Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 2 (1861)
- Issue
- Heft 43 (23.10.1861)
- Date
- 1861-10-23
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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Aufrechthaltung jeder letztwilligen Bestimmung, die sicherste Garantie zu bedingen. 1)r. §sr Hildesheimer. Sunrpoketz (Böhmen), 6. October. Erjreulicher als die früher» Berichte lautet mein heutiger. Unter dem 15. September l. I. wurde der kiesigen israclitiichen Gemeinde die Bewilligung zur Errichtung einer eigenen hebräisch - deutschen Volksschule ertheitt. Wie erwünscht die Errichtung einer jüdischen Lehranstalt für die hiesigen israel. Bewohner gewesen, läßt sich nur dann denken, wenn mau den verwahrlosten Zustand der fugend an hiesiger Gemeinde kennt. Von einem Unterrichte war bisher keine Rede. Eilt Theil der Jugend besuchte die katholische Pfarr'chule. Dieser kleinere Theil wurde in den außergewöhnlichen Schulstunden dürftig im Lesen des Ebräischcn und Ln der Bibel unterwiesen. Außerdem bestanden hier seit vielen Jahren zwei jiidvche Mittelschulen, geleitet von zwei Individuen, die weder der alten noch der neuen Richtung .angehörten; denn im ersten Falle ward viel zu wenig in den Elementen unserer heiligen Schriften geleistet und in letzteren! Falle konnte man ihre Lehrzimmer, von denen das eine ans einer Küche und das andere aus einer feuchten dumpfigen Kammer bestand, mit allem eher als mit einer Schule vergleichen; es war da weder von einer Disziplin, noch von irgend einer, Schulordnung die Rede. Zu dielen zwei Winkelschulen ward vor einem halben Jabre noch eine dritte behördlich bestätigte Religionsschule errichtet, an welcher Referent als Lehrer angestcllt ward. Daß an letzterer Anstalt nicht alle Schüler ausgenommen wurden , hatte seine triftigen Gründe. Wie tief gesunken die Jugend in xeligiöser ^Beziehung bei meiner Ankunft! am hiesigen Platze gewesen, beweist der Umstand, daß man weder des Morgens noch des Abends ein einziges Schulend im Gotteshause sah; was noch Mehr als das -' die sogenannten Lehrer (?) der bereits erwähnten Schulen waren selten e Gäste im Hause der Andachtder übliche rv^rr war bei den allerrpenigste^Knelben zu finden. Tiefem Verwahrlosticin, diesem Verfalle unserer heiligsten Interessen sollte aber ein Ende gemacht werden. ES wird bereits an der Einrichtung der Schule gearbeitet und der Konkurs zur Anstellung eines zweiten Lehrers ist bereits eröffnet. Auch das GoUrShauS in hiesiger Gemeinde, welches in schlechtem (BeLlage zu Nr o. Zustande gewesen, wurde im vergangenen Sommer wieder hergcstellt und die innern Räume desselben wurden prachtvoll ansgcstattet. Die Einweihung fand am vergangenen statt. Run wird am nächsten -xi die neu kr«"irte Schule eröffnet, über deren Einweihnngöfeie.r. ich z. Z. den Bericht zn erstatten mir Vorbehalte. Zum nachahmungswürdigen Beispiele sei nun noch erwähnt, daß all dieses einzig und allein dem Streben und Wirken eines einzigen berufstreuen Mannes, dem Vorsteher der hiesigen Gemeinde Herrn Ignatz Hellmann zu danken ist. Mit unermüdlichem Eifer für alles Nützliche, Edle und Gute ist er bestrebt, das Kohl der Gemeinde zu fördern, ihre Institutionen zu heben und besonders den Jugendunterricht so einzurichten, wie er es von Gott und Rechtswegen sein soll. Als Zeichen ihres dankbaren Gefühles, veranstaltete die Gemeinde am vergangenen Thorafreudcnseste eine Feierlichkeit zu Ehren ihres verdienstvollen, ausgezeichneten Vorstehers. Wir fügen nun noch hinzu, daß der Himmel uns diesen Ehrenmann lange erhalte und ihn in seinem ruhmvollen Wirken nie ermatten lasse, zum Heile und Wohle der hiesigen Gemeinde und der Jugend, die in ihrem Schooße heranwächst. 1.-M2XN '.-IPtN' '1 '2bt7 '.-,'1 ,1^2 >1 2^2" .1^2X2 -02-r '2->22 PO1PL? PH. Lederer, erster Lehrer der isr. Volksschule zu Humpoletz. Vf. Theresivpl. In unserer Gemeinde wird es bester; langsam zwar, — recht langsam, wie's bei schweren Patienten gewöhnlich, aber doch bester; und wenu'S so fort geht, kanns am Ende noch ganz gut werden. Eine Gemeinde soll sich eben nie ausgeben, und wenn sie mit ihren öffentlichen Anstalten und Institutionen noch verkommen wäre und der Jndifferentismus, der - einmal veraltet'— sich gerne für Prinzip halten läßt, oder, gar selber halt — däs Zerstörungswcrk, das er negativ begonnen, positiv lzu beenden scheint, so, daß auch die Optimisten in der Gemeinde ast ein selbstgeschaffenes Heil der Zukunft fast verzweifeln möchten; verzweifeln dürfen sie doch nicht. Denn oft ist eS weniger der Mangel an Kraft, der den Gcmeindekörper sinken, in seinen edelsten Theilen morsch werden läßt, als der Mangel an einem practischen, organisatorischen Talente, der Mängel ' an einem kompetenten, practischen Manne, der die L3 -es Israelit).