Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1862-05-28 · Heft 22 (28.5.1862) · page 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
3 (1862)
Issue
Heft 22 (28.5.1862)
Date
1862-05-28
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2446951-2447036-2447058--01301-2456549
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

» » 170 Gott. DaS Licht des Glaubens ist da; mit seinen herrlichen Strahlen erquickt eS die Menschenseelen; die Menschenseele, welche bis dahin unglücklich gewesen durch den schlimmsten Wahn, den Wahn der Gottlosigkeit, die Menschenseele, die bis dahin allen Greueln verfallen gewesen, die der Götzendienst in seinem Gefolge hat, die Menschenseelc, welche bis dahin alle dem Elende preis gegeben war,^ welches der Mangel an Bewußtsein von einer göttlichen Vorsehung Hervorrusen muß - sie kann sich jetzt sonnen im Lichte des Glaubens wLZ o2'wQ i3'2o oin, die Lehre GotteS, die vollkommene, sie erquickt die Seele. Alle Dinge schauen wir im Lichte; das Licht selbst aber ist an sich klar und bedarf, um uns zugänglich zu werden keines Vermittlers, keines Mediums. Wenn auch das Licht etwas Körperliches ist, so erüzieht cS sich dennoch dem Tastsinne; eS ist nicht greifbar. Ebenso entziehen sich auch die Wahrheiten der Thora der sinnlichen Darstellung, und deßhalb hat Gsttgesprochen: id NVprvrü 'is v'inx v'ndtt qb .i'.i' so» ".invo d3i bos. Es sollen dir nicht sein andere Götter vor meinem Angesichte — du sollst dir nicht machen irgend ein Bild oder eine Gestalt. Der Ursprung des Götzendienstes war nicht der, daß die heidnischen Völker von vornherein an die Macht der als Götter verehrten Bildern geglaubt hätten; das war erst die Folge späterer Bcthörung. Anfangs kam es den heidnischen Nationen nur darauf an, eine sinnliche, greifbare Darstellung de- Göttlichen zu besitzen. Aber auch dieses verbietet das Judenthum; es will von keiner Vermittlung zwischen dem Menschen und seinem Schöpfer wissen, unmittelbar führt die Thora den Israeliten zu Gott empor. Wohl fehlt eS nicht an Zeugnissen (mip) für Gott und seine Lehre, an Zeugnissen in unS und außer uns. Schauen wir nur in uns, betrachten wir ia uns das Weben und Wesen der eigenen Seele; sie legt Zeugn ß ab von dem Schöpfer, der sie in seinem Bilde geschaffen. Fragen wir nach dem Urgründe der Dinge — eine Antwort finden wir nur in dem Wesen der Wesen. Schauen wir uns um in der Welt außer uns, nach der Fülle der Geschöpfe, nach dem Großen und nach dem Kleinen, nach den großen Himmelskörpern und nach dem kleinen Würmchen, das zu unsern Füßen spielt — sie alle werden uns bezeugen das Dasein des Schöpfers. Blicken wir . mit prüfendem, forschendem Auge auf den Zusammenhang der Dinge, erwägen wir, wie Alles nach einem weisen Plane ineinandergreift, prüfen wir die Geschicke der Menschheit, so werden wir erkenne» das Walten Gottes in der Natur und in der Geschichte; und nun erst in der Geschichte Israels, diese- Volkes, das Gott aus der Schale der Menschheit geschält,- forteutmickelt und mit besonderer Fürsorge geleitet hat, bis auf den heutigen Tag, so haben wir ein Zeugniß für die höchste Wahrheit, die so in und an und für sich wahr, daß selbst der Unerfahrene sie klar schauen muß, wie er das Licht schaut, ns .i:vru i 011-, das Zeugniß de- Ewigen ist wahr, macht weise den Unerfahrenen. — Aber nur durch sich selbst kann die Thora erkannt «erden. Wie noch Niemand die Sonne gesehen vor dem Aufgange der Sonne, also kann die Thora uur durch sich erfaßt werden. .12 .1^21 .12 is.i, .12 qs.i willst du alle Kenntnisse, suche sie in der Thora, ino .121 und durch sie selbst wirst du sie und Alles schauen .12 .idm 2'vi denn durch sie gewinnst du selbst im Alter GeisteSfrische und zunehmende Kraft rmo srb mm und nicht brauchst du erst auf anderen Gebieten dir Erfahrung zu suchen, .i:o'.i .13,v .112 qv psw, denn wie sie gibt es kein Maaß, mit dem du das Weltall zu messen vermagst. Ja, v'5'p mrss ^2 ^1 rura das Gebot Gottes ist lauter und erleuchtet die Augen, es selbst ist! Licht und Werkzeug des Sehen-. — Die Thora lehrt uns aber nicht nur die ganze Welt erfassen und ihre Gesetze erkennen, sie lehrt uns auch das Wesen GotteS erforschen. Daher sage» auch unsere Weisen n*2"pn i'MLV .ibi3 mm b3 die ganze Gotteslehre ist der Name des Heiligen, gelobt sei Er, und wie der Name eines Menschen uns die Person bezeichnet, also belehrt uns die gesammte Thora in Bezug auf das Wesen GotteS. Wehe denen, die den Namen Gottes zur Lüge mißbrauchen, wehe denen, denen die Kenntniß der Thora ei» Mittel ist zu falschen, schlechten, nichtigen Zwecken ^1 vv m «vo rö snek -ppdsri — Schon in unserer gewöhnlichen AuSdruckSweise bezeichnen wir des Traurige, Schmerzliche mit Nacht und Finsterniß, aber im Lichte wohnt die Freude; wett mehr aber noch als das irdische Licht vermag das Gotteslicht des Menschen Herz zu erfreuen: ^1 mips 3d 'N2so v'iV', die Befehle Gottes sind gerade, erfreuen das Herz; und wie nach der Erzählung unserer Weisen das Licht der EchöpsungStage die ganze Welt durchleuchtete, so durchleuchtet die Thora das Weltall und gewährt die höchste Freude, dieErkeuntniß; aber im geschäftigen Leben, im Drange der irdischen Bedürfnisse, gewinnt der Mensch oft nicht Zeit, dem Forsche» und Erkennen sich zu widmen; daher hat uns Gott einen Tag gegeben in jeder Woche, der da frei und rein bleibe von jedweder Arbeit der Lag der reinsten und höchsten Freude zu-, dem Leben in Gott geweihet ganz und gar: 0»' ose iwr* "usipd o2l7.i sei eingedenk des Sabbattages, ihnzn heiligen.— . Zwei Träger führen uns das Licht zu, die Sonn» und der Mond; ebenso hat auch das geistige Licht der Träger zwei, die schriftliche und die mündliche

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.