Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 3 (1862)
- Issue
- Heft 3 (15.1.1862)
- Date
- 1862-01-15
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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3. Jahrgasg. M3 Der Israelit. E i » SevLealorgrm für das orthodoxe Judenthum. V». Lehmann in Mainz. Mainz, den 15. Januar 5622. (1862.) Dr,sk Zeitung uskbemt wSchkvMck einmal, Mittwoch-, in mindestens 1 Bogen. Preis dcS Jahrgang-: fl. 2. 30 kn ch Halbjährig p. 1. 15 kr. rh. Dtttieljährig 38 kr. rh. Ave Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. Otsterreichische Banknoten laut Corire. Diese Zeitung wird nur in Verbindung mit dem „Jsr. Anzrigeblatte* abgegeben. Sollte direkte Franko* zusendung unter Streifband gewünscht werden, so find an die Expedition pro Jahrgang 3 Thlr. p. E. oder 5 ff. 15 kr. rh. oder 6 fl. ästerr franko einzufrnden. 3 » h a l t. Leitende Artete! r Zettfragen: 1, die Orgel (Schluß). — Bau jüdischer Armen- und Pilgerwohnungrn in Jerusalem. Zeitungsnachrichten uvd <?orresponden;en: Deutschland Aus Baden, Nürnberg, Lübeck. — Preußen: Arvswalde. — Oesterr eich. Kaiserstaat: AuL Ungarn. Inhalt des isr. AnzcigcblüÜcS. Feuilleton: Achille Fould. — Friedrich H. und Mendelssohn. Leitende Artikel. Leiljsragen. i. Die Orgel. (Schluß.) Wir kommen jetzt an die Beantwortung der von uns zuerst aufgeworfenen Frage: ist es über Haupt zulässig, Instrumentalmusik in die Synagoge einzu führen'/ Wir müssen diese Frage mit einem entschiedenen Nein beantworten. Auch hier sind es! wieder Gründe doppelter Art, die sich , der erwähnte» § Einführung entgegenstellen. Erstlich ist es durchaus nicht wahr, daß die Andacht durch Musikbegleitung gehoben wird. DK Musik zerstreut die Betenden und verhindert die zum Gebete so nothwendige Sammlung. Dann aber auch ist es dem Geiste de- Judenthums zuwider, daß wir in der Verbannung Musik in unsere Gotteshäuser einführe» sollten. Das Leben des Juden ist immerwahrend von Trauer umweht um die Zerstörung unseres Heiligthums und den Verlust unseres staatlich-nationale» Lebens. „Au Babels Trauerweiden haben wir aufgehängt unsere Harfen," um sie nicht eher wieder zur Hand zu nehmen, bis uns Gott die verlorenen Güter wieder schenkt Dem entspricht auch unsere Gebetordnung durch und durch. An unseren freudvollsten Festtagen tritt die Trauer um das verlorene Heiligthum in den Vordergrund; die wehmuthsvollen Melodien der Synagoge berühren unser Herz gerade an denjenigen Tagen am meisten, welche der Festesfreude geweiht sind ii'br wrur.i 2221 k — Wenn nun auch im Privatleben die Vorschriften über das Horen von Jn/struventalmusik eine gelindere Auffassung ertragen, h) kann es doch keineswegeS gestattet werden, daß beim öffentlichen Gottesdienste in der Synagoge eine Musik erschalle, die zum