Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 3 (1862)
- Issue
- Heft 24 (11.6.1862)
- Date
- 1862-06-11
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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192 50,600 Frcs., welches Sie der Gesellschaft des Kaiserlichen Prinzen bestimmt haben. Die Resultate, welche Sie in einigen fremden Ländern erzielt haben, indem Sie kleinen Industriellen Vorschüsse machten und die Mitwirkung Ihrer persönlichen Erfahrung können nur mein Vertrauen auf den Erfolg der neuen Institution bestärken, welche ich soeben begründet habe. Ich habe, wie Sie wissen, die Verwaltung der Gesellschaft des Kaiserlichen Prinzen einem Rathe zur Ueberwachung gegeben, der ebenso wie ich vom Geiste der Toleranz und der religiösen Freiheit beseelt ist, auf welche Sie mit Recht so viel Werth legen. Sie können demnach versichert sein, daß die Verwendung Ihrer großmüthigen Gabe Ihren Intentionen gemäß sein wird.! Seien Sie meiner Achtung versichert. Im Tuilerien-Palast, den 15. Mai 1862. Lllgönle. (l7niv Isr.) Paris. Wir hatten neulich Gelegenheit, die Aufklärung unserer Pariser Schwestern zu bewundern. Einige von denselben bekleiden Stellen in rein katholischen Gesellschaften und collektiren für milde Zwecke, von welchen ihre Glaubengenossen ausgeschlossen sind. Heute haben wir den weitumsassenden Liberalismus des Präsidenten vom iSr. Consistorium, des galanten Obristen Cerfberr zu bewundern. Der nachfolgende Brief, welche im „loarval äes vedats* erschien, kann zum Beweise dienen, wie sehr er diesen Tribut verdient: „Paris, den 25. Marz 1862. Geehrter Herr! Eine mehrtägige Abwesenheit hat mich verhindert, meine Stimme früher gegen eine Behauptung zu erheben, welche von einem Senator in der Sitzung deverflossenen Dienstag gemacht wurde. Bei Gelegenheit der Neberrsichung einer Petition an Len Senat durch mehrere Einwohner von Nancy, welche da- Reglement hinsichtlich der Verpflichtung der Soldaten zu gewissen Ehrenbezeugungen gegen daS heil. Sakrament (Hostie) als ihrer Religion entgegen betrachten, rief Herr v. La Rochejaquelin auS: »Das find Juden l" Ich bitte den Herrn La Rochejaquelin um Entschuldigung Meine Glaubensgenossen haben nicht protestier. Weit entfernt. Der ehrwürdige Herr Levylier, Präsident des ConsistoriumS von Nancy hat die Unterzeichnung der Petition als unbegründet abgelehnt, und wenn es gestattet ist, eine Meinung auszusprechen, so würde sich sagen, daß ich in meiner langen militärischen Laufbahn oft die Soldaten in die Kirchen zu kommandiren hatte, ohne daß hierbei meine religiösen Ueberzeugungen mit der Ausführung einer militärischen Ordre in Widerspruch gekommen wären. Unterzeichnet: Obrist M. Cerfberr, Präsident des Central-ConsistoriumS der JSraelite« von Frankreich.* Wir haben hier zu bemerken, daß die fragliche gottesdienstliche Ehre darin besteht, vor der Hostie niederzuknieen, und diese Verehrung hält der PrLsiedent deS Central-ConsistoriumS feinen religiöse» Ueberzeugungen nicht widersprechend. AlS Daniel mit seinen Gefährten auf königlichen Befehl anfgefordert wurden, dem Standbild de- Königgöttliche Ehre zu erweise», da weigerten sie sich und wollte» lieber ve» Tod erleiden, und der erste Repräsentant des französischen JudenthumS findet in dieser Handlung nichts Entgegenstehendes. Daß die jüdisches Soldaten zu dieser Ehrenbezeugung gezwungen werden, ist freilich ein großes Uedel, aber noch ein weit größeres ist er, daß ein Jude, welcher eine so hohe Stellung einnimmt, in der erwähnten GottsSverehrung nichts Unrechtes findet. (I. CH.) Schweiz. Der», 22. Mai. Der Gesetzesvorschlag über die Organisation der israelitische» Gemeinde» im Canto» Aarau wurde bei gedrängt voller Tribüne vom Aarauer großen Rathe in zweiter Vera Lhung behandelt. Der Antrag Steigmeier'S, die Berathuug aus unbestimmte Zeit zu verschieben, veranlagte eine sehr heftige DiScussion. Hr. Feer Herzog trat in einem ausgezeichneten Vorträge für die Rechte der Israeliten in die Schrank»; dir OrdnungSmotion wurde mit allen gegen eine Stimme verworfen, und das Gesetz mit 1 LS gegen 2 Stimme» angenommen. vermitw. Redaktion v,. Lehman«. — Verlag di, Le Roux'fchen Hostuchhandlung. — Druck »an I. SottLkete» i» Mainz.