Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 2 (1861)
- Issue
- Heft 51 (18.12.1861)
- Date
- 1861-12-18
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2446951-2446984-2447034--01076-2456302- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
in Bezug auf unsere Väter erzählt wurde; vomzweiten Buch Mosis an erst beginnt die Erzählung ' der VoLsgeschichd.^ „Und diesesind die Namen der Kinder Israel, die da kamen nach Mizrajim; mit Jakob, ein Jeder mit seiner Familie kamen sie." .Dies ist , der , letzte RückbliS ans die Einzelgeschichte, der Uebergang zur Volksgeschichte; noch sind die Söhne Israels vn n'M, einzelne Männer mit ihren! Familien; aberwas für Männer? vppH 'os.i pw.i , sie Me gleichen ihrem Vater, der sie so erzogen hat, daß sie ihm ähnlich werden mußten. Jakob, ,der Erwählte unter den Vätern," hatte unter feinen vieles Söhnen leinen-rmgerathenen, keinen, der-nicht würdig gewesen wäre, die Abrahamssegnungen zu erben. Einer der ersten Grundsätze der Erziehung ist die Strenge. Das ist in unfern heiligen Schriften wiederholt und wiederholt ausgesprochen: Mischle 13, 21; daselbst 29, 17, daselbst 19, 18 rc. und sogar unseren heiligsten Männern, unseren großen Stamme vätern, Abraham und Jizchak, wird von unfern Weisen der Vorwurf gemacht, das; sie bei der Erziehung ihrer Kinder nicht strenge ' tzenng 'verführen: Abraham hatte den Jsmael nicht genüg gezüchtigt,' so ddß H mißrathen und ihn.Nliraham zuletzt aus feinem Hause fortschicken Mußte. Was that Jsmael? Als er fünftehn Jahre alt war, brachte er 'ein Götzenbild ^vvn der Straße und that damit, was er gesehen, daß Andere damit gelhcck'hatten. Als nun Sara den Sohn l>er egyMchen' Hagär, welche diese dem'Abraham' geboren hatte,s Götzendienst 'treiben sa^ (pnL2 vr^gl: II. M'M. Cap. 32). da sprach sie zu' Stbräham: '„Ireibe hinweg diese Magd und ihren Sohn, damit mein Sohn nicht dessen Wege zu wandelst lerne." ' (Schcmoth Nabbah Cap. I.) Derselbe Vorwurf wird an angeführter Stelle dem IizHak in Bezug aus^ErziehUllg^des Esaw gemacht', und dem David 'in'Äezug' auf die Erziehung seiner Söhne, Absalom und Rdonijahu. Die .Mütter waren eS, welche die andere Söhne jener großen Ä)Änncr wieder zst! großen Männern, erzogm. die Mütter Sarah,, Nibkah, Bat Ccheba. . Durck Strenge, durch consequente Strenge, deren Grundlage jedoch die 'elterliche Liebe und Milde seist muß,'zum Gehorsam'zu'erziehen; ist das Hausmittel für alle Erziehuutj;' denn, wenn anders nur die Eltern das Gute uM Edle wollen, so ist ja die Erziehung-zum Gehorsam nnchtS Anderes als die Hinleitung zum wahrhaft.'-Guten. In dieser Weise erzog unser Vater Jaksb feine Kinder mit Strenge (vmre und lehrte sie feine Wege, so daß, kein Ungerathener sich unter ihnen fand. Solle» wir erst die Wichtigkeit der Erziehung, die Folge» der guten und der schlechte» Erziehung hervorheben? Man hört so oft in unserer Zeit die Klage: „ES ist doch» Alles -umsonst; die Kinder der edelsten und frömmsten Eltern weichen ab von den Wegen Gottes; im frommen Hause wird doch das Kind sicherlich fromm erzogen, und doch ist die angeführte Erscheinung eine so. häufige! ES ist..demnach. alle- Mühen und Sorgen vergebens; das Uebel liegt in der Zeit, in der Luft, und die Ettern vermögen ihre Kinder demselben nicht zu entziehen." — Nun wohl, wir antworten euch: Jsmael war Abrahams Sohn. Wer darf sich rühmen, vollkommener und frömmer zu sein, denn Abraham, und Jsmael, sein Sohn, ward ein Räuber. Aber wen. trifft der Vorwurf der Äeifen? Den frommen, eblen, vollkommenen Abraham, dessen Vaterherz zu milde gewesen gegen feinen Sohn. Esaw war Jkz- Häks'Sohn, und Esaw ward ein Mörder und Ehebrecher; Absalom war Davids Sohn, und Absalom wollte ein Vatermörder werde«. , - .. : Mit überströmender väterlicher Liebe muß-sich Strenge paaren, und die Mutterhcrnd, die das heistgeliebte Kind liebkost, muß auch zu züchtigen verstchen.'-^' - -"'U-:.- r r: ... ' ' In verschiedenen Zeitepochen muß auch bei allerdings sich immer gleichbleibenden, ewigen Grundsätzen die Erziehung eirre andere sein. ES-ist in der Gegenwart ungleich schwieriger^ den ererbten Geist des Judenthums auf die Kinder ztt verpflanzen, als eS vor einem Jahrhunderte^war. Die Macht deS Beispiels ist ungemein groß, und da- Kind ahmt nur zu gern nach, was es Andere thun sieht. Vor hundert Jahren erwuchs das Kind in jüdischen Kreisen, und äußerst selten trat ihm ein böses Beispiel entgegen? Heute ist eS nicht zu vermeiden, daß den Kindern nicht bei jedem Schritte außerhalb deS j elterlichen Hauses und manchmal sogar innerhalb! desselben das. böse Beispiel entgegeutrete. „Jsmael! brachte ein Götzenbild von der Straße und thät da-