Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 3 (1862)
- Issue
- Heft 5 (29.1.1862)
- Date
- 1862-01-29
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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40 i ' bleuste, ist nicht begründet. Die Ansichten, von welchen der Justizmimster Simons in Betreff der Anstellung der Juden in seinem Ncffort ausging, sind auch unter H>.rrn v. Dernuth herrschend geblieben. Weder ist das Nescrkpt vom 9. Oktbr 1851, welches die Juden vom Nichteramt ausschließt, aufgehoben worden, noch hat die praktische Beschäftigung der im Justizdienst bereits fungirenden Assessoren jüdischen Glaubens irgend eine Aenderung erfahren. Dieselben werden nach wie vor von ganzen Zweigen der richterlichen Thätigkeit, namentlich von den Funktionen des Prozeßrichters ferngehalten, und wohl zu Rechtsanwälten, aber nicht zu Richtern ernannt. Wie lange diese Grundsätze gegenüber den Bestimmungen der Verfassung von dem jetzigen Ministerium aufrecht erhalten werden können, läßt sich freilich nicht beurteilen. (F.J.) Oesterreichischer Kaiserstaat. Prag, 8. Januar. In der jüngsten Sitzung des Professoren-Collegiums der hicsigen rechts-und staatswissenschaftlichen Facultät gelangte die Frage zur Sprache, ob ein jüdischer Professor als Promotor sungiren könne? Den Anlaß zu dieser Discussion bot die Ernennung des vr. Wolsg. Wessely zum ordentlichen Professor an dieser Facultät. Nach den Statuten unserer Universität ist nämlich jeder Akatholik von der Würde des Rectors, Prorectors und Decans ausgeschlossen, dagegen können protestantische Professoren als Promotoren sungiren. Wie begreiflich, war es das Cousistorium, das sich zumeist gegen die Zulassung des vr. Wessely sträubte, dagegen sollen sich die meisten Professoren und besonders die deutschen für dieselbe ausgesprochen haben. Die endgiltige Entscheidung dürste wohl vsm Staatsministerlum abhängen. (C. Oesterr. Z.) Krakau. 2. Jan. Am 30. Dcc. v. I. kam es bei' Gelegenheit der Beerdigung eines israelitischen Studenten, Sohnes wohlhabender Eltern, zu einem Streit zwischen den Israeliten, deren strenggläubigen Thcil der unlängst angeschaffte Leichenwagen und die in der letzten Zeit in Aufnahme gekommene Art und Weise der Beerdigung ein Dorn im Auge ist. Einer dieser Gegenpartei zeigte seine Mißachtung u. A. dadurch, daß er während des Leichenconductes am geöffneten Fenster aus einer langen Pfeife rauchte. In Folge des hiebei entstandenen lärmenden Auftrittes wurden dem Eiferer die Fenster eingeschlagen. Wie wir im „Czas" lesen, soll Tagö darauf die Sache keigclegt und die Beleidigung durch Erlegung einer beträchtlichen Opfergabe zu Gunsten des israelitischen Spitals gesühnt worden sein. (Presse.) Rußland. Warschau, 19. Dec. Der Kaufmann und Synagogen-Aeltcsie Feinkind ist nur gegen bedeutende Caution, weil er Lieferungs-Contracte gegen die Regierung zu erfüllen hat, bis auf Weiteres freigelassen worden. Moritz Braumann ebenfalls, jedoch dürste die Sache damit noch nicht abgethan sein. Lithograph Fleä soll zu den Soldaten eingestellt werden. (Mg. Pr. Z.) Holland. Amsterdam, den 9. Januar. ES ist unfern Gemeindebehörden gelungen, eine Requisition zu treffen, von der wir uns viel Vortreffliches versprechen. Herr I. H. Dünner, ein vorzüglich junger Mann,, mit bedeutendem, umfangreichen Wissen, sowohl in der speziell jüdischen, als auch in den allgemeine» Wissenschaften ausgerüstet, ist zum Direktor des niederländischen, iSr.-theologischen Seminars ernannt worden. Diese Anstalt bedarf einer vollständigen Reorganisation, und Herr Dünner, der in zweistündigem Vortrage den betreffenden Behörden sein Programm darlegte, ist der großen Ausgabe gewachsen^ Herr D. studirte bisher in Bonn; er gehört der streng orthodoxen Richtung an. Möge eS ihm gelingen, die in Rede stehende, für Holland so hochwichtige Anstalt zu einer Pflanzstätte jüdischen Wissens und jüdischen Geistes zu machen. Der selige R. Meyer Lehren war eS noch gewesen, der die Aufmerksamkeit der betr. Behörden auf Herrn D. lenkte. rr. Verlag der Le Roux'scheu Hosbuchhandlung. — Druck von I. SottSleLen in Mainz.