Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1862-04-24 · Heft 17 (24.4.1862) · page 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
3 (1862)
Issue
Heft 17 (24.4.1862)
Date
1862-04-24
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2446951-2447036-2447053--01256-2456499
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

* y 130 Dir innewohnendes religiöses Gefühl, das sich vielleicht oder gewiß dagegen a/fträubt haben muß, als es sich darum handelte, L inen alten hrwürdigen Titel.-.oinp n'7.np aufzugeben, der alten Mutter den Rücken zuzukehren, um auf den Höhen der Zeit — diese 5»»22?) unseres Jahrhunderts — Dir Deinen, neuen Tempel mit dem und m,t dem zu erbauen, überwunden; denn. Du wolltest, wie Du sagst, patriotisch sein, wie noch keine Gemeinde vor Dir, und siehe: der Deinen Tempel einweihende Geistliche raubt Dir deine Freude, Deinen Stolz! Denn nach ihm blühte schon eine ähnliche Gemeinde in Ofen im 16. Jahrhundert! Ich, Dein Nachbar, habe es tief empfunden, wie Du Dich ob dieser Enthüllung abhärmest, und darum lege ich bleroor'« Requisiten nieder, und hole meine. aM Feder, aus. ihrem. Verstecke, um stammelnd, wie ich es vermag, Dir, der Lesewelt, dem Verfasser des Aufsatzes Hiragana im ö. Oiraaurmja und endlich auch Herrn Löw selbst zu beweisen: daß seine blühende ungarisch-jüdische Gemeinde in Ofen im 16. Jahrhundert, aus dem Buche Nechtsgutachten des Nema nicht herauSzukombiniren s^i; mithin doch wirklich Dir, Rumpfgemeinde in Großrvgrdein, dje Ehre bleibt, die Erste gewesen zu sem, djk im W-inberg. des Herrn Kilajim*) angebaut, gegen das Verbot : 1222 pim rch. - . II. Die Quelle, aus der H. Löw seine ungarisch.jüdische Gemeinde herausdemonstrirt hat, ist, wie schon erwähn^ wurde x" 2 1 W1VM mdxs u. z. der 82. upd 83. Briest Gerson bar Juda schreibt an den in Krakau lebenden Rabbi Moses Jszerl, er möchte ihm auf folgende in der Gemeinde obschwebende Frage. Bescheidertheilen: Vor geraumer Zeit hatten sich dir Mi Gemeinden o'inrm p"p darin geemjgt: sie wollen ihre fromme Institution rnb'vr gemeinschaftlich verwalten, und hatten auch diese» Akt. schriftlich nach alter jüdischer Nechtssorm festgesetzt. Nun aber wünschten die Führer der Gemeinde»: wieder diese Gemeinschaft aufzulösen, und jede separat ihre."N2n zu verwalten rc. rc. In dem Schriftstück, nun, das bei der Einigung der zwei Gerytzinden quögefertigt wurde, finden sich drei Worte, welchedem. H.. Löw die Prämissen sind, aus denen er oben bezeichnten Schluß folgerte Hier heißt eS nämlich:, . 3) Difse MY2 unseres Jahrhunderts sind die Altäre, didem neuen Gott, dem Geiste der Zeit, aufgerichtet werden, u»i>h* ,e«d der erhaLene Gott Israels, der der Geist aller Zeiten ist, hinteaangesetzt wird, und ist ihnen, wie schon Jod sagt, der Kultus, wie «in Kleid, den Lsod, hingegebe». " . 22 827» '2 . r 1 j O'WNSr p'p, 2"^L-s ,PM2 p"p 2'^r^e p"p ist ihm die deutsch sprechende Gemeinde p"p die ungarisch sprechende Gemeinde und;,w2 ist ihm die Stadt Ofen. III. Vor Wem fragen wir: verstehen wir unter p"p oder w-n-n p"p eine Gemeinde, deren Umgangssprache die deutsche oder die spanische ist? oder verstehen wir darunter, woran kein Sach- und Fachverständiger zweifeln kann, eine Gemeinde, die den Ritus der L2'»2V>r oder die der o""nsv eingeführt hat? Allerdings mochte in jenen barbarischen Zeiten, wo man unsere Vorfahren bald aus diesem bald aus jenem Lande vertrieben, und sie in dem oder jenem" Lande, wo sie Aufnahme fanden und sich wieder z» Gemeinden konsoldirten, auch die Sprache*) defrüher bewohnter» Landes ein Umstand fein, der zur Konsolidation der Einzelnen mitwirkte, aber das Hauptvehikel zur Konformation der Gemeinde war und bleibt es. noch heute., der Ritus» Und eden der. Ritus war es auch, nach dem die Gemeinde so oder so sich nannte. Wenn H. Löw mehr die Wahrheit als bloße problematisch aufgestellte geschichtliche Dermuthungen zu würdigen den Muth hat, muß und wird er dieser Ansicht beipflichten. Wenn nun aber p"p nicht eine deutschsprechende Gemeinde; sondern eine Gemeinde, die den deutsch-französische» Ritus eingeführt hatte, bezeichnet, so kann auch j?"p keine ungarischsprechende Gemeinde gemeint sein, sondern eine Gemeinde, die den hagrischen Ritus in ihrem CultuS als Norm betrachtet.. Wäre nun hagrisch—ungarisch, so hätte eS einen ungarischen Ritus geben müssen; von dem aber haben wir bis heute keine Nachricht erhalten. Herr Dr. Zunz hätte" uns in seinem geschätzten Werke „Die Ritus," den ung. Ritus ebensowohl vorgefübrt als jeden andern, wenn eS ja einen gegeben hätte; im Gegentheile sagt er uns, daß Wien, Oesterreich, das mittlere Deutschland, des spätere Polen, Frankreich undUd») gar», einen und denselben NituS hatte«*). HM eK nun «ie einen eigentlichen ungarischen Ritus gegeben. o«-»2n p"»L aber, auf den Ritus, und nicht auf die Umgangssprache der Gemeinde bezogen werde» muß, so versteht es sich von selbst: daß unter v"-rn ungarisches Element nicht gedacht werden kann. Welcher der Riten aber wohl der hagrische sein mag, wird uns folgende Deduktion lehre». 4) R. S. «..Mabit, 1. Neil 307. ü) Ritus S. 70. > .^17 ' 5- — 'A42 7 7- «!?» >

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.