Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 2 (1861)
- Issue
- Heft 44 (30.10.1861)
- Date
- 1861-10-30
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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6SS Zeitungsnachrichten nnd Correspondenzen. Deutschland. Mainz, den 25. Okt. Es gereicht uns zur besonderen Freude, unfern Lesern von dem glücklichen Fortgange der hiesigen Hospitalangelegenheit, deren Anregung wir in Nr. 39 und 40 d.Bl. erwähnten, Mittheilung zu machen; nicht nur im Interesse der Sache an sich, sondern namentlich, um dadurch zu coustatiren, daß die Zeit seit circa 1*/, Jahrzehnten anfängt zur Besinnung zu kommen — daß man allmählich anfängt, das, was jene Zeit der Sturm- und Drangperiode auf jüdisch-religiösem Gebiete verfehlt hat, wieder gut zu machen. Auf eine in hiesigen Lokalblättern ergangene Einladung versammelten sich am 1. Okt d. I. viele Gemeindeg lieber, um ein Comitä zur Errichtung eines jüdischen Hospitals und Krankenhauses zu wählen. Herr N. Frank, Kaufmann von hier, gab sich als derjenige zu erkennen, der die Einladungen erlassen hatte und eröffnete demgemäß die Versammlung, deren Aufgabe er ausemaudersetzte. Zugleich sprach er im Namen Aller, die sich für -das Zustandekommen der hochwichtigen und nothwendigen Anstalt interessiren, den Anregern der Angelegenheit seinen Dank ans. Hierauf ergriff der Herausgeber dieser Blatter das Wort und setzte in längerer Nede die Nothwendigkeit der Gründung eincL jüdischen Hospitals, Kranken- und Psründnerhauscs am hiesigen Platze auseinander. In der ganzen Versammlung herrschte über diese Nothwendigkeit nur eine Stimme und nach längerer Diskussion kam man überein, ein Comitü von 18 Mitgliedern zu wählen, das alle einleitenden Schritte zur Herstellung des projektirten UntenuhmenS zu treffen ^abe, jedoch, um Weitläufigkeiten zu vermeiden mit der Bestimmung , daß, wenn durch verschiej dene Umstande eine Verminderung dcr-Mitglieder eintreten würde, dasselbe mit 5 Mitgliedern vollzählig sein sollte und sich selbst ergänzen könne. Man schritt darauf zur Wahl; cS wurde ein« Anzahl Namen vorgeschlagen, die sämmtlich durch Acclamalion angenommen wurden; von diesen haben später nur drei die aus sie gefallene Wahl abgelehnt, so daß das Comitä aus 15 Mitgliedern besteht; zum Vorsitzenden desselben wurde Herr Banquier PH.Nachman jr. ernannt. Am 7. Okt. hielt das erwählte Comitö seine erste Sitzung indem es beschloß zuvörderst den Vorstand der hiesigen Gemeinde um seine Mitbetheilkgung auzugehen. Nachdem dieser die Bctheiligung aus ununbekannten Gründen abzulehnen für gut befunden hatte, beschloß das Comitä in seiner Sitzung vom 15. Okt. sich definitiv zu.konstituiren, einen Ausruf an die Gemeindeglieder zu erlassen und nachher eine Hauscollecte zur Beschaffung des nöthigen Geldeszu veranstalten. Seitdem ist nun folgender Aufruf erschienen: An die vcrehrtichkn Mitglieder der israelitischen Gemeinde zu M"lZ. Die Gründung eines israelitischen Hos-itnlS in hiesiger Gemeinde ist ein viel zu tief gefühltes nnd von den Gsmeindeglieoern bereits zu sehr anerkanntes Bedürsniß, .als daß es erforderlich märe, die jNothwcndigkeit eines solchen auseinander zu setzen. ES. ist dringend geboten, die liebevolle Sorgfalt, die bisher schon einem großen Thrile der hiesigen israelitischen Gemcindcglieder von Seiten der bestehenden Vereine zu Thcil wird, auch aus diejenigen auSzudehnen, welche nicht Mitglieder dieser Vereine sind und sein können. — Durch die gegenwärtig bestehende Einrichtung wird dieser Zweck nicht erreicht; —muß auch die Pflege in dem Nochus-Hospitale als eine gute anerkannt werden, so wird doch Jeder damit einverstanden sein, daß der Humanität weit mehr. genügt ist,! wenn man den armen Kranken, der in den Tagen der Krankheit doppelter Rücksicht bedarf, in einer Anstalt verpflegt sicht, in der seiner gewohnten Lebensweise und seinen religiösen Anschauungen vollständig Rechnung getragen werden! kann. j Verehrt; MsubensZenoßen! -!> - ' i > s. ii ' ' , Große Spenden sind erforderlich; doch auch die kleineren und kstluste» der weniger Bemittelten werden uns willkommen sein; mögen sie nun als einmalrgr, als jährliche, monatliche oder wöchentliche Beiträge gegeben werden.