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Der Israelit · 1862-08-20 · Heft 34 (20.8.1862) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
3 (1862)
Issue
Heft 34 (20.8.1862)
Date
1862-08-20
Page
– (sequence 8)
Language
German
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272 eine Voraussetzung, die der Eesolg schwerlich rechtfertigen Wird. — Bei all' dem sichern t es uns als unabweisbare Dringlichkeit, der unmittelbaren Unterstützung armer Schulen einen bedeutenden Therl des erwähnten „Fondes" zw widmen. Die Normen und Formen für die Art der anzugedeihenden Unterstützung werden sich hoffentlich früher oder später finden Sie werden sich finden, weil sie — gesunden werden müssen. Am wichtigsten, dringendsten und heilbringendsten erscheint uns jedoch: die Pensionirnng der im Lehramt ergrauten, resp. erkrankten Lehrer und Versorgung der Lehrerwittwen und Waisen. Der empfindlichste Krebsschaden unserer Schulen ist unstreitig — die kümmerliche Stellung des Lehrers und die in deren Folge unausbleibliche Mutlosigkeit desselben. Nicht genüg, daß dieser ungeachtet seines schwierigen, mühevollen Berufes für ein bescheidenes Stückchen Brodes buchstäb lich ringen muß, so nimmt sein Leben eine noch weit mehr düstere Gestalt an, so er es wagt, einen Blick in die Zu ku n s t zu werfen. Diese grinset ihm unheimlich, höhnisch entgegen. Er erblickt sich schwach, kraftlos, unter der Wucht schwerer Arbeit und widerwärtigen Mißgeschickes tiefgebeugt» am tlos, da es ihm an Kraft hiezu gebricht. Er erblickt sich in der Mitte einer zahlreichen, darbenden Familie, deren Wehruf seine Seele peinlich berührt, ohne daß es in seiner Macht stünde, ihr Elend auch nur eiui germaßen zu lindern. Er stellt, wie man zu sagen pflegt, eine ernste, inhaltsschwere Frage an sein Geschick; dies erbarmt sich seiner und drückt ihm in die Hand — den Bettelstab. Verzweiflungsvoll wagt er einen Blick weiter in die Zeit, wv er aufgehört Haben wird — zu sein: und ein Geschrei, ein Geschrei des Jammers und Elends tönt zu ihm hinüber in das Jenseits, das Geschrei seiner Wittwe und Waisen. — — — So, ja so stellt sich dem jüdischen Lehrer seine Zukunft dar. Er ahnt sie nicht bloß so; nein sie steht vor ihm so vollkommen verkörpert. Zahlreiche Beispiele lassen in ihm dagegen keinen Zweifel auskommeu. — Nun fragt es sich: ob man bei solchem Gemüthszustande Wohl einem Amte mit Erfolg vorstehen kann, zu dessen Handhabung Besonnenh eit, Umsicht und rmgethcilte Berantw. Redaktien Nr, Lehmann.— Vertag der Le Aour'j Aufmerlsamkeit unumgänglich nothwendig? freilich spricht man Hierlands viel, ja gar zu viel vom heil. Berufe deS Lehrers, der ihn ganz durchgei stigen soll und den Mangel an irdischen Glücksgütern vergessen lasse. Allein das Mthigste, meine Herren, das. Nöthigste und Unentbehrlichste, dies können, dür fen wir demselben doch nicht vorcnthaltcn. Wir dürfen nicht vergessen, daß der Lehrer nicht blos Lehrer, sondern ganz vorzüglich auch — Mensch ist. Daß ein jeglicher Mensch aber Bedürfnisse hat, die erfüllt werden müssen und billigerweise auch erfüllt werden sollen, dieß wissen doch selbst jene, die dem Lehrer gegenüber es nicht gerne eingestehen möchten. — Ja, ureine Herren! Sollen unsere Schulen wirtlich erblühen, soll die Erziehung unserer Kinder keine matte, leblose seien: so sorgen wir vorzüglich dafür, daß die Lehrer nicht matt; sorgen wir dafür, meine Herren, daß sie im heißen Kampfe mit Gegenwart und Zukunft nicht selbst abgeschwächt und leblos werden! So lauge dieß nicht zur Wirklichkeit geworden, haben wir für eine radikale Verbesserung und Reorganisation unseres Schulwesens wenig Hoffnung. Der Zeitpunkt ist da, wo wir diesem Uebcl ohne wesentliche Opfer abhelsen können. Die Summe von einer Million Gulden C. M. haben wir bereits längst verschmerzt. Die h. Regierung hat nnS dieselbe zur Hebung der Schule znrückgeschenkt. Die wahre Kräftigung der Schule beruht aber auf der Besserstellung der Lehrer. Seien wir doch in diesem Punkte einig. Die Sache ist mit Gotteshilfe leicht ausführbar. An die Spitze unseres Programms für die Verwendung des „Landesschulfondes" stellen wir die Worte: Pensionirung der Lehrer und Versorgung der Lehrerwittwen und Waisen! Einer aus -cm Volke. Nachdem. d. N»d.: Wü baden kerntober» in erlügen Anmerkungen unsre dwergirendrn Ansichten ansgrsrrschrrr. Hier sei nur noch bemerkt, daß dle Errichtung eines Natiinerseminarans rradionellem Standpunkte ein« dringrvd gebotene Nothwcudr^kek ist. Lb gerade der vng.»tSr. LandcLschulfoad dazu verwendet werden kann, ist allerdings eine andne Frage. — Hefbulbhandkung. — Druck von I. Gvttöledr» in Mainz»

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