Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 3 (1862)
- Issue
- Heft 15-16 (9.4.1862)
- Date
- 1862-04-09
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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1L4 werden sie geschmückt, mit Nagel und Hammer be-! festiget, damit sie nicht wanken. Wir Palme sind! sie in die Höhe getrieben und können nicht reden;! getragen müssen sie werden, sie können nicht schreiten. Fürchtet sie nicht, sie können nichts BöseS thun, und auch Gutes zu thun vermögen sie nicht. — Niemand ist wie Du, o Allherr, groß bist Du und groß Dein Name, in Allgewalt. Wer sollte Dich nicht fürchten, Du König der Völker! nur Dir gebührt es. denn unter allen Weisen der Völker und in allen ihren Reichen ist Niemand gleich Dir! — Und durch Eins wird die Thorheit und Beschränktheit der Heiden offenbar. Die Zucht des GötzentandeS ist — Holz. Silber geplättet aus Tarschisch gebracht und Gold aus Uphas, Werk de- BilderschnitzerS und des Goldschmiedes. Blaue Wolle urü» Purpur ihr Gewand, Werk der Weisen Alles. — Ader der Allherr ist der Gott der Wahrheit, Er dep Gott des Lebens und der König des Weltalls — vor seinem Zürnen bebet die ganze, Erde und die Völker können seinen Zorn nicht ertragen!" — (Wenn die Chaldäer euch zum Göhcn ienste verleiten wollen) so saget ihnen: Götter, die Himmel und Erde nicht geschaffen haben, müssen von der Erde vergehn und hinweg von „unter diesen Himmeln." — Gott aber erhält die Erde mit seiner Macht, bereitet die Welt mit seiner Weisheit, spannt aus die Himmel mit seiner Einsicht; er läßt die Donnerstimme ertönen — Waflerwogen brause« Ln den Lüften, führt Wolken heraus vom Ende der Erde, bereitet Blitze zum Regen und führt heraus den Sturm aus seinen Behältern. —" »Bethört alle Menschen vom Erkennen, beschämt jeder Goldschmied mit seinem Götzenbilds, denn Lüge ist sein gegossenes Bild und nicht ist Geist in ihm. Eitelkeit find sie, Werk des JrrthumS, zur Zeit ihrer Heimsuchung werden sie zu Grunde gehen. — Nicht wie diese ist ZakobS Antheil; denn der Bildner des All'- ist Er und Israel seines Erbtheils Stamm, der Ewige Zebaoth'S sein Name!" — ES ergibt sich aus diesen Prophetenworten ein vierfacher Unterschied zwischen Gottesdienst und Götzendienst, zwischen Israel und dem Heidenthume. 1) Israels Wesen ist Sittlichkeit, das der Heiden Sittenlosigkeit; 2) Israel- Erbtheil ist Wahrheit, dader Heiden Lüge. 3) Israel dauert für die Ewigkeit, da- Heidenthurn vergeht; 4) Israels Weisheit bewährt sich, die der Völker ergibt sich als Thorheit. i DaS Wesen des HeidenthumS ist Sittenlosigkeit. Der Ursprung des HeidenthumS ist der Natnrdienst. Naturerscheinungen oder Naturkräste wurden als Gottheiten betrachtet oder als Götter personificirl. So verehrten die alten Aegypter sowohl die nützlichen als auch die schädlichen Thiere; so machten die Chaldäer die Gestirne zu ihren Göttern, indem sie den Einfluß derselben in's Unendliche ausdehnten. In der Natur als solcher jedoch herrscht nur Nothwendigkeit, in ihr kann von sittlicher Freiheit als solcher nicht die Rede sein. Daher können die Religionen des HeidenthumS keine sittliche Consequenzen haben, denn die Grundlage aller Sittlichkeit ist die Freiheit des Willens. Nur wenn der Wille frei und der Mensch von dieser Freiheit seines Willens überzeugt und durchdrungen ist, kann er den Leidenschaften gegenüber treten und das Gute wollen. Daher wohnt im Gefolge de- HeidenthmnS das Laster; daher konnte das Heidenthum in sein« Bekenner« weder Treue noch Wahrheit, weder sittlichen Wandel noch Rechtlichkeit erzeugen. Nach seinem eigenen Muster modelte sich der Mensch seine Götter, um sich wiederum nach ihnen zu oilden; Götter, deren Thaten in Betrug und Mord und Raub und Ehebruch gipfelten. Israels Wesen ist die Sittlichkeit, die auf Gottesfurcht beruht. Der reine GotteSglaube, wie er Israels Erbtheil ist, hat die strengste Sittlichkeit zu seiner Folge. Gott ist der Allherr; ans freiem Willen hat Er die Welt erschaffen, und wie Er das freieste Wesen, von keinem Fatum, von keiner Natnraothwendigkeit abhängig, so hat er auch den Mensche» einen freien Willen eingepflamt, bat für ihn Gesetze der Freiheit gegeben, durch die allein eS ihm möglich wird, feine Begierden zu mäßigen und seine Leidenschaften zu bezwingen. — Auf Gottesfurcht beruht die gesammte und echte Sittenlehre. Gott ist der Herr und wir seine Diener, berufe» seinen Willen zu erfüllen, ans freiem, freiwilligem Gehorsam, nicht durch Naturnothwendigkeit gezwungen. Der Abfall von diesem Gehorsam gegen Gott ist ein Rückfall zum alten Heidenthume und daS ist'-, «aL wie öden sagten, daß auch der Götzendienst noch heute mächtig einwirkt; denn die Hingabe an Begierde und Leidenschaft ist auch eine Art Götzendienst. vrr in 7N.-V ES soll nicht sein in dir ein fremder Gott» daist die Leidenschaft, die den Menschen führt von Schritt »n Schritt auf dem Pfade de- Lasters, bis sie ihn in d?n Abgrund stürzt. Diese Art Götzendienst» die gefährlichste von allen, ist der moderne Unglaube» die moderne Gottlosigkeit, eine Rückkehr zum alten Heidenthume; deßhalb ergeht auch an uns noch der Ruf am Peßach. Feste r'z/'o ov'-p nvo, ziehet ad eure Hände von jeder Art Götzendienst.