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Der Israelit · 1861-09-04 · Heft 36 (4.9.1861) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
2 (1861)
Issue
Heft 36 (4.9.1861)
Date
1861-09-04
Page
– (sequence 2)
Language
German
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434 dei dem Hörenden die Allmacht des Königs der i Könige. Zahlreiche Stellen der heiligen Schrift machen uns darauf aufmerksam, wie das Weltall außer uns das Gottesbewußtsein in uns zu erwecken und zu kräftigen vermag: „Die Himmel erzählen i die Ehre Gottes und seiner Hände Werk zeigt an i das Firmament," „die Seeungeheuer und alle Tie- , sen, fordert der Sänger aus, Gott zu loben," „die j Ströme schlagen die Hände zusammen, gemeinsam! vreisen die Berge," und der heilige Sänger spricht:? „Wenn ich schaue Deinen Himmel, das Werk Deiner . Hände, Mond und Sterne, die Du eingesetzt, was ' ist da der Mensch, daß Du sein gedenkst, der Erdensohn, daß Du seiner Dich annimmst!" Und doch ist . der Mensch der Schöpfung Meisterwerk, mehr als all j die großen Himmelskörper, denn Gott hat ihm einj gehaucht Geist von seinem Geiste, hat mit Majestät i und Pracht ihn umkrönt, hat ihn eingesetzt zum Herrn der Schöpfüng. Darum ist es auch vor Allem des Menschen Pflicht mit einzustimmen in den Chor der Sphären, und am Geburtsfeste der Welt seinem Könige zu huldigen. Durch das Anschauen der Natur gelangte dereinst Abraham, der Begründer unseres Volkes, zum > Gottesbewußtsein, während die ganze Welt versunken! mar in Jrrthum und Sünde. O, lasset uns hinaustretcn in Gottes freie Natur, lastet uns betrachten mit wonnetrunkenem Auge der Sonne Auf- und Niedergang, lastet uns emporschauen zum Sternenhimmel und fragen, wer all diese großen, wunderbaren Welten erschaffen, lastet uns betrachten die in der Fülle des Herbstes prangende Erde, mit allen ihren wunderbaren Gebilden, mit all den Myriaden so regelmäßig und kunstvoll gebauter Pflanzen und Thiere. lastet nnS hintreten an daS Ufer des Meeres und zittern vor dem Allgewaltigen, wenn er einhersährt im Sturme und beugen vor ihm unser Knie im Sonnenschein seiner Gnade! So lastet uns huldigen dem Könige deS Weltalls! ll. Dem Anschanen folget das Denken. Hat der bloße Anblick der Schöpfung das Goltesbewußtsem in uns geweckt und gekräftigt, so wird das Nachdenken über dasselbe das Bewußtsein zur Erkenntniß ffvigern; denn nicht allein groß und gewaltig sind die Gebilde des Schöpfers, die strengste Gesetzmäßigkeit, die größte Ordnung und Zweckmäßigkeit herrschet in ihnen. Unserem sinnliche» Auge entzogen ist das Walten des Allherrn, aber unser denkender Geist vermag, Ihn zu erkennen allzumal. Inder Wesen unendlicher Fülle schließt eins sich an das andere, entwickelt sich eins aus dem andern; von dem Stäubchen, das in den Sonnenstrahlen sich wiegt, bis zum Sonnenballe, der die Welt durchleuchtet, von dem dem unbewaffneten Auge unsichtbaren Thierchen im Wastertropfen, bis zum Ungeheuer des Meeres, von dem Würmchen, das zu unfern Füßen spielt, bis zum Menschen, dem Herrn der Schöpfung, gehorcht alles Seinem Willen, fügt sich Alles Seiner Anordnung; und Nichts ist unvollkommen in seiner Welt. Jedes Geschöpf findet seine Nahrung, eins dient dem andern, eins fördert das andere, bis sich Alles eint nach den Zwecke» des Alleinen. Tausend verschiedene Dinge greifen in einander, Lausend verschiedene Fäden verschlingen sich in einander, und die unsichtbare Hand Gottes lenkt Alles, leitet Alles. Wo ist der Thor, der da behaupten will, nur der Zufall walte in dieser wundervollen Welt, und der Meister sei nicht da, der sie geschaffen, gemacht, der sie eingerichtet, der sie erhält und leitet immerdar? Und wie auS der Zweckmäßigkeit der Weltordnung die Erkenntniß deS Alleiuen sich ergibt, so auch aus der Betrachtung feiner Weisheit, der Weltleitung, wie er führt und lenkt und leitet die Einzelnen, die Geschlechter, die Nationen; und wie, wenn wir betrachten den regelmäßigen Lauf der Gestirne, den steten Wechsel der TageS- und Jahreszeiten, uns offenbar wird die Hand des Meisters und Leiters, so erkennen wir auS dem Geschicke der Menschen und Völker, ihren Zielen und Zwecken, ihren Hoffnungen und Bestrebungen, aus ihren Errungenschaften und Versuchen die Hand des Herrn, der jedem seiner Diener die ihm bestimmte Aufgabe gestellt hat. Und zu dem Denken gesellt sich das Gedenke» (p-nr); die Geschichte der Menschheit lehrt uuS, daß die Welt einen Leiter hat. Die Geschichte der ersten Menschen, die Entwickelung der ersten Menschengeschlechter, die Hinwegraffung der verderbten Menschheit durch die Fluth, die Verkeilung der Erde unter die Nationen, die verschiedenen Ausgaben aller die-

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