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Der Israelit · 1861-12-18 · Heft 51 (18.12.1861) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
2 (1861)
Issue
Heft 51 (18.12.1861)
Date
1861-12-18
Page
– (sequence 7)
Language
German
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615 bindung-stehende volle bürgerliche Emancipaüott.ds Jude» agitirt wird, iso-ist dies schon darum offenbar tendenziös, weil die Absichten der Negierung in dieser Beziehung noch unbekannt sind. Theoreüsch hat man in unserm Lande für die Berechtigung dieser vollen Gleichstellung nicht mehr zu kämpfen. Praktisch wird sie kemenfalls ohne ein Uebergängsstadium eintreten. Die Aufgabe eines öffentlichen Organes kann e§, sofern es überhaupt auf dem BodÄ der Gegenwart ffroht, offenbar nur sein, den Ueöecgang vermitteln nicht aber diekaktenVoructheile ausstacheln zu helfen. Daß bezüglich des bloßen Rechtes der gewerblichen Niederlassung (nicht der bürgerlichen) ein badisches Gesetz deS Jahres 1662 die Juden nicht für wilde Thiere erklären kann, die man sorglich ferne halten müßte, das ist an und für sich klar. (F. I.) - , .' Hamburg. Der Freischütz von Sonnabend, 7. Dezbr. hat folgende Notiz: Mischehen. Vorgestern traten ei» Christ und eine Israelitin unter Beibehaltung ihres Glaubens in den Ehestand.. Nachdem zuvörderst die Civilbehärde den Trauuigsakt vollzogen hatte, fand die Einsegnung Abends durch den Herrn Pastor Cropp statt. Eine Umtausung der Braut, welche von dem Bräutigam beantragt worden war, mußte aus Rücksicht gegen die Familie derselben unterbleiben. (Welches Zartgefühl der Braut! Bemerkung des Einsenders.) Durch diesen Umstand erklärt sich auch die nachträgliche Trauung durch den Herrn Pastor Cropp." Wir übergeben dieses Fckctum, wie wir cS gelesen, den verehrten 'Lesern; können jedoch die Bemerkung nicht unterdrücken, daß unsre Glaubensgenossen vielleicht zu spät einsehcn möchten, welches Kleinod sie Israel entreißen, wenn sie Mischehen eingehen. Das war bis jetzt noch der Stolz Israels, daß sie sich rein und »»vermischt unter den Völkern erhieltest. Wenn aber auch diese Schranken gefalle» sind, dann ist nicht äbzusehcn, wie weit es mit Israel noch kommen wird/ )' s ' 1, . Gottlob, haß solche Fälle; rmmex noch s zu den Seltenheit» gehören; mögen sie es aber -schbleiben, oder vielmehr ganz wieder^ verschwsichenk?^ ' Hamburg, 6. Dezbr. . Wir refeciren: heute über eine Thatjache/ die abermals den Beweis liefest . wie vorsichtig eine Gemeinde zu Werke^gehen muß, i I bei der Wahl derjenigen Mämre^ dZnszr Mjdse tung ihrer Gemeinde anver!raut.r . . Vor einiger Zeit meldete sich ein christliches Mädchen beim hiesigen Vorstände, mst hem Mansche, zum Judenthum überzutreten; nicht etwa aus Lieb? . zum jüdischen Glauben, oder weil-sie, keine Beruhigung mehr in ihrem früheren Glauben gesunden Hätte; also nicht aus Liebe zum Judenthum, soyVeru ay? Liebe zu einem —.Inden. Der Vorstand -erläßt an den Oberrabbiner die Aufforderung,. dieselbe ,für'S Judenthum vorzubereiten; doch derselbe ist grausam genug, trotz des romantischen Verhältnisses, die Aufforderungaus guten Gründen Mrückzuweisen. ,Der Vorstand bestimmt nun die Herren Ors.Kley,.Frankfurter und Jonas, deren Ansicht in Bezug. auf. das Judenthum wohl bekannt ist,'zu Richtern; sie sollteh die betreffende Christin in die Mysterien de§. Indem thums einweihen, was auch geschieht. Nachdem di^ geschehen, sollte dieselbe das übliche Tauchbad vornehmen, und es erging daher an den Pächter deH Gemeindebades die Aufforderung vom Vorstanhe, .sf solle sich bereit halten zur Vornahme deS.BgdeS.- Allein dieser protestirt und weist die betreffende» Herren, da sie mit her Pcoselytin anlangten, zurü^ mit der Bemerkung, daß er vom Vorstände gar nicht abhänge; er habe das Bad geachtet. und köiine daher Jeden zurückweisen, den er nicht annehmen wolle. Es entsteht ein Prozeß, und das liebende Paar kann das ersehnte Ziel noch nicht erreichen. Allein die Herren Doctoren suchen einen Ausweg; sie Waffen daS Mädchen in einer.Badeanstalt das Tauchbad nehmen; natürlich wird Niemand so indisccct sein, untersuche^ zu wollen, wie die Ceremonie vor sich gegangen; immerhin bleibt es einem gewöhnlichen Menschenkinds ein Näthsel, wie man in einpm Flusse bei einer Temperatur von!§—8 Grad Kälte baden könne, ohne sich, mindestens einen Schnupfen, zu Hol?u..irWe:Dame ist jetzt vollständig Jüdin; sie wird -wohl bald vW einem der Herren Doctorou eingesegnet' werde» .'-pH in den ruhigen- Hafen des ehelichen Glückes s-einlE fen, auch. nicht: mehrvon Gewiffensscrupedl. bMruhigt. sein.: SatÜLuLL.8«t. s m cu-'s : - Einige gesinnungstüchtige: Männer -.dahiev: ÜÄ» allerdings aufmerksam geworden' Dud.- haben gescheÄwie weit' eine allmächtige Stellung -deS: VorstattdeS; wie derselbe sie hier emnimint mno wie die/Gemeindt

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