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Der Israelit · 1862-05-14 · Heft 20 (14.5.1862) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
3 (1862)
Issue
Heft 20 (14.5.1862)
Date
1862-05-14
Page
– (sequence 2)
Language
German
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154 r> '2) der Reserve-Fond: 21.0 fl.; :i) der projectirle Pfnsmr.ssond ssir die Lehrer -er Anstalt: circa 14290 st.; 4) der Fond zum Ankauf eines neue» SchulhauseS, circa 250 fl.; 5) die laufende Kasse: 335 fl.; 6) die Talmud Thora Kasse: 65 fl.; 7) die PH. Abr. Coheu'sche Stiftung (zur Forthildung der entlassenen Schüler): '10 st.; 8) zur Anschaffung von Preisen: 10 fl.; 9) zur Anschaffung von Büchern für unbemittelte Schüler, circa 50 fl.; 10) für die Bibliothek 25 fl. und verschiedene werthvolle Werke; 11) zur Vermehrung der Zahl der Freiplätze (freies Schulgeld) 1000 fl. Es sind demnach im Ganzen an außerordentlichen Beiträgen mehr als 17000 fl. in einem einzigen Jahre gespendet worden; bedenkt man nun noch, daß die Anstalt reich fundirt ist, daß die regelmäßigen jährlichen Beiträge eine respektable Summe erreichen, daß die Anstalt zahlreich besucht wird und das Schulgeld bis zum jährliche» Betrage von 54 fl. für ein Kind aussteigt, so kann man sich eine Vorstellung machen von den reichen Mitteln, welche hier zu Gebote/stehen und von den großen Leistungen, welche hier möglich sind. In der Thai leistet die Anstalt auch Vorzügliches, wovon uns zu überzeugen wir mehrfach Gelegenheit hatterr. Dies führt üüs auf die Abhandlung an der Spitze der Schrift. Herr Vr. Mendel Hirsch, ältester Sohn de- Herrn R. H., verbreitet sich darin über das Wesen einer „jüdischen Realschule." In anziehender, (durch nur ein wenig zu viel Antithesen) glänzender Sprache werde» recht gesunde pädagogische Grundsätze dargelegt. Der Verfasser charakterisirt die .zwei im Kreise, nicht des Judenthums, sondern der Juden heit schroff einander gegenubersiehenden Parteien," die sogen. Aufgeklärten und die sog. Orthodoxen. Nachdem er das Unzutreffende beider Namen bemerkt hat, üccepttrt er dieselben. Wir ergreifen diese Gelegenheit, um uns über die Bezeichnung, die wir zur Charakteri sirung unseres ^Standpunktes „orlhodo xeS Jndenthüm" gewählt haben, auszusprechen. Es rst uns die Beilegung diese- Parteinamens an-verschiedenen Gründen vielfach verdacht worden: 1) Man hat geltend gemacht, daß der Name „orthodox* vielfach mißverstanden wird; daß der große Haufe darunter Heuchler, Frömmler re. versteht. — Aber, was liegt daran? Ein jeder Name kann eine ehrenvolle oder schmachvolle Bedeutung erhalten; es kömmt nur daraus a»> daß die Träger desselben ihn zu Ehren bringen. Stolz rühmten sich einst die Niederländer „Genfen* (Bettler) zu heißen, stolz nennen sich noch heute die Engländer lVi§ oder T'or^, wiewohl diese Bezeichnungen anfänglich Schimpfworts waren. Sa war im Jahre 1851 „Demokrat" ein Schimpfwort, und 1791 galt das Gegentheil „Aristokrat" als ein solches. Mißversteht der große Hause die Bezeichnung „orthodox", so wird er bald seinen Jcrthum erkennen. wenn er sieht, welchen Männern diese Bezeichnung beigelegt wird. '' 2) Man hat ferner gesagt, daß der Ausdruck „Orthodoxie" für das Judenthum nicht paffe, da eS so viel als „der rechte Glaube* bedeute, während im Judenthume es der Glaube allein nicht ausmache, sondern das Gesetz, unö in Folge dessen die That. Wir stimmen dieser Ansicht vollkommen bei; wir haben bereits wiederholt davon gesprochen, daß die „Emunah" des Judenthnms ganz etwas Anderes ist als „der Glaube" einer andern ReWorl; so Mge wir aber Emunah in Ermangelung eines ander», b«eichnenderen Wortes mit Glauben übersetzen, so Kruge ist auch „orthodox", d. i. rechtgläubig, die treffendste Bezeichnung für unfern Standpunkt, welcher lediglich der ist, daß nur die religiöse That, welche im echten, rechten Glauben wurzelt, Wertch haL.. Mm hatte uns verschiedene Bezeichnungen vorgeschlageu: „glanbenstrm" — aber so nennt sich mH die Philippson'sche, die Geiger'sche Partei, weil sie sich noch nicht hat taufe» lasse»; „gesetzestreu" aber so nennt sich auch die Partei einer gewissen Schule, weil sie das Gesetz beobachtet wissen will, ohne an die Göttlichkeit der Tradition zu glauben; „traditionell" — ja, die Existenz einer Tradition leugnet Niemand, aber die Verbindlichkeit derselben wird in Zweifel gezogen, und selbst Manche von denjenigen, welche die traditionelle Auslegung des Gesetzes für verbindlich hallten, führen deren Ursprung zurück auf Hillel und Schammai, auf Esra und Nechemja, aus Jirmijahu und JecheSkel — nur nicht aus die erste Ursache alles Seins. , Es liegt in der Natur der Sache, daß Der Name nicht präcis und erschöpfend sii» kann. Wie Gott einzig ist, so ist auch nur Sein Name der VNL2N os - alle andere Name» werden das eigentliche Wese» der Sache nicht treffen können, und daher kommt es, daß die Eigenname« meistens willkürliche, völlig unzutreffende Bezeichnungen sind; sa heißt Mancher Philipp (der Pferdefreund), der sich vor Pferde» fürchtet, Mancher Victor Her Sieger) und ist immer unterlegen, »ad so fort. Daher wollen «bk mit dem Namen nicht rechten »yd uns gern eine Bezeichnung geben, welche von alle» die zutreffendste und am meisten anerkannte LA Doch kehren wir zu der vorliegenden Abhandlung zurück. Nachdem also der Vers, die beide» sich gegenüberstehenden Parteien kurz gekennzeichnet hat;

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