kenne, Erkundigungen einziehe» wollen; so bin ich mit Vergnügen zur Ertheilung der Auskunft bereit. Eisen stad t, den 26. Aw 5622. vr. I. Hildesheimer, Rabbiner. Hm KWHer Arm«- und WgrrtmhnuiM m Jerululem. Durch L. Cohen, Lehrer in Borken: von Mehreren beim Ausruf zur Thora 1 Thlr. 11 S§gr.; S. Jonas im Schermbeck IS Sbgr. (derselbe für n-n 15 Sbgr.); B. Jonas bei der Verlobung seines Sohnes mit Frl. S ti el in Eschweiler gesammelt 1 Thlr. 26 Sbgr.; H. Löwenstein bei einer in Gemen gesammelt 23 Sbgr.; zusamme» für obigen Zweck 4 Thlr. IS Sbgr.; abz. Ports 7 30 kr. Bei dem gefertigten Comitä find für den Da» von Armen- und Pilgerwohnungen in Jerusalem ferner eingsgangen: Gr. BecSkerek durch Hrn. Rabb. David Oppen*

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