Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1862-08-27 · Heft 35 (27.8.1862) · page 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
3 (1862)
Issue
Heft 35 (27.8.1862)
Date
1862-08-27
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2446951-2447036-2447071--01426-2456687
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

wir z. B. seine bekannte Predigt Lei Einweihung der nemn Synagoge und seine gegen die Gemeinde und ihre Behörden gerichtete Denkschrift, machten ezur Psticht, diese unerläßlichen Vorschriften, welch« mit Ausnahme der letzteren seit seiner Anstellung Geltung hatten, aufrecht zu erhalten. Sein Beharren auf deren Beseitigung machte die Beendigung seines unleidlichen, jede religiöse Entwickelung hemmenden und die anderweitige Wie» derbesetzung des Nabbinats aus von selbst einleuchtenden Gründen erschwerenden ZwischenjustandrS nothwrndig. Es rst nickt bekannt, daß dadurch eine Entrüstung in der Gemeinde hervorgrrufen wurde, vielmehr war dieses durch vielsährige Demisstonsandrohungrn, gehässige Denkschriften und Zeitungsartikel vorbereitete Ereigniß, Niemandem unerwartet. Mit der Frage der vorübergehenden Fürsorge für Trauungen, für welche rin benachbarter 30 Jahre in Amt und mit seiner Gemeinde im friedlichsten Einvernebmen stehender Rabbiner, welcher hiefür allein seiner heimatblichrn Wirksamkeit sich zu entziehen vermag, gewonnen wurde, steht das erledigte Anstellung«- verhältaiß des Herrn Rabbiner Stein nicht in der entferntesten Beziehung. Diese Entgegnung fand eine doppelte Erwiederung; die eine aä bominem, worin einem § Vorstandsmitglieds vorgeworfen wird, daß er einen Glaubensgenossen gefragt habe: Wann feiern Sie Ihre Feiertage? Die andere ein Excerpt aus Steins vorjähriger, auch im Israelit erwähnter Broschüre. — Ueber den weiteren Verlauf werde ich Ihnen wiederum berichten. F. Würzbrrrg, im August. Es ist schon öfters in diesen Blättern rühmlichst erwähnt worden, daß die königliche Regierung unseres Kreises dem jüdischen Schulfache viel Aufmerksamkeit und Wohlwollen zuwendet. Der Erlaß dieser h. Stelle vom 4. Dezbr. 1860, das jüdische Schulwesen betreffend, gibt Zeugniß hiervon. In diesem wurde nun unter Anderem auch angcordnet, daß die Lehrer sich alljährlich bei dem betreffenden Rabbiner zu einer Conferenz zu versammeln Haben. Die erste deßfallsige Conferenz für die Lehrer des RabbinatSbezirkS Würzburg fand nun am 12. d. dahier Statt. Herr Distrikts- Rabbiner Bamberg er leitete diese Conferenz mit der größten Umsicht, Sach- und Fachkenntniß, dabei seinen reiche» Wissensschatz nach allen Seiten hin kundgebend. Und auch die Herren Lehrer — unter denen tüchtige, praktisch gebildete Schulmänner -- ließen den gepflogenen Debatten über die gestellten Fragen ihre voÜe Aufmerksamkeit zu Theil werden. Der Herr Rabbiner eröffnete die Conferenz mit einer Drrantw. Redaktion vr. Lehman«. — Verlag der Le Ron;' se^r paffenden Ansprache, worin derselbe, fußend auf 5 B. M. C. (?) V. 10 und Daniel C. 12 V. 3 (welcher letztere Vers nach Talmud Baba Batra Fol. 9 auf die Jugend lehrer Bezug hat), den hohen, wenn auch schwierigen Beruf des Lehrers, sowie auch die große Bedeutsamkeit eines Jugend-Lehrers schilderte, und schließlich die Anwesenden zur weitern Ausdauer und Berufsthätigkeit ermunterte. Sodann wurde zur Erledigung der meist den practischen ReligionS-Unterricht betreffenden, gestellten Conferenz Fragen geschritten, und je das Resultat, wie es durch Einstimmigkeit oder Mehrheitsbeschluß hervorging, zu den Akten genommen. Die erwähnten Resultate dieser ersten Conferenz sind recht befriedigend zu nennen, und wäre eS nur sehr zu wünschen, wenn dieselben etwa durch den „Israelit" — der hierzu seine Spalten gewiß gern öffnen wird*) — veröffentlicht und hierdurch einem größerem Publikum zugängig gemacht würden. Möge unsrem jüd. Schulfache die Bahn der gedeihlichen Entwickelung stets eine geebnete sein. - s— Mainz, den 14. Aug. Im Augusthefte delliüv.!sr. lesen wir einen aus Mainz datirten, von Herrn M. Fuld geschriebenen Brief, der ungegen die maßlosen Angriffe, Verdächtigungen und Verleumdungen der allgemeinen Zeitung des Judenthums in Schutz nimmt. Es sind uns derartige Correspondenzen viele für den Israelit zugegange», die wir aber bei Seite legen zu muffen vermeinten, da wir nicht geneigt sind, dem Beispiel des vr. PH. zu folgen und unsere Zeitung zur Posaune des eigenen Ruhmes herabzuwürdigen. Wir sagen Herr» Fuld hiermit unfern herzlichen Dank, bedauern aber auf seine Correspondenz hier nicht näher eiugehr» zu können, da er darin unfern sehr bescheidene» Verdiensten eine Bedeutung zuweist, die zu erstrebe» wir uns erst bemühen muffen. — Herr S B loch, Hauptredacteur das Uviv. isr. war so freundlich, unS i» einem Nachworte zu erwähntem Artikel seine Zustimmung und Anerkennung zu erkennen zu gebe»; wir glauben ihm am Besten dadurch z» danke», daß wir ihm hiermit die Versicherung ertheiken, daß.die Anerkennung eines so edlen und geiswolle» Schriftstellers wie Herr S. Bloch uns mehr erfreut und—tröstet als die unaufhörliche», maßlose» Angriffe niederer Geister unS schmerzen könne». *) «NM. der Red.: SichaULt scheu Hofbuchhandlung. — Druck von I. Gottslebr« i» Mainz»

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.