Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 3 (1862)
- Issue
- Heft 19 (7.5.1862)
- Date
- 1862-05-07
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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151 berichten und dadurch nicht unwichtige Beiträge zur Geschichte der Juden überhaupt zu liefern, denn Mainz (xnn) war einst Haupt- und Mutterstadt in Israel und die Männer, die hier gelebt und gelehrt haben, gehören zu den größten aller Zeiten; wir erinnert nur an R. Moscheh Hasaken, den Begründer talmudiicher Gelehrsamkeit in Deutschland, dessen Sohn R KalonymoS von Lucka, angeführt von Toßaphot, Menachoth 109, dessen Sohn, den oben bereits erwähnten R. Meichullam Hagadol, R. Gerschom Meor Hagolah, R. Amnon, den Verfasser des Unßannu Takes, R- Eliser den Nathan und so viele Andere, deren vollständige Aufzählung wir uaS für ein anderes Mal Vorbehalten. — Preußen. Berlin, im April. Die vom Vorstande der hiesigen israel. Gemeinde projektirte Einführung der Orgel in die neuerbaute Synagoge ist von der Repräsentantenversammlung abgelehnt. Unsere Gemeinde wird durch diesen heilsamen Beschluß vor großer Verwirrung und Zerrüttung bewahrt bleiben. Aus Köln geht uns ein annoymes Schreiben zu, das von traurigen Spaltungen und andern betrübenden Vorgängen innerhalb der dortigen israel. Gemeinde berichtet. Es liegt demselben zwar eine gedruckte Synagogenordnung für die Peßachfeiertage bei, die einen Thcil der Mittheilungen außer Zweifel stellt; unfern Grundsätzen gemäß können wir jedoch das Schreiben in seinem ganzen Umfange erst dann benutzen, wenn der Einsender die Güte gehabt haben wird, sich uns zu nennen. Fran kre ich. Paris, 24. April. Herr Jiaak Artom (IS raelite), ehemaliger Cabinetschef .des Grafen Caoour, jetzt zum ersten Sekretär der italienischen Gesandtschaft in Paris ernannt, ist hier eingetroffen, um von seinem Posten Besitz zu nehmen. Ec wird als ein ausgezeichneter Piplomat gerühmt. Paris. Es kann nicht oft genug hervorgehoben werden, daß^die vielfach wiederholten Behauptungen der Judenfeinde, das Judenthum sehe sich zur Polemik gegen andere Religionen und deren Lehren veranlaßt, Nichts als gehässige Verleumdungen find. Wir theilen daher folgenden Passus ande« llaiv. isr. mit: Bei Gelegenheit einer von der Staatsbehörde gegen Herrn Renan bezüglich dehebräiscyen CursuS ergriffenen Maaßregek, überläßt sich die Presse vom 28. Februar bedauernswerthen Bemerkungen; wir könnten sagen , böswilligen Beschuldigungen, gegen welche wir als Israeliten mit aller Kraft der Seele Protest einlegen. ' Nachdem die Presse eine Stelle aus der Rede des Herrn Renan angeführt, fährt sie fort: „Sprechen etwa die von der Regierung besoldeten Juden also? Nein i Sie behaupte» und lehren, daß der Stifter der christlichen Religion nur ein falscher Prophet, ein Verächter der Gesetze, ein Ruhestörer gewesen, daß ihre Väter ihn mit Recht dem Tode Hingaben. —* Wer beleidigt nun den christlichen Glaube» am Meisten, der Rabbiner, welcher seine» Glaubensgenossen diese Lehre predigt, oder Herr Rena», welcher zu seinen Zuhörern sagt: „Der Stifter der christlichen Religion war ein unvergleichlicher Mensch; er gründete die ewige Religion der Menschheit?" „Wenn Herr Nouland Recht hatte, dem EprsuS des Herrn Renan einzustellen, so muß er. mn confequent zu handeln, vom Kaiser ein Dekret verlangen, das die Synagogen schließt.» „A. Peyrat." Herr Peyrat erlaubt sich hier gegen die Israeliten eine gehässige Verleumdung, die wir mit Unwillen zurückweisen. Wir setzen seiner Behauptung daß die Juden predigen und lehren, „der Stifter der christlichen Religion sei nur ein falscher Prophet gewesen," den entschiedensten Widerspruch entgegen. Die Juden befassen sich nicht mit Religionen, welche der ihrigen fremd sind; die Rabbinen predigen diese Doktrinen ihren Glaubensgenossen nicht; aber sie ermahnen sie unaufhörlich zur Tugend, zur Barmherzig? it gegen alle Menschen, zur Liebe gegen den Nächsten und gegen das Vaterland und noch besonders zur umfassendsten Duldung gegen jeden AndecSglaubenden; sie lehren die schöne israelitische Lehre: „Die Frommen aller Nationen werden der ewigen Glückseligkeit t eilhastig." Und diese Grundsätze der Liebe und Brüderlichkeit ^werden nicht nur heutzutage