Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 3 (1862)
- Issue
- Heft 25 (18.6.1862)
- Date
- 1862-06-18
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2446951-2447036-2447061--01334-2456585- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
200 in den allerh. Appartements aufgestellten, für die London-Exhibition bestimmten Erzeugnisse der rühmtichft bekanntln k. k. priv. Porzellan Fa brik des Herrn Moritz Fischer zu Herend mit besonderem Interesse zu besichtigen geruhet haben und in huldvollen Ausdrücken die allerhöchste wohlgefällige Befriedigung auszusprechen,* *) selbst wenn der betreffende Fabrikant, dem diese hohe Ehre zu Theil ward, ein orthodoxer Jude ist. — Schweiz. Bern, 3. Juni. Die von dem Aarauer großen Rathe beschlossene Juden-Emancipation scheint den Kanton in eine bedenkliche Krisis gezogen zu haben. Die ultramontane Partei nämlich, welche im großen Rache ihre Opposition nicht geltend machen -. *) Der volle Wortlaut diese- Artikels lautet: Se. Majestät konnte, hat eine Petition in Umlauf gesetzt und bereits viel mehr als die geforderten ^6000 Unterschriften zusammengebracht, welche den Regierung-rach nöthigen wird, dem Volke die Frage vorzulegen, ob es in Folge des Juden Emancipations Beschlusses den großen Rath abberufen wolle oder nicht. Gelänge die Abberufung, so wären die seit Decennien errungenen Culturfortschritte in Aarau vernichtet. Würde aber auch das jetzt herrschende liberale System nur durch eine starke Opposition im großen Rathe geschwächt, so wären die Folgen auch dieses Zustandefür das Land sehr bedenklich. Darum hofft man, daß der ganze protestantische Theil de- Kantonbiaus den letzten Mann und mit ihm die liberale ka-: tholische Bevölkerung sich mit Macht gegen de» Versuch des UltramoutaniSmuS, in die Zügel de- Staates zu greifen, erheben wird. An der Spitze der Agitation steht der wegen politischen Meineids oerurtheilte Schleuinger. habe» genrhet in Begleitung Sr. k. Hoheit des Großherzogs von LoSkana am 12. d. M., die in den Allerhöchsten Appartements ausgestellten, für di« Londoner Exhibition bestimmten Erzeugnisse der rühmltchst bekannten k. k.'pr. Porzellanfabrik des Herrn Moritz Fischer zu Herend mit besonderem Interesse zu besichtigen. Rebst mehrere» Vasen und Garnituren antiken Grurr'S nach chinesischer, altsäLsischer und Birux-Sevres Art, welche jenes Etablissement ausschließlich kultivirt, machte sich besonders eine Jatte im chinesischen Geschmack« bemerkbar, welche 9 Wr. F. im Umfabge und 3 Wr. F. im Durchmesser hält und als die vorhandene größte Jatte der Welt gelten kann, indem bisher noch an keinem Orte China nicht ausgenommen, «in ähnliches flaches Stück von dieser Größe erzeugt worden ist. Der Spiegel zeugt in höchst gelungener Darstellung die traditionelle Scene, wo die Kaiserin Marie Theresia mit dem jungen Erzhcrzoz Joseph auf dem Arme im Preßburger Landtage 1741 erscheint und der Erzeuger nennt deßhalb daS Gefäß die »große historisch« Jatte.* Ein ebenfalls in chinesischer Art kunstreich auSgeführt« hoher Pokal mit Handhabe rüü» Falldecke^, das Ganz« aus «tue« Stücke und durchgrhrnds gffchulttea und mit bemaltem inner« Futter, endlich zwei für den Freiherr» v. Rothschild angesertigte innen und außen bema.te türkische Kaffeetassen von der Dünne eines Papierbogeus erregten »aL der erwähnten Jatte vorzugsweise die Aufmerksamkeit Sr. Majestät des, Kaisers. Allerhöchstdkesrlben geruhte» Herrn Moritz Tffchtf, ber die Ehre hatte genau« Auskünfte über die auSgestell, tm Gegenstände geben und zahlreiche Fragen mit Erläuterungen beantworten zu dürft«, ln huldvolle» Ausdrücken die Allerhöchste wohlgrfällige Befriedigung auSzusprechrn. So gnädig ist die „»euzeU* und ihr Vorrrspondent am Vrkonper Wald lange nicht- DaS Urtheil ist längst schon fertig, »Macht nichts, der Jude wird verbraunt.* Pal 5 pi n ä. Jerusalem. Aus einem Briese von Jemsa-; lem entnehmen wir, daß die Gründung der in-' nern Mauer von Jerusalem (angeführt unter dem Namen Wall Jesajah XXll. 11, wo von zwei Wällen gesprochen wird) neulich wieder entdeckt worden ist. So weit dieselbe bloß gelegt ist, besteht sie. aus sehr großen Steinen, und dieses solide Mauer» werk ist dasselbe wie das der westlichen Tempelmauer. Sie ist ungefähr vier Jards von der gegenwärtigem Mauer entfernt. Der Ort wurde von vielen Europäern besucht, unter denen wir de« österreichische», und französischen, sowie den durch seine topographischen Kenntnisse der heiligen Stadt ausgezeichnete»! preußischen Consnl vr. Kosen hervorheben. Sie.Me stimme» darin übereht, daß e- Ueberbleibsel a»G dem grauen Alterthume, die Grundmauer de- Waldseien. Sie wurde entdeckt, als man grub, um da- Fundament zu einem neuen Gebäude zu legen. Dasselbe führt den Name» „Wohnung de- Friedens* und wird aus Kosten deverstorbene» WohlthälerS für arme Israeliten erbaut. Aus demselbe» Bode» wurde auch eine sehr große, gleichfalls sehr alte Eisterne entdeckt von einem Umfange von 33 Jards Länge SH Breite und 14 Tiefe. (5. 1>Irr.) Lerantw. Redaktion Vr.Lehmanu. — Verleg der L« R o ux'schrn HoibuchhanUung. —Druck von I. G^ttsledea in Mam^.