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Der Israelit · 1862-03-26 · Heft 13 (26.3.1862) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
3 (1862)
Issue
Heft 13 (26.3.1862)
Date
1862-03-26
Page
– (sequence 7)
Language
German
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,1 ' Frankreich. Paris, 15. Marz. Zum Bau zweier neuen Synagogen in Paris, die auf drei Millionen veranschlagt sind, wurde in der letzten Sitzung des israelitischen ConsistoriumS eine halbe Million freiwilliger Beiträge gezeichnet, darunter vom Hause Rothschild 200,000 Francs, vom Hause Kane 45,000 Francs. Paris. (PariserBriefe an einen Freund. VN!) „Letzten Mittwoch fand eine einfache, aber interessante Ceremonie in der hiesigen Eommunalschule Statt. Der Herrn Maire des 3. Arrondissement überreichte nämlich Herr Fröves, dem Direktor dieser Schule, eine silberne Medaille, die ihm vom Unterrichts- und CultuSminister für seine so langjährigen und nützliche» Dienste zuerkannt wurde. Herr Iuspcctor Maurice Mayer, der zugegen war, sprach bei dieser Gelegenheit rc. rc." Also steht cs geschrieben in der Veritö wraälite vom 27. Febr. 1862 Nr. 7 Seite 36 alinea 5 n. s. f. — Du lächelst vielleicht, lieber Frrund, daß ich daso genau angebe — aber ich muß. Herr Ben Jona schließt nämlich seinen Bericht mit der Erwartung, daß man denselben im Israelit bekannt mache, damit daraus zu ersehen wäre, welchen Werth man den Anklagen beilegen könnte, die der Pariser Correspondent gegen die Schulen erhoben hätte. — Also glauben Sie wirklich. Herr Ben Jona, daß obige Thatsache am besten die verehrten Leser des Israelit überzeugen könnte, wie irrig meine Anklagen gegen die öffentlichen Schulen gewesen wären? Ich meinerseits wüßte wahrlich nicht, warum; denn: pro priiao habe ich, soviel ich mich erinnern kann, kein Wort gegen die Lehrer der öffentlichen Anstalten geschrieben; pro saeumlo beweist eS am Ende noch gar nichts für die Güte der Anstalt, wenn der Lehrer derselben eine silberne Medaille bekömmt. Ich kann hier mißverstanden werden, ich beeile nach also pi >> tai t'io hinzuzusügen, daß jedoch in Wirklichkeit die Lehrer der hiesigen öffentlichen Schulen Ausgezeichnetes leisten ui^d weder Zeit noch Mühe spa ren um wenigstens einem kleinen Theil der Zog' linge etwas beizybringen, denn daß pro <p!.arto der größere Theil, ich komme wieder auf mein moterwn eermeo zurück, mit Erfolg unterrichtet werde; ist bet der urrverhättiüßMßtzeF Anzahl von Schülern zunk Lehrst, unmöglich^. Doch zu etwas Anderem jetzt, da- Dich gewiß mehr interessiren wird. Das hiesige Beth Hamidrafch feierte nämlich unlängst einen glänzenden Slum a»s Maßechet Sanhedrin. IM möglich? rufst Du erstaunt aus? Einen Sium in Paris? Aber, mede lieber Freund, weißt Du, daß mich Dein Stamm» fast beleidigen könnte? Gibt'S In Paris nicht auch Juden? Sind nicht hier 2 Anstalten für die Be^ breitung der Thora? Thalmud Thora und BeH Hamidrasch, die beide Mit aller Kraft zur Hebung und Verbreitung der Gotteslehre beitragen? Deute« nicht schon die verschiedenen und zahlreichen Wohlthätitzö keitSanstalten, von denen ich später Ausführlicheres bericht?» werde, auf daS noch unverdorbene jüdische Herz der hiesigen Gemeinde? Fand bis jetzt Mht fast jede Neuerung in Bezug auf den Gottesdienst nicht nur von Seiten der Rabbiner sondern auch vön der der Gemeinde den kräftigsten Widerspruch? GlanbS mir sicher, man kann in Paris eben so gut,i.wke i» jeder andern Stadt, Jude fein und bleiben; ein festste Wille gehört allerdings dazu; nur Leute, die diese» nicht haben, sind in dem kleinsten Orte eben so gut wie in der größten Stadt der Versuchung ausgefetzt. Doch ich komme vom Sium ab, von dem ich sprechet wollte. Vor einiger Zeit nämlich, als man nahe daran war, die Maßechet Sanhedrin' zu beendigt», beschlossen die aktiven Mitglieder des Beth Hamidrasch wieder einmal einen glänzenden Sium zu veranstalte». Nach langen Debatten vereinigte man sich endlich dahin, daß am 2. Tage Nosch Chodesch daS Festessen stattfinden sollte. Eine SubfcriptionSliste ward nu» alsbald hcrumgeschickt, und fast an 30 Mitgliedes unterschrieben sich. Der Saal der Vereinsschule ward schnell in einen Festsaal umgewandelt; um 6 Uhc Vers sammelte man sich, lernte die Maßechta zu Ende und setzte sich sodann mit der gemüthlichsten und munterste u Laune zu Tisch. Daß es bei dieser Gelegenheit sogenannte Peschutim regnete, cs auch an jüdischen Bonmots nicht fehlte, läßt sich sehr leicht denke». Einen euischiedenen Eindruck jedoch machte die Rede des Herrn Rabbiner Weißkopf. Er sprach von.' der schönen und alten Sitte, des Sium, von der Heiligkeit des Jud ihumS überhaupt, das jedes Fest, jede Feier, jede Fceude zu einer hohen und hehren

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