Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 3 (1862)
- Issue
- Heft 4 (22.1.1862)
- Date
- 1862-01-22
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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32 befördert nach nur r^>p2 ,'Ov Wenn aber daS Landesgesctz von ihm verstanden sein sollte, so fällt der Grund, abgesehen davon, daß, wie eben erwähnt, aus subjektiven Räsonnements nupn aufzu heben nicht gestattet sei, schon deßhalb weg, weil vor dem Landcsgesetz kirchliche Eben als solche gar nicht vollständig legitim find, also, als solche mehr denn je zu dem nrr'Litck .-rdp Veranlassung geben. Der betreffende Rabbiner antwortete mir darauf, er habe bei jener Acußerung allerdings 2"isi und nnHvn bu'-i zugleich im Sinne gehabt, besonders da nach letzterem die Frau sogar mehr als alle andere Creditoren gesichert fei. Hierauf antwortete ich ihm, daß darin kein Fünkchen von Rechtfertigung sei, denn abgesehen von der Willkürlichkeit solcher Argumentationen auf traditionellem Standpunkte, fällt auch das ganze Argument in sich zusammen. Das Lan" deSgesetz schützt nämlich die^ Frau nur mit ihrer positiven Forderung d. h. mit ihrem Eingebrachten; auf die Zulage seitens des Mannes, und dies ist ja der eigentliche Begriff der welche nach Ansicht bedeutender Autoritäten sogar ist, während erstereS bekanntlich die sogenannte xumz ist, nimmt das Landesgesetz gar keinen Bezug. Hierauf folgte keine Antwort mehr. Mit solchen Phrasen wie die obigen, werden heutzutage rnipri abgeschafft l L. kV Exin. Nachdem der hundertjährige Rabbi, Herr Klausner, sein SOjähriges Dienstjubiläum gefeiert hatte, verschlimmerte sich sein Krankheitszustand dergestalt, daß er neun Tage nach dem Feste starb. Am 13. v. M. wurde die Leiche des Gefeierten beigesetzt. Der Leichenzug bewegte sich, vom Trauerhaüse aus in unabsehbarer Ausdehnung nach dem Tempel, der an vielen Stellen mit schwarzem Flor umhangeu war- Hier angelangt, wurde die Bahre vor den wnp.1 p^rr gesetzt, und Herr Rabbiner vr. Friedmann, der auf die Kunde vom Tode seines AmtSbruderS auS Rakel herbeigeeilt war, bestieg die Stufen desselben und hielt die Leichenrede; er beleuchtete in so rührenden und wahrhaft ergreifenden Worten das Streben und Wirken deS Heimgegangenen, daß alle Anwesenden ergriffen vom Moment in lautes Schluchzen ausbrachen. Nach Beendigung der Rede wurde die Leiche aus dem Tempel getragen und der ganze Eonduct bcw-gte sich in feierlicher Stimmung nach dem Friedhöfe, wo Herr vr. Friedmann noch einmal am Grabe sprach, nachdem der älteste Sohn des Verewigt/n dort einige Worte gesagt hatte. Während des Leichenbegängnisses waren sämmtliche jüdische Kaufläden geschloffen. Mit dem Verstorbenen ist tiefe talmudische Gelehrsamkeit, seltene Humanität und fromme Ergebenheit in Gott zu Grabe getragen, und deßhalb wird sein Andenken in den Herzen derer, die ihn naher kannten, wohl stets fortleben. Oesterreichischer Kaiserstaat. Strrhlweißenbrrrg, den 3. Januar: Die hiesige isr. Gemeinde ist laut allerhöchstem Befehl in zwei Gemeinden getrennt; die Anhänger des unverkürzten und unverfälschten JudenthumS führen de» Namen „Rechtgläubige isr. Religionsgemeinde.* ES ist dies die erste derartige Gemeinde in Ungarn, resp. im österreich. Kaiserstaate. DaS gute Beispiel ist gegeben; auch anderSwo werden sich nunmehr die Wahrhaften Juden von den Reformhelden nicht mehr knechten lassen, und so wird fortwirkend Gutes erzeugt werde». Bon unfern neuen Anstalten nächstens, sobald es die Zeit erlaubt. . .L Tyrnarr (Ungarn), Ende Dezember. Wir freuen uns hiemit registriren zu können, daß der Separationsgeist, der bis jetzt innerhalb unserer Gemeinde und zwar aus dem Grunde geherrscht, weil dieselbe der edlen Denkweise Joseph's ihre Grundlage verdankend, noch immer in der allmähliche» Bildung begriffen war, nun, da die Gemeinde sich zu consolidiren beginnt, zu schwinden ansangt. Allerdings spuckt der Scparationsgeist noch hier und dort, und so glaubt sich so Mancher in der ihm anvertrauten Funktion, die doch ihrer Natur nach eine höhere Controke bedingt, jedweder Aussicht und Genehmigung von Seite des GemeiadevorstandeS enthoben; aber das sind einzelne Erscheinungen, und berechtigen durchaus nicht, auf'S Ganze schließen z» lassen; und wenn unser Gemeindevorsteher derartige» SeparatiouSgelüsten energisch entgegen tritt, so weiß ihm die ganze Gemeinde innige« Dank. Lkrantw. Skdaktloi, vr. Lehmann. -Berta, der Le «-«r'sche» HosLuchhundkrag. — Truck von Z. SottStede» 1» Mainz.