Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 3 (1862)
- Issue
- Heft 8 (19.2.1862)
- Date
- 1862-02-19
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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rinen sehr schönen Einbruch; aber die Täuschung hört auf, sobald man in das Innere der Straßen tritt. DaS mcrkrürdigste Gebäude Hebrons ist die große Moschee, gebaut auf dem Platze, welcher das Grabmal Abrabams beißt. Man nennt sie auch die Festung Davids; sie bildet gewisser Weise eine Festung und liegt im südöstlichen Tbcile der Stadt in einem abgeschlossenen Viereck, gebildet aus ungeheuren Stci neu. Sie ist 2000 Fuß lang und!»o breit, die Mauer hat eine Höbe von 60 Fuß. Im Mittelpunkt dieses verschlossenen Hofes ist die Moschee erbaut, sie befindet sich nach der Tradition auf dem Platze der Höhle Machpela, welche Abraham kaufte von den Kindern Chet und wo Adam und Eva. Abraham und Sara, Jizchak und Nivka, Jakob und Lea begraben wurden. Ehemals befanden sich an allen vier Seiten der Mauern Thürme; der eine ist jetzt! gänzlich zerstört, der zweite ist eine Ruine, die beiden andern sind ziemlich gut erhalten. Will man der gewöhnlichen Aussage glauben, so wurden diese Gebäude auf Befehl der Hclma, der Mutter Constantius, erbaut. Nach einer andern Version ist jene jetzt zu einer Moschee umgewandelte Kirche viel später erbaut als die Mauern, welche bereits von den Inden um das Grab ihrer Stammväter errichtet sein sollen. Diese Mauer wäre demnach vor der Zerstörung der jüdischen Nation errichtet, während das Atter der Moschee nur bis ins zwölfte Jahrhundert hinanfreicken soll. Tie Juden von Schechem (Samenitai-er) dagegen schreiben dieses merkwürdige Gebäude dem Köig Salomo zu. Es ist i'u der Thal wahrscheinlich, tas; die Israeliten diese Gebäude errichtet halnu. um die Grabmälcr ihre: Vereitern zu erhalten und zu schützen. Tie Bauart der Moschee läßt auf jüdischen Ursprung schließen; sie ähnelt den Uebcrresten des Tempels zu Jerusalem; die Kaiserin Helena hat ohne Zweifel ein schon epsrircndes Gebäude wieder Herstellen und aüsschn ncken lassen; eS ist dies eines der ältesten und merkwürdigsten Baudenkmäler. Wenn schon über das Aeuß»re der Moschee eine so große Ungewißheit herrscht, so weiß man über das 'Innere derselben noch v cl weniger. Die Kreuzfahrer verloren Hebron im zwölften Jahrhundert, und seitdem haben nur zwei Christen in die Moschee dringen können; ein Spanier Ali Bev, welcher sie im Jahre 1607 als Muselmann verkleidet besuchte, und ein Italiener Namens Giovanni Tinati. Miß Martineau machte fast die Runde um die ganze Mauer; ober sie konnte von dem Innern Nichts entdecken, weil eine lange Treppe an der Cisterne, wo die Gläubigen ihre Waschungen Vornahmen, sie daran hinderte. -?! In unseren Tagen ei ballen sogar die Muselmänner selten die Erlaubniß in die Höhlen hinab- , zusteigen; Juden und Christen dürfen nicht einmab die Moschee betreten. Ten Juden indessen ist es erlaubt, in das Innere durch eine Oeffnung nahe an der Thüre zu i schauen, und so zu beten, indem sie das Gesicht nach i dem Grabe Abrahams wenden. Es ist ein rühren-! der Anblick, zahlreiche und fromme Jüdinen zu sehen, ' welche, gebeugt über ein Gebetbuch, ihr Herz auSschütten an den Gräbern unserer Stammmütter, die dort seit Jahrtausenden schlummern. Die Muselmänner, die Nachkommen der Sclavin Hagar. verbieten heute den Söhnen und Töchtern der Gebieterin Sara, den Boden zu betreten, welcher so heilig, ss theuer ihrem Herzen ist. Tie folgende Beschreibung des Innern der Mo-! schee und des Grabmals verdanken wir dem obener- I wähnten Spanier Ali Bcy. Er sagt: i »Man steigt zu der Moschee auf einer großen i schönen Treppe, die zu einer Gallerie führt, der ein! kleiner Hof vorhcrgeht; nach der Linken zu befindet! sich eine Seulenhalle. Der Vorhof des Tempels ent-! hält zwei Kammern, von denen die eine das Grab Abrabams, die andere das Grab der Sara heißt. In dem Hauptschiff des Gebäudes zwischen zwei starken Senken befindet sich eine große Nische, in welcher das Grab Jsaacs ist; an der Vorderseite zur Linken befindet sich dasjenige Nebcckas. Weiter unten befindet sich eine andere Kammer, in welcher, wie mau sagt, die Gebeine Josephs (?) ruhen. All diese Patnarckcngräber sind bedeck! mit reichen Teppichen von grüner Seide, gcsckmückt mit prächtigen Fransen von Gold. Die Grabmä'er ihrer Frauen sind bedeckt mit edensalls mit Gold verzierten rollen Teppichen. Die Sultane von Cor.stantincpcl schenken diese Teppiche, welche man von Zeit zu Zeit erneuert. DaS Grabmal Abrahams bctccken neun solcher Teppiche. Die Kammern selbst, in welchen dieie Gräber sich befinden, , sind mit sehr reichen Tapeten bed.-ckt, an ihrem Eingänge befinden sich eiserne Gitter, die Tbüren sind von Holz, belegt mit Silber, dre Riegel und die Schlösser sind ebenfalls von Silber. Mehr als hundert Personen sind an diesem mohamcdanischen Tem- ' pel angestellt." > Die älteste und ohne Zweifel glaubwürdigste; Autorität ist in dieser Bezähm g der spanische Reisende, Rabbi Benjamin von Tudela, welcher das Gebäude im zwölften Jahrhunderte besuchte, als cS noch in der Gewalt der Kreuzfahrer war und man noch leichter in dasselbe zu gelangen vermochte. Er sagt hierüber Folgendes: - (Fortsetzung stehe Anzeige-Blatt Nr. 6.)