Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 3 (1862)
- Issue
- Heft 26 (25.6.1862)
- Date
- 1862-06-25
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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207 Er hat schwarzes kurzgekräuseltes Haar, schöne, runde Augen mit langen schwarzen Lidern und einen unverkennbaren orientalischen Typus. Im Kloster heißt er Edgardö, was schon früher sein Name war. Nach der Aussage seines Lehrers ist er sehr intelligent und lernt mit besonderem Eifer lateinisch. Der CorreSpondent fragte den Kleinen, ob es ihm gefalle, ob er gerne da verweile, worauf er ein 8L (Ja) zur Antwort erhielt.*) Weiter war Nichts aus ihm herauszubringen. Mit nebenzehn Jahren darf er, wie der Geistliche erklärte, das Kloster verlassen; er könnte es übrigens heute schon verlassen, er habe einen ausgeprägten Beruf -um geistlichen Stande. Seine Eltern steht er nicht mehr, doch schreibt er ihnen des Jahres zweimal, um sie zu bitten, sich zn bekehren;**) die Eltern beantworten jedoch die Briefe nicht. Nächste Woche soll er stine erste Communion feiern; ein französischer Bischof wird ihm, nach der Aussage des erwähnten Geistlichen, das Sacrament spenden. Metz. Das hiesige isr. Consistorium hat den Plan, entworfen zur Erbauung eines hiesigen isr. Ho Spitals eine Lotterie zu organisiren und ist hierzu von der Behörde ermächtigt worden. Es werden 80,000 Loose, ein jedes zu einem Frank auSgegebeu werden; von den zu erzielenden 80,000 Francs werden 10,000 Francs dazu verwandt werden, um die von der öffentlichen Wohlthätigkeit zu spendenden gewinne zu vermehren, während die Kosten auf 5000 Francs veranschlagt sind; es steht also ein Reinertrag von 65,000 Francs in Aussicht. (llrüv. Irs.) Palästina. Jerusalem, Ende Mai. Mit besonderem Interesse habeich unter den verschiedenen Bestrebungen," den physischen und moralischen Zustand der israelit. Bewohner Jerusalems zu heben, den Vau der Armen-! und Pilgerwohnungen auf dem Zion ver-! folgt. Die Rothwendigkeit derselben kann Niemand _ i *) Anm. k. Red.: Hat der arme Kleine wohl ,nrin* ant» Worten dürfen? **) Anm. d. Red.: Das sind Briefe, die sickrrlich von den Geistlichen entworfen und die der unglückliche Knabe abzu- , schreiben gezwungen ist. Was sollen die Ledaurrnswertben Litern i auf solche Briefe antworten? I * bezweifeln, der das hiesige Judenquartier näher kennen gelernt hat und die Zweckmäßigkeit defür den Bau gewählten Platzes liegt ebenso klar auf der Hand, da kaum eine andere Gegend Jerusalemso viel freie» Raum, so gesunde Luft, so viele ausreichende CiAerne» bietet. Der bedeutendste Fortschritt de- Werkeaber, den der so billig erstandene Bauplatz erlaubte, bürgt für die Möglichkeit der völligen Realisirung, wenn die bisher dafür aus Europa eingegangene» Mittel nicht versiegen werden. Bereits habe ich mehrere fertige Wohnungen gesehen, man arbeitete tüchtig an weiteren Bauten, und der Leiter des Ganzen, Herr Selig Hausdorff, genießt bei alle» Kennerp der Sachlage volles Vertrauen hinsichtlich der Durchführung des von ihm begonnenen Werke-. Gerne gebe ich dieser auf längeren Aufenthalt in der heiligen Stadt gegründeten Wahrnehmung Ausdruck. Die Schäden, an denen die heutigen Jerusalemer Judenschaft leidet, werden dem umsichtige» Israeliten noch weniger verborgen sein wie dem Fremden. Um so mehr freuten mich die mannigfache Versuche zur Abhilfe, von denen ich Zeuge sei« durfte; und wenn das unbefangene Zeugniß eines von Herzen seiner Kirche ergebenen, ' eben darum aber jede wahrhaft philanthropische Bestrebung mit Freude verfolgenden evangelischen Christen zur Förderung derselben beitragen kann, wird es mich recht freuen. I)r. k. Ai'ppolä, aus Emmerich am Rhein. Feuilleton. l. Lrobhn nu5 äem Mtzl-Ktz v'DLO (Sich« Nr. 2ü) Jacob's Söhne ruh ihr Vater, Rufet Israel herbei. Zu verkünden, was in Zukunft Emstens deren Schicksal sei! Nubcn, dir als Erstgebornem, Gab' ich doppelt Anthcil jetzt, Wenn dir nicht durch Uebereilung Deinen Vater tief verletzt.