Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 3 (1862)
- Issue
- Heft 2 (8.1.1862)
- Date
- 1862-01-08
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2446951-2447036-2447039--01126-2456355- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
günstige Mensch, da e§ der unvernünftigen Menge Niemand Recht machen kann), verspottet werden. Diese aber sind auch ganz andere Charaktere, diese sind wirklich human, und haben wirklich Achtung vor dem Allen und Ehrwürdigen in jeder Consession; diese wollen nicht nach Majoritäten in Sachen de- Gewissens abstimmen, wie H. Jcllinek und Consorten. Einige kurze Fragen jedoch wollen wir doch allen Ernstes an H. I. richten. Macht der, fragen wir keinen welcher sich hoch und theuer mit ungeheurem Pathos und hmreißeüder Begeisterung zu einer religiösen Anschauung bekennt, der er durch seine Handlungsweise nicht nur häufig, sondern sogar planmäßig, ja fortwährend in's Gesicht schlägt; kann derjenige solchen CultüS wirklich für den dem Drange seines Innern entsprechenden, ftir den einzig wahren Hallen, der in det nächsten Nähe des Tempels wohnend als p', pV denselben außer am Samstage, wo aber die Predigt größtcntheils seine Anwesenheit fordert, niemals eines Besuches würdigt? Lehren ihn etwa der »große und der „weise Maimonides" die doch H. I. wo sie gerade in seinen Kram passen z. B. bei rö'pz und v'vvs, heraufbeschwört, nicht, daß eine große roull sei? Oder sind etwa diese, wo sie unbequem werden, wieder kleinlich und thöricht? Ist ferner für denjenigen, der den unbestrittenen Ausspruch jüdischer Grißen als bindend erklärt nicht Autorität genug, um (vgl. ri 'v rn^.i n"n i'v) dem H. Geistlichen beim Midraschvortrage das Käppchen aufzuzwingen? Ist dies Cor.sequcnz? Und ist solche Jnconsequenz einer der Ocffentlichkcit angchörenden Person, eines jüdischen Seelsorgers, kein schrecklicher «i"n? Ist so Etwas nicht dazu angethan, alle religiösen Principien lächerlich zu machen, und gibt es einen größeren.i'n? Tie Beleuchtung des 3. Argumentes, welche Dewandtniß cs mit der Orthodoxie dieses Cultus habe, so wie die Piutiw.srage ist für den deS und des neuen Wiener Tempels Kundigen rein unnütz, das hiehcr Gehörige jedoch Andern klar zu machen geht über den Raum meiner heutigen Correspondenz hinaus- und muß ich mir dich für das' nächste Mal Vorbehalten. Der Nutzen aber, den die wahrhaft. Frommen Wiens aus der diesen Betrachtungen zu Grunde liegenden Affaire ziehen können, dürste kein geringer sein. Wir haben nachgewiesen, daß der H. Prediger, welcher sie zur Zielscheibe seiner Despotie, zum Thema seine 2':^ :c. macht, ein religiöse- Bekenntniß das seinige nennk, das durchaus nicht daS seinige ist; was können also Reden, die nachgewiesenerweise nicht vom Herzen und auS der Neberzengung kommen, schaden? Schaden? Ei, gar Nichts, nur nützen, jedoch in umgekehrter Weise, als der Redner beabsichtigt. Ein nicht gering anzuschlagender Nutzen aber besteht gerade i» der aufgeregten Wuth der Gegner, welche de» untrüglichsten Beweis liefert, daß auch dort die Bedeutung und Starke unserer Partei durchaus nicht unterschätzt wird. Dies muß diese unsere Partei umsomehr ermuntern, aus dem muthig eingeschkagene» Wege vorwärts zu schreiten und dem angestrebte» Ziele immer näher zu kommen; bis sie endlich diese» großen und erhabenen Zweck der Conservirung de» echtorthodoren Judenthum cs erreicht habe» werde» vm nicht nur für sich und ihre Nachkomme» iE -yk: r-mn eine bleibende Stätte der einzig wahren und heiligen Form des jüdischen Cultus gegründet zu haben; sondern auch eine Siätte, die durch ihre Größe und Erhabenheit für das ganze Land allen Neuerungen und Neuerungsgelüsten gegenüber als sprechendes Denkmal selbstbewußter Kraft mnstergiltig dastehe, um den Schwankenden und sich schon halb der Reform in die Arme Werfenden ein ernstes „memento« zuzurufen. „Der einmal in Fluß gekommene Strom wird auch kleinere ansnehmen und so seine segensreiche» Fluthen nach den entferntesten Theilen unserer Monarchie das Wahre befruchtend und verbreitend versenden. So werden sich die Wiener Orthodoxe» nicht einen Tempel, sondern ein ewiges Denkmal int dankbaren Herzen aller Frommen erbaut haben. Der Anfang ist gemacht. Und schon Cicero sagt: „klt R.......L - VlianNv. Rrlattien vr. ktl-v arv. — Vtilcg tkr Lr Roux schm Hestuchhandlunz. — Truck von I. TottSleiea br Mainz.