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Der Israelit · 1861-08-21 · Heft 34 (21.8.1861) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
2 (1861)
Issue
Heft 34 (21.8.1861)
Date
1861-08-21
Page
– (sequence 10)
Language
German
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ges Matt in der Geschichte der christlichen Menschheit. Unfähig, in einem angreifenden Kampfe ihren Feinden Etwas adznringen, verschanzten sie sich hinter die mächtigste und traurigste Wehr des Elendes, die Gewohnheit, und hinter die jüdische Zähigkeit des Famili.'ngeistes; — aber auH chnen leuchtet die Sonne der Hoffnung, und im Geiste sehen sie die Stunde der Freiheit schlagen. Allerdings ist das Ghetto in seiner früheren Bedeutung dem Worte nach ausgeh. b n, — doch besteht cs faktisch noch fort, als das traurigste Quartier der stolzen Noma — ein Winkel des Schmutzes und der Armuth. Es gereicht dem gegenwärtigen Papste PiuS IX. zur Ehre, daß er, menschenfreundlicher und liberaler als seine Vorgänger, die -. '-hetto Schranken schon im Jahre 1817 — also ein Jahr vor der letzten Revo^ lution — niederreißcn und alle jene Mauern und Thore entfernen *liest, welche das Ghetto sperrten — aber nicht leicht machte bisher ein Jude von dem Rechte Gebrauch, überall iu Nom wohnen, Gewerbe und Handwerke treiben zu dürren, — weil, was nun das Gesetz freistcllt, doch durch das unausrottbare Vorurtheil, wenn nicht unmöglich gemacht, doch unendlich erschwert wird. Nur ein völliger Umschwung aller bestehenden Verhältnisse kann hier die nothige Aenderung anbahnen und eine durch beinahe zweitausendjährige Gewohnheit fast zur andern Natur gewordene Sitte mildern und endlich aufheben. So wie aber der römische Jude nur in höchst seltenen Fällen sich außerhalb dieses schmählichen Zwingers seit der ertheilten Erlaubnis; m'edcrzulaffen sucht, eben so wagt er eS kaum, auch nur eine Nacht außerhalb desselben zu verweilen. Wie dke Abenddämmerung hereinbrichk, eilt er nach Haufe — bis zu jenem Jahre war den Juden bei hoher Leibes- und Geldstrafe verboten, außerhalb des Ghetto zu übernachten — wo seine Väter geduldet und gelitten, da will er sein müdes Haupt hinlegeu zu kurzer Rast, um wieder aufzustehen zu neuer Noth und neuer Schmach. In Mitte dcS Elends hat er das Licht der Welt erblickt. — im Elende lebt und liebt er, - im Elende stirbt er, und das sicht er auch immerfort vor sich. Jammertöne sind sein Wiegenlied, sein Hochzeitsgesang, — Jammertöne begleiten ihn durch's Leben, gelei'en ihn zum Grabe. Und die erste Nacht, die er außerhalb des Ghetto rubt, ist für den größten Tyeil die btzte, die sei»! ErdenwaÜcn und seine Erdenuoth beschließt.! (Fortsetzung folgt.) Mil Beschwerden wegen unregelmäßiger Zusendung wolle man sich an das betreffende Postamt oder an die bctr. Buchhandlung wenden! (Eingesandt.) Preßburz, am 5. August. Geebitrjür H:rr Redakteur! Ich bitte um di? Aufnahme üirineZ Aussätze?; ich hoffe, dass Eie menen ch'unsch erfüllen, denn ich baue vcrtrrucnsooll auf Ihr ennabn.ndrs Wort im ersten Iabrgangc Ihres werihrn Journals Rro. 2, welche- 'autct: „Der Ruf von Smai ist mebt ergangen an Rabbiner, Prediger, Lehrer, sondern an jeden einzeln«-» Israeliten." G:n traunger und beklagenswertber Zastanb vrranlrßt mich. Folgendes in Frage zu stellen; warum d>s Gebot NVZ.'L' t?2!)7r -Ö in manchen Städten, sogar ln manchen kanr-ern von Israel gäuilich vergessen wurde und darni.derlie.it? Ist es denn nicht dasselbe Verbot von Sinai, wie ">2,2 1^2X.2 Std? — Meine töeuren Glaubensgenossen! Ich stelle meine Frage nicht an jene Schwankenden, Wankenden, da wäre die Erörterung sebr einfach; — meine Frage gebt an j.-ne die manchmal die größten Hindernisse überwinden, nur um dun »er. Glauben anbange» zu können, und andererseits das Verbot '2^2 Xz« Po. den lretea und vernichten. Roch eine zweite Frage, welche wichtiger ist r Warum ereignet fick die Ueberrretnng des leider allzuhäufiz sogar bei denen, die ihr qanzes Dasein und Denke», ikr ganzes Tbun und H.,ndeln der Religion widmen wollen? —- wenn, G. s. D. schon nicht gejl.ffentliä», aber doch durch Gleich- -riltgkekt. Warum der echt Fromme es nicht wagt, bei seine« Mttbrudcr Speise zu genießen, und manchmal seinen Körper plagt und quälet und bauet nicht auf die .2PM; jedock das Gewand richtet cr lick nach Bequemlichkeit und nach der Art de» Jahreäjeit, daß Kälte ihm nicht schadet und Hitze k.ine Gefahr bringt, wann schon das Gesetz vielleicht übertreten wird, indem daS Gewand auS verschiedenen Materialien bestebt, nämlich Knöpfe, Zwirn, Leinwand re., wo Leinen mit Hanf sich» schwer unterscheiden läßt, und er da weit mrbr für dke Sicherheit z» sorgen hätte!—Obwohl er sein gan;es Vertrauen dem Schneider gebe» muß, so scheuet er es doch nickt, wenn der Schneider I22V ''O.2122 ist. und weiß er der.» nickt: .22LV2 >2- 2M2 »2^12? Ist denn, stelle ick wiederholt dir Frage, da» nickt eben so auS Gottes Mund geflossen, wie jedes andere Verbot, daß «S seine Wichtigkeit verloren haben fall? Da» Wort U2PV enthalt die Buchstaben s22k, wer sich damit bekleidet 22122 P2'b 2^.22 k

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