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Der Israelit · 1862-07-30 · Heft 31 (30.7.1862) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
3 (1862)
Issue
Heft 31 (30.7.1862)
Date
1862-07-30
Page
– (sequence 1)
Language
German
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3. Jahrgang. er Israelit. Eiu Uentratorgan für das orthodoxe Jüdenthum. HerauSgegebe» von Vr. Lehmann in Mainz. Mainz, den 30. Juli 5622. (1862.) Dies« Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwoche, in mindestens 1 Bogen. Preis des Jahrgangs: fl. 2. 30 kn rh. Halbjährig fl. 1. IS kr. rh. Vierteljährig 38 kr. rh. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. Lesterreichische Banknoten laut Cours. Diese Zeitung wird nur in Verbindung mit dem „Jsr. Anzeigeblatte* abgegeben. Sollte direkte Franko» zusendung unter Streifband gewünscht werden, so find an die Expedition pro Jahrgang 3 Thlr. p. C. oder S fl. lS kr. rh. oder 6 fl. -strrr. franko einzusendea. Inhalt. I Leitende Artikel r Elch Haddebarim. — Die Judenfrage vor dem hohen großen Rache des Kantons Aargau (Schweiz) > LritungSuachrichtcu und Correspoudenzrnr Deutschland Hamburg. — Preußen: Köln. Jdesfeld. Inhalt -es isr. Anzcigcblattcs. AeitungSnachrichteu und <?orrespondeujen: Deutschland: Hannover. — Preußen- Königsberg.— Ocsterr. Kaiserstaat: Au- Ungar». Leitende Artikel. Eleh Haddebarim. (Zum Cabbach Ehason). Wir befinden uns inmitten der Gedenktage des jüdischen Heimwehes ^2); seit fast zwei Jahrtausenden füllen sich in diesen Tagen unsere Augen immer wieder auf's Neue mit Thrancn. Aber nicht bloß dem dumpfen Schmerze find diese Wochen geweiht, sie find vielmehr eine stete Mah-- / rnmg, daß wir uns unserer Galutausgabe bewußt , werden, daß wir redlich kämpfen und ringen, um die verlorenen Güter wieder zu erlangen — Seit fast zwei Jahrtausenden leben wir in der Verbannung; wir, die späten Nachkomme» jener Männer, die ihr Heimathland verloren habe», empfinden kaum noch die Größe des Verlustes. Unsere Voreltern, die da heimath- und ruhelos, verfolgt wie das Gewild des Feldes, kein neues Vaterland gewonnen hatten, wandten noch alltäglich sehnsuchtsvoll ihren Blick nach dem fernen Osten, harrend des Erlösers, der sie befreien sollte von Noth und Elend. Für uns sind es kaum mehr materielle Gründe, welche die Sehnsucht wach erhalten in unserem Herzen. Wir lassen es uns wohl sein außerhalb des Landes der Väter. Wir haben ein neues Vaterland gewonnen unter dem Volke, dessen Sprache wir sprechen, in dem Lande, in welchem wir selbst geboren sind und wo die Gebeine unserer Väter ruhen; in den Staaten, die uns als Bürger ausgenommen haben, deren Gesetze uns schützen, deren Wohl z» fördern eine unserer heiligsten Pflichten ist. Wahrlich, bis zu jener Zeit, da Gott uns den Erlöser senden wird, werden diese Pflichten unveränderlich dieselben bleiben; aber wenn wir auch als Deutsche in Deutschland, als Franzosen in Frankreich, als Russen in Rußland und so fort und so fort, unser Vaterland erkennen, so dürfen wir doch nicht daS Bewußtsein unserer Zusammengehörigkeit als Israeliten verlieren und dürfen keinen Augenblick die große Zukunft aus dem Auge lassen, welche Gott UNS Vorbehalten hat. *

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