Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 2 (1861)
- Issue
- Heft 52 (25.12.1861)
- Date
- 1861-12-25
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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627 de Paris Leim Kaufmann Herrn Sal. Lewinsohn ein erleuchtetes Transparent die Gemeinde und die auswärtigen Deputationen zu einem festlichen Mahle einlud, Lei welchem sich ohne Unterschied der Consession alle Stände und Klaffen betheiligten. Oesterreichischer Kaiserstaat. Wien, 12. Der. Der Berliner „National- Ztg." wird von hier neuerdings gemeldet: „Wir machten erst dieser Tage die Mitlheilung. daß im Gebär- und Findelhause das Mortarisiren neugeborner Kinder jüdischer Mütter förmlich legalisirt sei; wir sind heute im Stande, die Mittheilung zu machen, daß der Staatsminister so eben eine Verfilzung erließ, womit dieser Usus ein für allemal abgestellt wird. Der Gemeinderath hatte wegen dieser Angelegenheit eine Vorstellung gemacht, da deßhalb in seiner Mitte von Seite israelitischer Glaübensge- ' noffen Beschwerden erhoben wurden. Bei der eingeleiteten Untersuchung wurde constatirtdaß 1848 dieser Mißbrauch abgeschafft wurde, und der Dircctor der Anstalt von der Negierung die Weisung erhielt, die Kinder nach der Religion der Mütter einregistriren zu lassen; diese Anordnung wurde von dem Director Helm befolgt, ohne daß sich eine Beanstandung wegen Unterbringung oder Erziehung der Findelkinder ergab. Als die Reaction hereinbrach und der clericale Einfluß zur Herrschaft gelangte, wurde die humane Anordnung wieder beseitigt, und die Kinder mußten zwangsweise getauft werden. Alle Reklamationen der Mütter wie der sich meldenden Väter blieben fruchtlos. Die Geistlichkeit sorgte dafür, daß solche Kinder in entferntere Gegenden der Provinz kamen, und der Mutter jede Spur desselben verborgen blieb. Herr v. Schmerling hat auf die Vorstellung des Gemeinderathes, welche der Bürgermeister Dx. Minka wann befürwortetes ans kurzem Wege entschieden, daß keine solche Taufe unten Verantwortung der Direction und sämmilicherMgestellteu mehr vorgenommen werden darf; daß j hie Confessio» der Mutter als Norm für die Tanke des Kindes zu gelten hat, wenn nicht ein anderer berechtigter Einspruch eines Verwandten des Kindes erhoben wird. Die Nelim'onSgemeinden selbst werden darüber zu wachen habendaß der freisinnigen Verfügung Folge ,!§ '.riftetswird/. .; ' j>' ' Nus Ungar», im Dezbr. Wie wir bereits oft und wiederholentlich ausgesprochen, war eS mit den Magyarifirungsbestrebmigen unter der israek. Bevölkerung dieses Aronlandes denn doch nicht so ganz ernst. Es war das Ganze vielmehr eiüe nothgedrungene Conzession an die ungestüme Forderung des Augenblickes. Die jüngsten Ereignisse.haben diese Behauptung aufs Unwiderleglichfte erhärtet. Mit dem Jnslebentreten des Provisoriums ist nämlich alles und jedes diessallige Streben vollständig spurlos verschwunden. Die Schulen bewegen sich nunmehr wieder aus gewohntem Geleise, die unbedeutenden Ausschreitungen, die allerdings hie und da stattgefunden, sie hatten gottlob keine nachhaltigen Folgen. Vollends irren würde indeß derjenige, der diesen plötzlichen Umschwung dem Mangel an Patriotismus bei den hiertändischen Israeliten viudiciren wollte. Es ist dem gewiß nicht io. Der ungarische Israelit ist bloß endlich zur richtigen Erkennt-! niß gelangt, daß, wenn die Liebe, zum Vaterland, > so diese anders fruchtbringend sei, nicht ans der Zunge! tragen müsse, sondern — im Herzen.! Zm k. k. Schulbücher-Perlaze in Wien ist soeben , erschienen: „Lesebuch für die vierte Klasse der isr. Haupt- und Stadtschulen im Kaiserthum Oesterreich.* Dies treffliche Schulbuch, das einen reichhaltigen Schatz belehrenden und nützlichen Stoffes bietet, enthält auch eine beträchtliche Anzahl specistsch jüdischer Stücke. Wir gestatten uns, einige derselben hier kurz zu berühren. Nr. 15. „Treffliche Grundsätze", wo manche schätzbare Lebensregel des Rabbi Jizchak dec Jugend zur Beherzigsng empfohlen wird. — Nr. 16 ist ein! Gedicht nut der Neberschrift: „Der Mensch und die Welt." Es hat dies die bekannte rabbmische Fabel Mm Thema, wo der Fuchs, um das Hrneinschleichen in den Weingarten zu ermöglichen, durch dreitägige- Fasten sich willig abmagern laßt; uneingedettk, daß er den Schauplatz seiner Frevelthat nicht eher verblassen könne, bevor er dies unliebsame Experiment . zur Wiederholung gebracht — gewiß, das deutlichste' i Bild kür die; Nichtigkeit alles irdischen Streben- und! Ringen-, >- Nr. 22, „Jerusalem einst und jetzt/. ein Überaus lehrreiches Stück, dadurch gemüthl volle Schilderung der Darbringung der Erstlingsfrüchte