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Der Israelit · 1862-04-09 · Heft 15-16 (9.4.1862) · page 16

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Journal
Der Israelit
Volume
3 (1862)
Issue
Heft 15-16 (9.4.1862)
Date
1862-04-09
Page
– (sequence 16)
Language
German
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12S Ach zu diesem Gebrauch bestimmt. Jedes derselben ist bei genügender Höhe 20 Fuß breit und 28 Fuß tief, wird durch ein Fenster mit einer lichten Weite von 6 Fuß erhellt und hat eine hohe, zweiflügelige Thür, welche nach innen ausschlägt, damit die Passage auf den auch zur Bewegung der Kranken dienenden Korridoren nicht gehemmt und ein etwaige- Stoßen der erstern vermieden würde. Neu und besondermerkwürdig ist in diesen überaus behaglichen Gemächern die Construction der Oesen, welche, in der Mittelwand stehend, nicht bloS gleichzeitig die Korridore erwärmen, sondern auch den Zweck haben, dem Kranken während der Winterzeit erwärmte reine Lust zuzuführen. Diegeschieht mittel-eines nach außen offenen, unter dem Fußboden liegenden Kanals von Thonröhren, welche bis an den Ofen gehen; hier schließt sich ein eiserne-, in den Ofen selbst geleitete- Rohr an, welches, durch die Ofenfeuerung erwärmt, die kalte reine Luft aufsaugt und diese dann in einer Höhe von etwa 3 Fuß dem Krankenzimmer erwärmt zuführt. Außerdem befindet sich in jedem Krankenzimmer unterhalb der Decke ein Ventilator, welcher durch einen in der Mittelwand liegenden, in den Dampfschornsteinmantel führenden Kanal die schlechte Luft ableitct. Auch die Speise- und Waschküche sowie die ClosetS und Dadezimm« sind mit Ventilatoren versehen. Bedenkt man den großen Kostenaufwand, mit dem neuerdings in Krankenhäusern Ventilationseinrichtungen hergestellt wurden, so empfiehlt sich diese so einfache, die Luftreinigung vollständig sichernde Art der Ventilation einerseits durch ihre geringen Kosten, andererseits dadurch, daß ihre Wirksamkeit auch im Sommer ungeschmälert bleibt, da der Betrieb der Dampfmaschine und demnach die Erwärmung der Schornsteine ohne Unterbrechung fort- ^n Bezug auf die Krankenzimmer muß noch erwähnt werden, daß dieselben je für höchstens acht Betten berechnet sind, bei ihrer Geräumigkeit also dm Kranken hinlänglich freie Bewegung gestatten. In den Theeküchen, welche sich in ihrer unmittelbaren Nähe befinden, stehen auch Badewannen, welche hier gefüllt und mitteleineauf Nädern ruhenden Untergestells ohne alle Mühe bian da- Bett eines Kranken gerollt werden können. - Was die sonstigen Badeanstalten des Hauses betrifft, so sind in den beiden Eckrisaliten jeder Etage freundliche, Helle und bequeme Badezimmer mit je zwei kupfernen Wannen vorhanden. Dabei sind die Slv« technisch sehr gmaue, durch Abbildungen erläutert« Beschreibung dieser wie aller andern Apparat»-und Maschine» der Anstalt findet sich in dem angeführtrn Weile von De. Esse. im östlichen Giebel befindlichen so eingerichtet, daß darin auch Dampfbäder verabreiche werden können, zu welchem Zweck von den Dampfkesseln au-kupferne Röhren in die betreffenden Zimmer geleitet sind. Außerdem ist in jedem Baderaum auch eine Brause für kaltes Wasser und ein Apparat für Dsuchebäder angebracht. Nach dem Urtheil deS vr. Esse dürsten wenige Krankenanstalten bestehen, welche Badeeinrichtnnaen in solcher Vollkommenheit und Reichhaltigkeit aunnweisen haben, namentlich seien Einrichtungen für das Dampfbad in jeder Etage eine große Seltenheit. So vollkommene Einrichtungen find aber nach dem weitern Ausspruch des genannten Sachverständigen nur möglich, wo hinreichend große Dampfkessel zur Abgabe der erforderlichen Dämpfe vorhanden find und wo beim Neubau von vornherein dafür gesorgt wird, die Badezimmer in den einzelnen Etage» so durchaus wasserdicht herzustellen, daß die verursachte Feuchtigkeit dem Gebäude nicht schaden könne. Fügen wir nun noch hinzu, daß die Korridore desselben 9 Fuß breit sowie durch GlaSverschlüsse und Thüren vollständig gegen, die kalte Lust geschützt und daß in jeder Etage auch genügende Räumlichkeiten für Operationen und andere ärztliche Zwecke vorhanden sind; daß sich ferner im Mittelrisalit des ersten Stockwerks ein großer und geschmackvoller, zu regelmäßigem Gottesdienst bestimmter Betsaal, bn Administralionshause eine eigene Apotheke, im Hofe ein Eiskeller befindet und daß es auch an einem sehenswerthen LuftheizvngSosen zum Reinigen der von den Kranken mitgebrachen Kleider mcht fehlt, so hat der Leser wohl ein annäherndes BW des musterhaften Baues, in dem so viele herrliche Einrichtungen zu einem so wunderbar ineinander greifenden wahrhaft schönen und harmonischen Ganzen vereinigt sind um einem der edelste» und erhabensten Zwecke der Menschheit dienstbar zu sei». ' Dem Vorstand gebührt die Anerkennung, daß er sich durch diese befriedigende Ausführung devon ihm angeregten Werkeei« bleibendes und mehrseitiges Verdienst erworben hat. Indem er dem kranken Armen seiner Gemeinde ei« freundliche- Asyl, dem Wohlthäligskeitssinne der letztem ein würdiges Denkmal errichten wollte, ist es nur seinem bereitwilligen und intelligenten Berflündniß zu danken, wenn daneue jüdische Krankenhaus zugleich ei» Zeugniß für die Macht des wissenschaftlichen Fortschritts Md dadurch eine Sehenswürdigkeit der Hauptstadt geworden ist. A. F. vrrarttw. St,da!Üo» Lehma«». — Vertag de, Le Roux'schr» H^duchhanvlurig. — Druck von I» EottsleL«»!a Mat«-.

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