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Der Israelit · 1862-06-25 · Heft 26 (25.6.1862) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
3 (1862)
Issue
Heft 26 (25.6.1862)
Date
1862-06-25
Page
– (sequence 5)
Language
German
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20S katholischen Bürger» stürzt aus Unvorsichtigkeit in einen Brunnen. Gerade geht am Schauplatze dieses Unglückes Herr PH. L., der Sohn des hiesigen Vorsängers und Schächters vorüber. Er sieht den Zusammenlauf und hört Jammergeschrei. Näher! tretend, bemerkt er die Gefahr und die Rathlssigkeit j der vor Angst zitternden Umstehenden. Alsbald ist sein Entschluß gefaßt. Er läßt sich in einer höchst gefahrvollen Stellung in den Brunnen hinab und es gelingt ihm, durch besonnene Ruhe und Geistesgegenwart die glückliche Rettung des schon verloren gegebenen Kindes zu vollbringen. Was dieser edelmüthigen That die Krone des Verdienstes aufsetzt, ist der Umstand, daß Herr PH. L. Gatte und Vater von acht Kindern ist. Unsere Gemeinde ist stolz auf den Besitz eines solchen opferfähigen, Ov.i vimp übenden Mitgliedes. Solche Thaten machen am Besten oben berührte Verleumdung mittelalterlicher Verfinsterung verstummen. — Preußen. ' Au- Köln geht uns eine Correspondenz zu, der wir Folgendes entnehmen: Für die Wochenfest Feiertage waren die bereits zum Peßachfeste beabsichtigten Reformen aufs Neue eingesührt. Den Orthodoxen war das alte Betlocal, welches vor Einweihung der Synagoge die Gesammtgemeinde benutzte, überlassen; eS war dasselbe von Männern, Jünglingen, Knaben, und die dazu gehörige Frauensynagoge von Frauen überaus zahlreich besucht. Die Trennung ist dadurch factisch da; es ist gut, daß dieselbe auf friedlichem Wege vor sich gegangen. Da es in Köln nicht die Person des Rabbiners ist, welche di; Trennung veranlaßte, so ist die friedliche Lösung ohne besondere Schwierigkeiten. Herr Rabb. vr. Schwarz ist auf weitere 6 Jahre engagirt. — Möge er die Zeit benutzen, um mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln dahin zu wirken, daß eine wahrhaft jüdische Unterrichtsanstalt gegründet werde. Dieselbe würde zugleich das sicherste Fundament seiner eigenen Stel lung werden. — Oesterreichischer Kaiserstaat HrlMP letz, (Böhmen) 2 Juni Die Conferenz der ungarischen Lehrer, Rabbiner und Volsände in Pest ist ein Beweis, wie sehr Ungar» im Strebe» nach Fortschritt, nach geistigem Lichte de» ander» Kronlandern unseres Staates voraus ist. Ruch für unser engeres Vaterland Böhmen würde eine derartige Conferenz von großem Vortheile sek», wie viel des Guten könnte zu Tage gefördert werde» durch Besprechung, gegenseitige Mittheilung und Verhandlung über die in der Schule erworbenen Erfahrungen über die vorhandenen Gebrechen, überhaupt über alledas, was zur Zeit Noth thut, um der jüdische» Schule diejenige Richtung zu geben, die ihren gegenwärtige» unhaltbaren Standpunkt in ein gewisses normale- Geleise bringen möchte. Denn eben die jüdische Schule ist es, welche gegenwärtig in tausend Zweifeln lebt und Frage» i» Unzahl werfen sich dem jüdischen Schulfreunde auf, zu deren Lösung eine Conferenz mindestens viel beitragen möchte, wenn auch nicht ganz und gar jedem Nebel allsogleiche Abhilfe geleistet werde» könnte. Um einige dieser Nebel mit Namen zu benennen, sa wollen wir unsere Schulen vor allem namhaft mache». Es sind dies entweder behördlich sanktionirte öffentliche Volksschulen oder Religionsschulen. Die öffentliche Schule bedarf vor allem eines wohlgeregelte» Planes, um ihrem ganzen inner» Wesen und ihrer unstreitig hohen Bedeutung vollkommen zu entsprechen. Sehen wir uns in der! jüdischen Schute Böhmenein wenig um, und wir werden die Neberzeugung gegewinnen, daß nur die wenigsten das sind, was sie eigentlich sein sollen. Die eink lässige, zweiklassige und dreiklassige Schule haben alle «i» gleiche- Ziel — die Schüler bis zur inkl. vierten Hauptschnlklasse zu führen. Sind danicht eigentlich Winkelschulen, trotz ihres öffentliche» Charakters? — Doch um den Namen ist eS unweniger als vielmehr um die Tendenz derselben zu thun. Aber wie ist es möglich, fragt sichs, das zu leisten? Ganz einfach! Komm nur, lieber Leser, i» eine solche Anstalt und laß dir eS von dem Lehrer derselben definiren Da gibt es vier, fünf, ja nicht selten sechs Abtheilungen Lernender. Der Unterricht dauert an den verschiedenen Schulen sechs, sieben bischt Stunden täglich, und das zu verarbeitende Material wird so gut, odqr so schlecht es eben möglich, in die Stundeaeintheilüng gepfropft. Wre und auf welche Weise unterrichtet wird, darum handelt sicham Ende

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