Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 3 (1862)
- Issue
- Heft 6 (5.2.1862)
- Date
- 1862-02-05
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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.48 Zklassige Schule eincS lcbhaslen Aufschwungsich^ erfreut. / Bei unserer Rückreise berührten wir noch folgende Orte: Paks, eine namhafte, lebenskräftige Gemeinde an deren Spitze der gelehrte Nabb ner Unger steht. Hier wird der Talmud mit einer Gründlichkeit gelehrt, die in unseren Tagen leider selten zu treffen und ist dievielleicht der alleinige Ort in dieser Gegend, wo noch nicht geschwunden. Apostag, eine alte, im Schwinden begriffene Gemeinde, von deren früheren Größe nichtmehr zu sehen, als der prachtvolle Tempel. Die Schule ist bloß dem Namen nach eine solche. Dem waäern Rabbiner Basch wünschen wir aus vollem Herzen einen seinen Fähigkeiten und seinem guten Willen angemessenen Wirkungskreis. Nun bin ich wieder in P^sth. Soll ich Ihnen auch von hier Etwas schreiben? — Nein! Sie wissen ich schreibe nur Gutes! — Neismsnn. Debrezin, Ende Januar. Gerade jetzt ist es ein Jahr, daß die hiesigen Gemeindemitglieder bestrebt waren, die Gemeinde in 2 Lager zu spalten; die sogenannte Resormpartei hatte schon 60 Unterschriften, die Alles herbeischaffen wollten, was zu einem sogenannten Ncformtempel nothwendig sein soll; es war schon ein Conkurs zur Besetzung der Cantorstelle sür denselben ausgeschrieben, und Alles war .schon geordnet. Und jetzt-am 25. Dezember v. I. war eine Generalversammlung der hiesigen Ge meindcmitglieder, vom Newrmtempel keine Rede, von Parteien keine Spur; Alles ist Gott sei Tank einig, und bei der Wahl eines neuen Vorstandes, welche ln dieser Versammlung vorgenommen wurde, wurde Herr Philipp Fei schel einstimmig zum Präses erwählt; zweiter Vorsteher wurde H. B. Scheer, und zu AuSschußmitglütnrn wurden gewählt: Die Herren S. Schwarz, A. Eisenberger, K. Fried, H. Berger. M. Weiß, L. Weiß und H. Katz. Gebe der Himmel, daß diese Herren die große Frage, die Erbauung einer Synagoge, endlich lösen mögen. ' 8. Szarvas, (Ungarn) 16. Jan. ES ist eine traurige Wahrnehmung, daß die Zustände vieler isr. Gemeinden Ungarns ein Bild des Zerwürfnisse-und der Zwietracht darbieten; um so erfreulicher dürste es für manche Leser Ihres gesch. Blattes sein, zu hören, daß in unserer kleinen Stadt im Gegensätze zu jenem Bilde der Geist des GesammtsinneS und der Eintracht herrscht. Die hiesige isr. Gemeinde zählt etwa 100 Mitglieder; und obzwar die größere Hälfte der ärmeren Volk-Masse angehört, so haben doch Opferwilligkeit und Gemeinsinn Werke zu Stande gebracht, die einer größeren und mehr bemittelten Gemeinde nur Ehre machen würden. Die Gemeinde ist im Besitze einer Synagoge, deren Bau vor einigen Jahren begonnen und nach kurzer Zeit mit vereinten Kräften und selbstverständlich durch namhafte Geldbeiträge eines jeden Einzelnen vollendet wurde. — Zur Requisition des Nabb. Herrn Isaak Lichtenstein, eines Jüngers des weltberühmten Nabb. Sams. Naph. Hirsch, kann sich die Gemeinde nur Glück wünschen. — An der dreiklassigen Schule wirken drei Lehrer unter Leitung de- Herrn Israel Stern, eines in seinem Fache tüchtigen Mannes. — Die Schule steht nun in schöner Blüthe und werden zur Förderung und Hebung des Schulwesens nicht unbedeutende Gaben gespendet. Möge Gottes Segen dieser Gemeinde nicht fehlen. AL. Wrngraf. Frankreich. Paris, 17. Jan. In voriger Woche starL hier Herr M. S. Cahen, ehemaliger Redactenr der ^rcbives Isrnölite« und Uebersetzer der Bibel, im Alter von 65 Jahren. Er war der Gründer der ersten jüdischen Zeitung in Frankreich, die er dann 22 Jahre lang redigirte, bis sein Sohn, Isidor Cahen, an seine Stelle trat. Auf die Uebersetzung der Bibel verwandte er 25 Jahre, von anno 2S bis 54. — Der Verstorbene war der stete Vertreter der sogenannten Reform in Frankreich, die jedoch nie zn solchen Extremen sich Hinreißen ließ wie ihre Genossin in Deutschland. «erantw. Redaktion Vr. Lehmann. — Verlag der Le Rour'sche» Hosduchhanrlung. — Druck von I. SottSleßen ln Malaz.