Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 3 (1862)
- Issue
- Heft 21 (21.5.1862)
- Date
- 1862-05-21
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Wir wissen nun sehr wohl, daß der „Israelit* Viel Wichtigerezu thun hat, als, sich mit Trauerreden und nun gar mit dieser Trauerrede zu befassen. — Doch möchten wir nicht gerne einem der hochgelahrten »Herrn" der ungarisch-jüdischen Theologie, den Gefallen thun, einige Albernheiten seines EeisteS- ProdücteS, auf die, mehr oder weniger, es freilich nicht ankömmt, so ganz ungenirt den Weg zur theologisch!-rhetorischen Mackulatur ziehen zu lassen. — Schon seit lange hat kein solch' abgeschmackt unsinniges Zeug den Druck verlassen, wie dar ist, mit welchem Herrn vr. Z....S Genie, diesmal, auf das besondere Verlangen derehrenwerthen Gemeinde (Steinamanger.) die irvn-Literatur bereichert hat, und welches das löbl. ComitL mit seinem Cirkular zugleich versendet, um gleichsam seine Kompetenz, in der Wahl von Rabb.-Kaird. rc. an die, Stipendien zu vertheilen wäre», darzuthrM.. .! Doch lassen wir Hr. vr. Z. selbst sprechen. Im «Borbericht" fühlt H. Z. eine gewisse Bangigkeit darüber, daß es mit seiner »Trauerrede über den selig im HerVtt dahingeschiedenen Herrn" nicht ganz geheuer sei und stellt ein für allemal den rettenden Satz aus: „Die hier gelieferte .... zum Drucke nicht sehr geeignete Weise (sie) der Beredsamkeit, eine sogenannte Drascka, läßt sich . in das Gewand der .. Schranken der Rhetorik nicht so leicht einzwangen." —.Durch die, in diesem Genre gelegene Mannigfaltigkeit des Stoffes, die eigentliche Zauberkraft der Drascha, eine Harmonie des Ganzen ... „nicht zu erzielen." — Auf das „Gewand der Schranken der Rhetorik" also und auf „eine Harmonie des Ganzen" dürfen mir in dieser „Trauerrede" bei Leibe nicht rechnen, aber aus ein bischen Sinn und Verstand vielleicht? oder ist auch dies bei einer „sogenannten Drascha" nicht möglich? — Welchen Begriff muß dann d?r subscribirende Leser von der „Zauberkraft" der Drascha bekommen — Und wie wohl hatte H. Z. in dem Momente ein klernes Zaubertrankchen gethan, als er sich — auf besonderes Verlangen der ehrw. Gemeinde S.. -- anschickte, seine sogenannte Drasch» oder seine Trauerrede über dcn selig im Herrn rc. zu halten. — . Run H. H. hat seinem „Vorberichte" getreu Wort gehalten, ja er hat des Guten zu viel gethan, denn, die „Trauerrede" wimmelt von Sprachfehlern und logischen Schnitzern, die einem ambulanten Darschan von auuo dazumal, alle Ehre gemacht hätten. Wer die herrlichen Pröbchen von Hermeneutik! und vor allem die Gründlichkeit! die Wissenschaftlichkeit! Jü, daran erkennt man den B. CH -Theologen^ — S- 7gcht H. Z. an die Erklärung der schönen Stelle in Lloeä-Katoü 25 b. und bemerkt vor Allem zu dem -H» die Todtenbachre war entweder zu hoch, oder zu breit, der Eingang hingegen schmal uud niedrig" Sehr sinnig! Doch gehört diese Auffassung wahrscheinlich zu der ganzen, freilich etwas absonderlichen, Anschauung deS H. Z. vom Raumverhaltnisse, da derselbe gleich darauf das nm 1"»". ^?2L mit der sinnigen Umschreibung „wollen ihn— gleichsam über da- Dach der Menschheit (oho!) hinübertragen." wiedergibt. — Charakteristisch ist bei dieser „sogen. Drascha" daß sie mit den Worten beginnt: „Wir Neueru unterscheiden uns von den Alten" u. s. w. Doch das find nur Kleinigkeiten, die man dem verwöhnten Liebling des B. CH. Nachsehen kann. Was liegt diesen „Gelehrten" an Schönheit und Regeln der Aestethik — darüber find große B. Eh. Ge-ster, unbeschadet ihrer leidenschaftlichen Orgel- und Thor- Liebhaberei und ihrer Antipathie gegen wvi's, rm'p erhaben. — Es kommt freilich hiebci manche-, besonderin einer Trauerrede, recht drollig Klingende heran-. So z. V. erklärt H. Z. das in der Erzählung p"a. 25 b. vorkömmende «22 vns dahin» daß der Charakter des Rabbi Hunna ei» so großartiger war, daß derselbe „durch die Pforten der gewöhnlichen .... Sprache nicht durchgebracht werden konnte." Um diese Idee vom „Charakterdurchbringen" durch ein recht prägnantes Bild, den gewiß tief ergriffenen Zuhörern zu veranschaulichen sagt H. Z. S. ll. „Wenn nämlich ein Mensch oder ein Thier mit einer großen Ladung durch ein enge- Thor gehen will, so wird gewöhnlick die Last einzeln abgelegt.... bei einem „ganzen unzerlegbaren Ding" ... bleibt uns (?) am Ende kein ... Mittel, alden Eingang zu erweitern. In einem ganz ähnlichen Falle befinden wir uns auch (!) wenn wir .... den Charakter und Lebenslauf großer Männer zu schildern haben, sie gleichsam durch dis Pforte der Beredsamkeit durchführen wollen." Kurz, um daanmuthige Bild vom „Thiere mit der Ladung" so recht drastisch auSzusühren findet H. Z. S. 12, daß der Charakter de- Rabbi Löd Königsberger n"- gleichfalls ein ganzes unzerkegbare- Ding sei, davon ihm (H. Z.) „durch die enge Pforte seiner Beredsamkeit nicht dmchgcbracht «erden könnne." „Es bleibt,"sagt er „auch uns kein andere- Mittel übrig, als «22 vns da- Thor einzureißen — und daaufgerissene Thor der Beredsamkeit de- H. Z. »daist der — „Gott behüte uns vor solchem Doch ist diewieder nur ein Formfehler — und «aS gilt einem B. CH.- Gelehrten eitle Form. — H. Z. ist nämlich Gelehrter vsr renonuoö. Derselbe sucht schon seit Jahren für die Schalthiere, talmudische Benennungen, und für die talmudifchen Benennungen,