Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 3 (1862)
- Issue
- Heft 17 (24.4.1862)
- Date
- 1862-04-24
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/2446951-2447036-2447053--01257-2456500- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
k 131 NE'-i. Die Bücher Psalmen °) Chronik ^) sprechen schon von den Hagrim; Raschi, Redak, I. Esra und I. Jachi behaupten einstimmig, es seien düs die Jsmaeliten. DaS Buch Zemach Davids erzählt uns die Schicksale der Hagriim zur Zeit der Nömerherrschast, und wie sie auf Befehl Muhamet's den Namen Hagriim, von Hagar her Magd, nunmehr in Sarazenen, von Sara der Frau, herleitend, umtauschlen. Der fromme und gelehrte Äsulai erzählt uns in seinem Werke Schern Hagdolim, Maimonides habe seinen Mischna-Kommentar wie seinen More Nebochim in der Sprache der Hagriim geschrieben. So erzählt er uns auch Art. David: Rabenu David, der Enkel de- Maimonides, habe eine Art Midrasch zur Thora und den Haphtarot ebenfalls in der Sprache der Hagriim verfaßt, die noch heute bei den ägyptischen Gemeinden zu ihrer Erbauung an den Sabbatabenden vorgetragen werden^). Haben nun Maimonides und dessen Enkel ungarisch geschrieben?? , Gedalja Zachl, der in derselben Zeit") gelebt, als der in Rede stehende Brief an den Rema geschrieben wurde, nennt die Türken Hagriim"), während er die Ungarn Ungarn nennt'*). David Gans'*) nennt immer, wo er von Ungarn zu sprechen hat, das Land Panonia, das ist Ungarns. Rabbi Jechiel Heilprin* nennt das Land ebenfalls Ungarn**). Zunz") stellt in der 16. Beilage sämmtliche in der altern gottesdienstlichen Poesie gebrauchten Ausdrücke für Araber und Christen zusammen; und da finden wir für die Araber die Benennung fl ,w^4.i v'bxpvv' ,nvrr fl ,.inLp fl ,D.i. Alles dies, denke ich,- genügt zu beweisen, daß in der Zeit von der wir sprechen, die Benennungen pix ,-an .c>«i).i in nicht im entferntesten auf Ungarn bezogen werden können. Mithin ist sowohl jener Scheidebrief, 6) 83 Psalm B. 7. 7) Chronik 1. Cap. 5. 10. 8) Thril 2. 89 »—d. 9) M. Steinschneider in Ersch und Gruber Jüd. Literatur nennt sLlscklick alS Quelle Munks Annalen HI. S. 94. 10) Schalsckclei, Zollkiev 5584. 37 d. st. 11) Seite 60 12) Seite 75 d. f. f. 13) Zemack David. Lemberg 1347. 14) Seite 82 f f. 15) Seder Hrdorot, Zollkiev 1608. 16) 45. S. f. f. 17) Synagsgale Poesie, Berlin 1852. S. 444 f. f. von dem ick Mordechai Und Schilte Giboüm'H M Rede ist, keinesfalls au- Ungar», sondern aüS M Türkei gekommen, als auch jene im MHckgutachten des Rema, keine ungärifchsprcchellde Gemeinde ist, sondern eine Gemeinde, dlk den arabischen Ritus eingeführt hatte"). - - - Die unbezweifelte Gewißheit jedoch, daß sowohl p'p so wie Bodnn, in den Briefen 82 und 33 vorkommend, nicht auf Ungarn bezogen werdet kann, gewinnen wir erst, wenn wir den Ort berücksichtigen , von welchem aus dieser 82. Brief au dt» Rema geschrieben wurde. Es ist dies nämlich die Stadt Pleona") in der Türkei, dasselbe Mima, das auch im R. G. A. des N'schal Nr. 14*') vdtkömmt. In Pleona also sammelten sich die von der V142LW — Gemeinde deS deutschen Ritus, deren Muttergemeinde Bodnn d.k: Widdin^*) war. Man sieht, wie wenig man hier an eine uitgarischsprechende Gemeinde zu denken berechtigt sei.*H Daß schon im tb. Jahrhund, in Ofen Jude» gelebt haben, ist schon daraus erwiesen, daß man ihnen den Vorwurf macht, daß sie bei der E-nnahme Ofens durch die Türken im Jahre 1526, während die übrige Bevölkerung das Weichbild der Stadt verlassen, allein in der Stadt zurüäbliebe»; allein Spuren von einer großen geregelten Gemeinde in Ofen bekommen wir erst ein ganzes Jahrhundert später, und zwar während der Wirksamkeit degekehrten RaLbinen ipv. Wenn ein Monarch mit Stolz von sich sage» konnte: 1'vtAt e'est moi, so konnten unsere Rabbinen der Vorzeit mit mehr Recht das von sich behaupte»; denn wirklich verdankte die Gemeinde ihren Glanz und ihre Berühmtheit ihrem Rabbiner. Weil nun 18) Alfafl, Pretzburg 1638, Band 5. 59 ». 19) S. Ritus von Zunz. 20) Rema S. 82. / . 21) 14 KQde. Die Stadt ^21p'bd<. die da neck erwähnt wird, soll wohl Rikopol heißer», dämaks die Muttergemcinde der Aschkenasim in Pleona, wie dies aus dem 14. Brlcf desagkcn Werkezu entnehmen ist. 22) Vodun ist nicht dacorrumpirte Widdln; sondern eS heißt in Wirklickkeit Viddin, auf slacisch Bodnn» 23) Allerdings finden wir ein hundert Jahr später in den Necktögutachtm und '2L O2N, Ofen Vodun genannt, aber um dieses Bodun von dem wirklichen Bodnn za unterscheiden, setzten sie hinzu flirr -t'ipN'21 P112. In den chcidebcikfen aber wurde nickt geschrieben P112 sondern -<1122. ithe: 2"p N'OP ti'2. Ebenso nannten die späten» jRabbinrn P1L NQL .111.1'2 P114 1LD' Okin. Unzanr 14.1 s^ir<; dawar aber nur eine rweigentliche Bezeichnung, und kam daher, weil eS so lange unter türkischer Oberherrschaft gestanden.