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Der Israelit · 1861-10-30 · Heft 44 (30.10.1861) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
2 (1861)
Issue
Heft 44 (30.10.1861)
Date
1861-10-30
Page
– (sequence 3)
Language
German
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dadurch versetzt, daß man Männer in den Vorstand desselben wählte, deren religiös-rituelles Leben einen der Prediger veranlassen mußte, einem Vor,..her die ' Befähigung zum Vorbetcn am Vorabend des VersöhnungstageS abzusprcchen. Kann cS eine traurigere Erscheinung geben?! . Wir können uns recht lebhaft vorstcllcn, daß Einer oder der Andere unsrer Glaubensgenossen, der aus Leichtsinn, Erwerb- oder Genußsucht die religiösen Wichten des Judenthums verletzt, dennoch für die Aufrecht erhalt» n g der öffentlichen Institutionen tatkräftig zu wirken sich gedrungen fühlt — ja, noch mehr, daß sogar Jemand, der über die religiöse Pflichterfüllung grundsätzlich hinaus zu sein vermeint, dem Gerechtigkeit»- und Villigkeits-Gefühle folgend, sich der Partei annimmt, der es einzig um die Erhaltung der Religion der Väter Ernst ist, aber ein gewagtes Spiel mit den heiligsten Interessen bleibt eS immerhin, wollte man solchen Männern die Leitung dieser hochwichtigen Angelegenheiten anvertraucn; und dieses gewagte Spiel ist leider in Berlin, wie wir aus der vorstehenden Darstellung entnehmen, gespielt worden. Wir sagten schon einmal bei Gelegenheit der Veurtheilung der Berliner Verhältnisse (Leitartikel zu Nr. 10 und 20 des v. I.), daß einzig und allein eiserne Cousequenz, wenn immer, so namentlich in unsrer Zeit, fruchtbringend und ersolgsichernd sein könne; mögen die verehrlichen Milgli.der deS Vereins Schochare Tob in Berlin sich kräftigen und mit eiserner Cousequenz das Princip durchführen, das sie zu dem ihrigen gemacht haben; dazu rechnen wir die Aufnahme eines Paragraphen in die Statuten, der nur solche Mitglieder als in den Vorstand wählbar bezeichnet, die auch ihr Privatleben nach den Grundsätzen und Anordnungen der schriftlichen und mündkichen Lehre eingerichtet haben. Ein solcher Paragraph befindet sich in den Statuten der hiesigen (orthodoxen) iSr. ReligionsgcsMchast, wiewohl er da kaum notwendig sein dürfte. I Andrerseits können wir jedoch auch das rigorose Auftreten Derer nicht billigen, die den Anlaß zu dem erwähnten Scandal nicht zu vermeiden bemüht gewesen; wir rufen ihnen das Wort des Talmuds zu: rrrr-vI OH'«-i, sei klug in der Gottesfurcht!. Tausend Eonflicte kaffen sich durch kluges und gewandtes Benehmen vermeiden, und die Worte der milden Mahnung und des liebevollen Vorwurss finden überall ihre Stätte. Mögen Alle das Ihrige thun um den traurigen Folgen der erwähnten'Vorfälle vorzubeugen und den eingetrctenen Bruch wieder m heilen. In keinem Falle ist zu billigen, daß wir Diejenigen, welche'sich uns nähern wollen, mit beiden Händen von uns stoßen. Literarischer Bericht. „I-rraelr r?a.-Ltriiu" Zeittafel der biblischen und nachbiblischen Geschichte der Inden von der Erschaffung de.r Welt bis zum Jahre 5500 (dem Anfänge des neunzehnten Jahrhundert üblicher Zeitrechnung) in zwei Abtheilnngcn von Heinrich Schlesinger in Creuznach. — Im Selbstverläge deS Verfassers, in Eoblenz in der Neiff'schen Buchhandlung, in Frankfurt a. M. bei I. Kau stur ann. Angezeigt von E. Bloch, Eantor und Lehrer in Creuznach. Wenn eine jede literarische Erscheinung auf dm Gebiete der israelitischen Schulliteratur mit freudigem Tanke begrüßt werden muß, so verdient eS das oben angezcigte Werk des Herrn Schlesinger um so mehr, als cs unseres Erachtens einem bis jetzt vielfach fühlbar gewesenen Bedürfnisse abhilst. -- Die in Rede stehende Zeittafel zerfällt in zwei Abteilungen, von welchen die ers'e die Zeit von Erschaffung der Welt bis zur Zerstörung des zweiten Tempels und der Zerstreuung des israelitischen Volkes, also bis zum Jahre 70 der üblichen Zeitrechnung, die zweite die Zeit von der Besitznahme des heiligen Landes durch-Titus bis zum Anfänge des neunzehnten Jahrhunderts umfaßt.? Es bedarf wohl nicht mehr erst deS Nachweises , daß der Unterricht in der biblischen Geschichte . einer der wichtigsten und fruchtbarsten in der israelitischen NeligionSschule sein soll und muß, und je mehr brauchbare Hilfsmittel wir für dieses Unterichtssach erhallen, desto erfreulicher ist cs. — Wenn nun auch die bls jetzt auf diesem Gebiete erschienenen

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