Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 3 (1862)
- Issue
- Heft 11 (12.3.1862)
- Date
- 1862-03-12
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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So oft nun der Heilige elodt lei Er, die Sünde Israels in Erinnerung ringen will, daß es gesprochen in Rcphidim: „Ist etwa Gott in unserer Mitte?" so spricht er: Denk' daran, was Amalek Dir gethan. — Als ein von Gott, hingestellter, zwar als ein verruchter, aber doch als ein von Gott hingestellter Wächter steht Amalek Israel gegenüber, ist stets es zu vsrwunhrn bereit, darf aber nur daun befriedigen seines Herzens Rachetrieb, wenn Israel wüthet gegen sich selbst, wenn eS verletzt im blinden Wahne die ihm von Gott verliehene Thora. — Äuch die Geschichte des PurimfesteS erzählt uns, wie ein AmalekS Enkel, Haman, Israel zu vertilgen sich bemühte. ES mahnt uns aber der Sachor-Zuruf, eS lehrt uns das Vurimfest, daß Israel in seiner Gesammtheit ist und bleibt ein gotterwähltes Volk, daß aber auch jeder Einzelne in Israel die Pflicht hat, sich zu erkennen als einen Träger des GotteSgedankenS, danach zu richten habe, seine Lebensfreude und seinen LebenS genuß, daß ferner jeder Einzelne nur leben und seines Lebens froh werden kann, in der Gesammtheit, durch die Gesammtheit, und für die Gesammtheit. — l. Den Anlaß und die Bedeutung des Sachor- ZurusS haben wir bereitoben erörtert. Die Geschichte des PnrimfesteS zeigt uns Israel als ein heimathloseS, verbanntes Volk. Zerstört liegt die Gottesstadt, da- H iligtbum deS Herrn ist Schutt und Moder worden, aber Israel wohnt dennoch sicher, geschützt von Gottes mächtigem Arm, im weiten -erfische» Reiche — Gott bat sie nicht für immer verachtet, sie nicht gänzlich verschmäht — er bleibt ihnen auch in der Verbannmi e.n li<b?voll.r Vater; doch nicht in gleicher Lrebe find chm zngethan die abtrünnigen, durch die herben Leiden der Verbannung noch immer nicht gebesserten Kinder. Al- Nebutadnezar aufstellt das riesige Götzenbild, da find nur drei, nur Chanaaja, Mischael, Äsarjch, die sich zur Verherrlichung des göttlichen Namens in den glühenden Kalkofen werfen lassen, nur Wenige, die sich verbergen und fliehen — die Uebrigen beugen ihr Knie, und verleugnen ihren Vater im Himmel. Da steigt empor der Ankläger zum göttlichen Thron und ruft aus vor dem Allherrn: „Wie lange noch willst Du verknüpfen deinen heiligen Namen mit dieser abtrünnigen Nation, vertilge sie im Augenblick." Gott aber ist langmüthig und barmherzig, wartet ab die Besserung, und siehe, schon haben aufgehört die Könige von Babylon zu herrschen, auch von den Medern ist die höchste Gewalt schon z« den Persern übergegangen; Israel wohnt froh und glücklich uud geehrt im persi-chen Reiche. Jetzt sitzt Achaschwerosch auf seinem glänzenden Throne; er bereitet eia präch» tiges Gastmahl, an dem auch Juden Theil nehme» dürfen, und in ganz Susa ist nur Einer (Mardechay, der sich weigert zu speisen an königlicher Tafel ver» botene Speise, zu trinken verbotenen Wein. - Und alsobald erscheint znm zweiten Male der Ankläger vor Gottes Thron und ruft: Siehe dein erwähltes Volk, wie eS deine Gebote Übertritt! Wen» auch damals der Tod sie bedrohte uns sie aus Todes» furcht vor dem Götzen sich nägtea, wer zwingt sie H ute zu spülen aa des König- Tisch?" — Da ward Vernichtung beschlossen vor Gott, da wards geschrieben und unterfiegelt, daß der AmalekS« Enkel Gewalt haben sollte, über JSrael. Dr erschien die Thora im Tranergewande, und eS weinten die unsterblichen Engel. Noch ist Amalek nicht gestorben, in unserer Zeit noch leben seine Enkel, bereit, Israel zu unterdrücke^ zu vertilgen. Wenn nun heute erscheint der Ankläger vor Gottes Thron, unanklagt ob der Sünden unseres Gescklechrs, was solle» wir da sagen, was erwieder», womit »ns rechtfertigen? In des Mittet» alters finsteren Zeiten, als uns überka.nen ver Leidest unendliche Menge, als geführt wurden zur Schlacht» bank Israels Söhne und Töchter — wenn da Jemand abfiel von Gott »ad Genüge that dem Verlangen der Dränger, so that er eS aus Furcht oar dem schmerzliche», schimpflichen, bittere» Tod« -Hnnd doch harrte die Mehrzahl tre» ans, »ab doch ließen sich Israels Greise und Kinder, »ab doch li^ ßen sich Israels Jünglinge und Jangfraue», seine Männer und Weiser — fast Alle ließe» sich eher überliefern den züngelnde» Flammen deS Scheiterhaufens, eh' sie verletzten des Ällgütigen Wort, entflohen rastlos irrend ver Gefahr, ehe sie sich hinga^