Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1862-02-19 · Heft 8 (19.2.1862) · page 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
3 (1862)
Issue
Heft 8 (19.2.1862)
Date
1862-02-19
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2446951-2447036-2447045--01174-2456409
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

58 ist das erste; warum abür hat mau sich nicht bemüht, dieses Werk des so/berühmten Mannes seinen zahlreichen Verehrern schon längst zugänglich zu machen. Die Antwort daraus ist einfach: es besurste eines Gelehrten ersten Ranges, der zugleich die gehörige Muße hatte, nach bloßen Andeutungen von geringem Umfange die Ansicht R. Nathan's selbstständig zu ergründen und ihr Verständniß größeren Kreisen zu ermöglichen. R. Nathan Adler hat kein eigentliches Werk geschrieben; er hat an den Rand seiner Mischnajothansgabe kurze, abgerissene Bemer kungen geschrieben, dir ohne zu erklären, lediglich zum Studium, zum Heraussindcn der scheinbaren! Widersprüche und dann zu den betreffenden Er-! klärungen Anlaß geben.! Diese Bemerkungen enthalten nämlich größtenteils nur Hinweise auf andere Stellen im Babli, Jeruschalmi, Rischonim und Acharonim, oder die einfache Aufforderung zum Nachdenken: p'p (mit Angabe: wo?) und derlei kurze Bemerkungen mehr. Mit bewunderungswürdigem Scharfsinne hat nun Herr Dr. A. die angedeuteten Schwierigkeiten hervorgehoben und erklärt. Wir wollen dieses an einigen Beispielen erläutern. Gleich bei der ersten Mischnah in Berachoch hat zu den Worten p-np '.-.282 sich die Note gefunden: pp und weiter Nichts. Aus der Feder eines gewöhnlichen Menschen wäre nun ein solches „denk' darüber nach!" eine Plattheit, aber R. R. A. dürfen wir doch sicherlich einer solchen nicht zeihen; und siehe, Herr vr. A. hat in der That den Schlüssel gefunden; auch bei der vierten Mischnah -P22 v'riv findet sich ein solches iHp p'p, und nun ist es klar, daß R. Nathan darauf aufmerksam machen wollte, warum wohl der Tanai in der ersten Mifchnah den Plural p-np, und in der vierten den Singular! 'z-ov gebraucht. Es würde die Grenzen unsres, Blattes überschreiten, wollten wir die hieran geknüpfte j gelehrte Abhandlung des Herrn Or. A., die den. Leser sofort mitten in das Meer des Talmuds und; seiner Erklärer führt, wiedergeben; diese mag im! Buche selbst nachgclesen werden. — Ein andere- Beispiel: bei der ersten Miichnah in Peah finden wir zu den Worten R. Obadjah's Mibartenura bemerkt: ich N1'21 zu dieser Bemerkung geben die Worte R. O. Mid.'s hier gar keinen Anlaß; wohl aber in Kidduschin I, 10 (siehe die dazu gehörige Gemarah daselbst). AuS diesen wenigen Beispielen wird der kundige Leser entnehmen können, daß nur ein höchst bedeutender Gelehrter befähigt sein konnte, die Noten R. Nathan's einem größeren Krci'e nutzbar zu machen. Das vorliegende Werk zeugt ebensosehr von der Geistesschärfe und umfassenden Belesenheit des Rabdi Nathan Adler wie von der seines geistreichen Commeatators, des Rabbiners De. B. H. Auerbach. Wir dürfen zwar die unfreiwillige Ruße des selben nicht beklagen, da sie unS mit solchen bedeutenden Werken beschenkt; nichtsdestoweniger möchten wir doch wünschen, daß sich dem rüstigen, im kräftigsten Manuesalter stehenden, durch vielseitige Gelehrsamkeit und erprobte Gottesfurcht hervorragenden Manne, wiederum ein Wirkungskreis bietet, der es ihm ermöglicht, seine vorzüglichen Gaben auch praktisch zu bethätigen. Am Schluffe der Einleitung fordert Herr vr. A. zum Ankäufe des vorliegenden Werkes auf, damit eS ihm gelinge, auch die andern fünf Theile desselben zu edire«; wir fügen hinzu, daß die Herausgabe derselben für die raobinische Literatur ein nicht unbedeutender Gewinn sein würde. — Die Ausstattung des Werkes ist vorzüglich. — jAD» praktische Aufgaben zum Gebrauche beim Unterrichte in der bebr. Sprache für Schule« mü» (?) Gymnasien von I. M. Japhet, Lehrer a» der Uuterrichtsanstalt der isr. Nelegionsgefellschaft zu! Frankfurt a. M; erste Abtheilung. Frankfurt a. M. bei I. Kanffmann; 8. X und 8t S. Las Hauptaugenmerk der sogenannten Neu- (?) Orthodoxie ist mit Recht auf die Begründung van solchen Anstalten gerichtet, in denen sowohl den Anforbomngen einer zeitgemäßen Bildung als auch der echtreliziösen Erziehung und Heranbildung zu unsrer heilige« Gotteslehre g uügt wird; in diesen Anstalten cnlmimrt alles das, was mit der Vergangenheit verknüpft, was die Gegenwart fordert und was wir für dir Zukunft erstreben. Lebendige Zeugen des Erfolgs dieser Bestrebungen sind die vortrefflichen Unterrichtsanstalten zu Frankfurt a. M., Würzbürg, Mainz, Hamburg rc. Namentlich ist es die Anstalt der isr. Rsligionsgesellschaft zu Frankfurt a. M., die nicht allein beispielgebend war und ist, sondern auch noch heute als mustergiltig betrachtet werben kann. Wenn wir nicht irren, besteht! dieselbe jetzt eia volle- Jahrzehnt oder noch kSnger,! und was sie in dieser Zeit bereits geleistet, wie sie! schon ein ganze«, im echten Jubcnthume festwurzelu- . des Geschlecht heraugedildet hat, davon «ns zu überzeugen, haben wir hier in der Nähe recht oft Gelegenheit. Diese Anstatt, bei großen entgcgenstehenbe» Schwierigkeiten durch die Energie des Herrn Rabbiners Hirsch gegründet, durch seine Ausdauer! und Sorgfalt erhalten, durch sein organisatorisches Talent und durch die umsichtigste! Wahl gediegener und tüchtiger Kräfte zu hoher BlÜthe entfaltet, gibt allein Zeugniß für den ebenso wacker» I wie bedeutende» Mann! x".i 'vpv

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.