Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 3 (1862)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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sondere Aufforderung bereitet; Gefälligkeiten, dir fie ihren eigenen Lindern versagt haben würde, erhielten jene in reichlichster Sülle.., Nicht die Furcht, «S möchte die fernere Schilderung dieser fast beispiellos frommen und tugendhaften Frau übertrieben gefunde» werden, verbietet die genaue Beschreibung alledeffen, was st« für das Gotteshaus, waS fie für unbemittelte Bräute grthan, deren es nicht wenige gab, die der reichlichen Beisteuer der unermüdliche» Wohlthätigkeit dieser edlen Frau eine glücklich« Ehe za verdanken haben — eher habe ich von allen Denen, die da- Glück hatten, fle genauer zu kennen, den Tadel der lieber», schätzung eigener «rast zu erwarte»; ei» Tadel, der mein« schwache und dieser Aufgabe gewiß nicht gewachsen« Feder mit Recht treffe» würde, wenn ich nicht erst nach ztemlich lange« vergeblichem Watten auf eine» Nachruf von einer anderen geschickteren Hand endlich eingedenk jenes poetischen, auch hin, wen» auch in einem ändern Sinne, anwendtbarrn Satzes: „,i autur» tueit inäignulla reroum.- meine Feder hierzu geliehen hätte — sondern die Rückficht auf de» einem Nekrolog zuge» Nkffenrn Raum, die ich ohnedies schon überschritte» Haien dürft«. . Doch, geehrter Herr Redaetarri i« Vertraue» auf Ihre» echt >-7 -r jüdischen Sinn, vermittelst deffen allein man die Gefühle eines den Verlust einer solchen Person betrauernd« Freundes zu wür» Ligen im Stande ist, erlaube ich mir noch folgende Schluß» daß durch ihren Tod der Familie die Krone, der Gemeinde die Zierde, den unbemittelten N'kl die Zufluchtsstätte, dm Arme» vi« Mutter, als die musterhafteste menschenfreundliche Seele entrissen worden ist, so glaube ich auch nicht im Mindest» über. bezeichnet«. Denn, wen» irgend «ine individuelle irdische Sr» scheiuung, so war pe ei» leöendlger Beweis für dm sittliche« Ursprung des orthodoxen JudevthumS. Ihr langes - fie hat in der besten Gesundbett und Geistrsfrischr das hohe Mer von achtundfiebenzig Jahren erreicht gottgeweihtrs. von Tugend und Gebet durch und durch geheiligtes Leben hatte Ihr «Ine solch« Festigkeit und Sicherhett, eine solche freudige und frierltche Ruh« verliehen, der Ausdruck der ianern Urberzeugung war i» so großartigen Züge» auf ihrem verklärte» Gesichte ausgeprägt daß nur die ttrsste Bildungsstufe von diesem Anblick unberührt blleb; auf das fein gebildete fromme Semüth übt« ihre Räh« eine» unaussprechliche» Zauber und «ine unwkderstehüch« Avzie» -ungskraft; aber auch der ftosttge Zweifler fühlt«, wen» d«r göttliche ästhetische Fuuke nicht ganz de feine» Herze» erlösche» war, in ihrem SefichtSkretse eine ihm so fremd«, «nerklärltche, aber wohlthurndr erwärmende religiös« Rrgwag. Ehre ihrem Alldeske«! ' - -- - , , -- L - V u- ... . ». L. : ' .. : . : - ' r . .... < : .. . ' ' . : ' ' -- - ' -- -- i> .